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Neues Angebot: Carsharing mit Elektroautos

In Murr soll es in absehbarer Zeit die Möglichkeit geben, sich stunden- oder tageweise ein Elektroauto auszuleihen. Der Gemeinderat stimmte einem entsprechenden Angebot der Firma Deer zu.

Der Bestand der Elektroautos ist im Kreis Ludwigsburg im april gegenüber dem März um 191 auf 3845 angewachsen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Der Bestand der Elektroautos ist im Kreis Ludwigsburg im april gegenüber dem März um 191 auf 3845 angewachsen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Murr. E-Carsharing heißt das Ganze auf Englisch und es funktioniert nach demselben Muster wie das Autoteilen mit Verbrennermotor: Die Firma Deer, ein Ableger der Stadtwerke Calw, stellt zunächst ein Elektroauto, die Gemeinde bezahlt die Ladesäule und die Bürger können das Auto über eine App buchen.

Wie Christina Seifert als Vertreterin von Deer am Dienstagabend den Gemeinderäten erläuterte, konzentriere sich das Unternehmen bewusst nicht auf Großstädte, sondern auf den ländlichen Raum. Es betreibe mittlerweile 250 Elektrofahrzeuge, die in 80 Kommunen stehen, unter anderem in Schwieberdingen und Eberdingen-Hochdorf.

Nach der Zustimmung des Gemeinderats schließen nun die Gemeinde und die Firma Deer einen Kooperationsvertrag, der eine Laufzeit von sechs Jahren hat. Diese Mindestzeitspanne ist erforderlich, damit die Gemeinde einen 40-prozentigen Zuschuss für die Ladesäule beantragen kann. Der ist von der einmaligen Investition in Höhe von 12000 Euro abzuziehen. Einer der beiden Ladepunkte der Säule steht dann für das Mietauto zur Verfügung, der andere kann von Privatleuten genutzt werden.

Nach Angaben von Christina Seifert funktioniert das Carsharing-System von Deer ohne feste Abhol- oder Rückgabestandorte. Somit seien auch „Einwegfahrten“ möglich; ein Nutzer könne beispielsweise das E-Auto buchen, um von Murr zum Flughafen zu fahren und es dort abgeben. In solch einem Fall verpflichte sich das Unternehmen, innerhalb von 24 Stunden wieder ein Fahrzeug nach Murr zu bringen. Die Kosten für die Nutzer stellen sich so dar: Neben einer Jahresgebühr von knapp 30 Euro werden entweder 5,90 Euro pro Stunde oder ein Tagestarif von 34,90 Euro fällig – ohne Kilometerbegrenzung und inklusive Stromkosten, wie Seifert betonte. In der Flotte seien E-Autos verschiedener Hersteller vorhanden, die Reichweiten lägen bei bis zu 350 Kilometern.

Die Gemeinderäte lobten den Einstieg in diese Mobilitätsform als Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Uneins waren sie sich aber in der Frage des Standorts. Die Verwaltung hatte den Dorfplatz oder die Mühlgasse vorgeschlagen, genannt wurden aber auch die Gemeindehalle oder der Bereich Heerstraße/Frauenstraße. Bis zur Vertragsunterzeichnung sollen die Varianten untersucht werden.

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