Logo

Ohne negativen Test kein Unterricht

Die einen Schulen haben geöffnet, die anderen halten lediglich den Notbetrieb aufrecht. So unterschiedlich werden seit gestern die Verordnungen des Landes und die Entscheidungsbefugnis seitens des Staatlichen Schulamts Ludwigsburg hinsichtlich der Schließung der Schulen umgesetzt. Das betrifft auch die Selbsttests, wie ein Blick nach Freiberg und Marbach zeigt.

Kinderkrankenschwester Stefanie Fritsch überwacht den Test eines Schülers in der Freiberger Flattichschule. Die OPS ließ unter anderem in der Stadthalle testen. Fotos: Holm Wolschendorf
Kinderkrankenschwester Stefanie Fritsch überwacht den Test eines Schülers in der Freiberger Flattichschule. Die OPS ließ unter anderem in der Stadthalle testen. Foto: Holm Wolschendorf
Kinderkrankenschwester Stefanie Fritsch überwacht den Test eines Schülers in der Freiberger Flattichschule. Die OPS ließ unter anderem in der Stadthalle testen. Fotos: Holm Wolschendorf
Kinderkrankenschwester Stefanie Fritsch überwacht den Test eines Schülers in der Freiberger Flattichschule. Die OPS ließ unter anderem in der Stadthalle testen. Foto: Holm Wolschendorf

Freiberg/Marbach. In Corona-Hotspots mit über 200 Neuinfektionen pro 100000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen soll es ab dem übernächsten Tag keinen Präsenzunterricht mehr geben. So lautet die jüngste Vorgabe des Landes. Am Sonntag erteilte das Staatliche Schulamt Ludwigsburg dann den Schulen im Kreis die Erlaubnis, selbst über Präsenz- oder Fernunterricht zu entscheiden. Gestern Nachmittag die Überraschung: Die Inzidenz lag bei 191,4. Damit müssten diese Woche eigentlich alle Schulen im Wechselbetrieb wieder öffnen.

Wie Bürgermeister Jan Trost auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, waren sich in Marbach Verwaltung und Schulleitungen am Wochenende einig, einheitlich vorzugehen und der gesetzlichen Regelung des Landes zu folgen. Sprich: Da die Inzidenz über das Wochenende lediglich an zwei Tagen über 200 lag, waren gestern alle Marbacher Schulen geöffnet und werden es auch die ganze Woche über sein, nachdem der Wert gestern bei 191,4 lag. Damit die Schüler in die Schule gehen konnten, mussten sie einen negativen Test vorlegen, den sie zuvor daheim gemacht haben. Vom Land bekam die Stadt Marbach 4800 Testkits geliefert; zusätzlich hat sie selbst noch 12000 weitere beschafft. „Bei rund 4000 Schülern und jeweils zwei Tests pro Woche, sind wir für die nächsten zwei Wochen gut ausgerüstet“, sagt Bürgermeister Trost. Alle Marbacher Schüler schienen ein negatives Testergebnis gehabt zu haben, zumindest lag Jan Trost bis gestern Nachmittag keine andere Nachricht vor.

Alle Schulen zumindest teilweise zu, hieß es gestern in Freiberg. Darauf hatten sich die Schulleiter, Verwaltung, Schülersprecher und Elternbeiratsvorsitzende am Sonntag verständigt. In der Oscar-Paret-Schule fanden sich laut Schulleiter René Coels lediglich die Schüler der Abschlussklassen, der Vorbereitungsklasse, der Jahrgangsstufe1 des Gymnasiums und eine Schülerin in der Notbetreuung ein. Der Rest blieb zu Hause. Damit sie das Schulgebäude auch betreten durften, mussten die Schüler vorher getestet werden. Dies erfolgte in der Stadthalle sowie parallel im großen Musiksaal. Von 8 bis 9.30 Uhr dauerte das Prozedere. Nach jeweils einer halben Stunde lagen die Ergebnisse von etwas mehr als 200 Schülern vor: alle negativ. „Beim zweiten und dritten Mal wird es schneller gehen, weil die Schüler dann schon wissen, wie es geht“, gibt sich René Coels zuversichtlich. Da die Inzidenz gestern Nachmittag unter 200 lag, wird die Schule heute geöffnet und mit Wechselbetrieb gestartet. Die Schüler, die heute erstmals wieder kommen, werden sofort und dann am Donnerstag wieder getestet. Wer gestern getestet wurde, ist am morgigen Mittwoch wieder an der Reihe.

In der Flattischschule, eine von drei Freiberger Grundschulen, waren gestern lediglich neun Erstklässler in der Notbetreuung. Auch sie unterzogen sich einem Selbsttest – alle Ergebnisse waren laut Schulleiter Folkert Schröder negativ. Da es die Inzidenz wieder erlaubt, öffnet die Schule heute, wie bereits für gestern geplant, für die Klassenstufen drei und vier. Dann dürfen sich alle restlichen rund 130 Schüler selbst testen. In den beiden anderen Freiberger Grundschulen, der Grünlandschule und der Kasteneckschule, bleiben heute nochmals die Türen zu. Der Grund: Sie erhalten laut Auskunft der Freiberger Stadtverwaltung erst heute die Testkits. Weil an den beiden Schulen – im Gegensatz zur Flattichschule – die Eltern daheim ihre Kinder testen, müssen diese die Testkits erst noch abholen.

Das Sozialministerium hat unterdessen eingeräumt, dass die versprochenen Schnelltests nicht rechtzeitig zur Wiedereröffnung bei allen Schulen im Land angekommen sind. Es habe Probleme mit den Lieferanten gegeben, sagte eine Ministeriumssprecherin gestern der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Die vollständige Auslieferung der ersten Tranche an die Kommunen werde in dieser Woche erfolgen. Eigentlich sollten bis Freitag 4,4 Millionen Tests ausgeliefert werden, um einen sicheren Schulstart möglich zu machen. Die Sprecherin ergänzte: „Bereits heute wurden weitere Lieferungen in Auftrag gegeben, mit denen bis zu 5,4 Millionen Tests an die Kommunen in der nächsten und übernächsten Woche abgegeben werden sollen.“

Autor: