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Jugendmusikschule

Neue Projekte nehmen Fahrt auf

Aufbau eines Gesangsbereichs, mehr Kooperationen und ein Familiensingtag: Die Jugendmusikschule drängt in die Stadt

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Breite Basis als Ziel: Die Musikimpulse in Kita und Grundschule wecken Spaß an der Musik – und bringen Nachwuchs.Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Ludwigsburg. Seit Anfang vergangenen Jahres ist Christiane Schützer neue Leiterin der Jugendmusikschule, in den vergangenen Monaten hat sie nun eine Reihe von „Zukunftsthemen“ entwickelt, die der Musikbildung in der Barockstadt neue Impulse geben sollen. Das Thema Gesang steht für Schützer, die selbst studierte Sängerin ist, im Mittelpunkt. Sie hat sich den Aufbau eines eigenen Gesangsbereichs an der Musikschule von Anfang an auf die Fahnen geschrieben. Und so wird es ab dem kommenden Schuljahr nun ein professionelles Unterrichtsangebot mit Stimmbildung und Gesangsunterricht geben, verbunden mit einer Kinder- und Jugendchorarbeit. Geplant ist in Zusammenarbeit mit der Kunstschule Labyrinth außerdem eine Musicalausbildung, die Kindern und Jugendlichen – ebenfalls ab Herbst – Gesangs-, Tanz und Schauspielunterricht ermöglicht. „Der Gesangsbereich baut sich wirklich rasend schnell auf“, sagt Schützer über die Entwicklung.

Um das Thema Gesang stärker in die Stadt hineinzutragen und zu verankern, entwickelt Schützer Netzwerke, mit denen unterschiedliche Kompetenzen gebündelt werden. Neue Kooperationspartner der Jugendmusikschule sind der Stadtverband der Gesangs- und Musikvereine und der Schwäbische Chorverband. Gemeinsam wird im kommenden Frühjahr ein erstes Großevent ausgerichtet: Der Familiensingtag „Ludwigsburg Singt“ wird am 2. April 2017 stattfinden, Schirmherr ist Oberbürgermeister Werner Spec. Geplant sind Gesang, Workshops und Informationsangebote sowie eine Abschlussveranstaltung im Forum. Der Tag solle keine Konkurrenz zu „Sing mit“ werden, betont der Stadtverbandsvorsitzende Peter Teufel. „Es wird ein weiterer kleiner Motor für das Singen in der Stadt.“ Viele Chöre hätten bekanntlich mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen, sagt er. Der Tag sei daher ein Angebot für jeden, der gerne singt, zu zeigen, auf welche Weise er andocken kann. Ob mit oder ohne Noten: „Singen ist etwas für jeden, der Freude daran hat, nicht nur für den, der es kann“, so Teufel.

Dennoch stehen in Sachen Nachwuchsförderung natürlich die Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt. „Ziel ist es, die Chorarbeit von unten aufzubauen“, betont der Stadtverbandsvorsitzende. Eine wichtige Rolle spielt das Programm Musikimpulse, das es seit dem Schuljahr 2011/12 gibt. Es soll jedem Kind unabhängig von seiner sozialen und finanziellen Lage eine vierjährige musikalische Frühförderung bieten. Das Angebot richtet sich an Kinder ab vier Jahren in Kindertagesstätten und wird im Anschluss in der 1. und 2. Klasse der Grundschulen weitergeführt. 1200 Kinder nutzen bereits dieses Angebot, das über einen geringen Elternbeitrag, private Stiftungsmittel und eine städtische Förderung finanziert wird. „Besonders die Grundschulen sind eine Multiplikator“, sagt Schützer. „Das ist etwas, das Früchte tragen wird.“ Der neue Gesangsbereich der Jugendmusikschule soll ebenso wie der Instrumentalunterricht auf diesen ersten Erfahrungen aufbauen. Schützer hofft künftig auf eine „breite Basis“ für das Thema Gesang.

Wie berichtet startet an der Friedensschule zum kommenden Schuljahr das Projekt „Singende Grundschule“, bei dem einmal wöchentlich eine Gesangslehrkraft der Jugendmusikschule einen Vormittag lang unterrichtet. In diesem Zusammenhang wird ein Schulchor eingerichtet. „Wir werden aber auch die Zusammenarbeit mit den anderen Schulen ausbauen“, sagt Schützer. Während Lehrkräfte der Musikschule an der Gemeinschaftsschule bereits seit diesem Schuljahr über Mittag Unterricht anbieten, laufen die Gespräche mit dem Mörike-Gymnasium. Im Bläserbereich soll es dort ab dem Schuljahr 2017/18 eine neue Kooperation geben.