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Ort für die letzten Stunden

Für rund vier Millionen Euro wird das MS-Heim zum Hospiz mit zwölf Einzelzimmern umgebaut

Heute fand der symbolische Spatenstich für die Umbauarbeiten des früheren MS-Heims zum neuen Hospiz statt. Foto: Alfred Drossel
Heute fand der symbolische Spatenstich für die Umbauarbeiten des früheren MS-Heims zum neuen Hospiz statt. Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. Das Hospiz zieht von der Gartenstraße ins Haus Lindenhain neben dem Pflegezentrum an der Metter um. Der Träger, die Stiftung Hospiz, hat das frühere MS-Heim von der Stadt für 1,8 Millionen Euro erworben und baut es nun für rund vier Millionen Euro um. Dort entstehen zwölf Einzelzimmer für Menschen in den letzten Stunden ihres Lebens aus dem ganzen Landkreis, Schulungsräume sowie ein Bereich für Mitarbeiter und Verwaltung.

Damit werde für den Landkreis Ludwigsburg mit seinen rund 550000 Einwohnern ein ausreichendes Angebot an Hospizbetten zur Verfügung stehen, betonte Ute Epple, die Vorsitzende des Trägervereins und stellvertretende Vorsitzende der Stiftung Hospiz. Der Hospiz- und Palliativverband Baden-Württemberg rechne pro 45000 Einwohner mit einem Hospizplatz. Derzeit gibt es im bestehenden Bietigheimer Hospiz sieben Betten.

Auf Spenden angewiesen

Auf den Tag genau 20 Jahre nach der Einweihung des stationären Hospizes für den Landkreis packe die Einrichtung ein großes Projekt an, sagte Erwin Rudolph, der Vorsitzende des Stiftungsrates. Er ging auf die Entwicklung dieser segensreichen Einrichtung ein. Zu Beginn habe es sechs Betten gegeben. Nunmehr solle mit den neuen Möglichkeiten im Haus Lindenhain Platz für zwölf Patienten geschaffen werden. Rudolph wies darauf hin, dass das Stiftungskapital für das neue Haus nicht reiche. Deshalb sei man weiterhin auf Zustiftungen angewiesen. Er dankte allen Trägergemeinden, Haupt- und Ehrenamtlichen sowie den Spenderinnen und Spendern, die das Hospiz in Bietigheim-Bissingen erst möglich gemacht hätten.

Auch Ute Epple blickte zurück. Man habe im Frühjahr 2000 parallel zu den Umbauarbeiten des ehemaligen Altenpflegeheims in der Gartenstraße mit dem ersten Ausbildungskurs für ehrenamtliche Betreuer des Hospizes begonnen. Im Laufe des Jahres habe man Krankenschwestern und -pfleger für die neue Pflegeeinrichtung gesucht und gefunden. Darunter war auch Pflegedienstleiter Thomas Dübner, der seitdem das Hospiz führt und Ansprechpartner für viele Menschen ist. Von 2001 an seien dann der ambulante Hospizdienst, das Trauerangebot und das Kursangebot für die breite Öffentlichkeit aus- und aufgebaut worden, betonte Epple. Das Hospiz sei Kooperationspartner im Palliative-Care-Team des Landkreises Ludwigsburg, indem im Hospiz Geräte und Materialien für die Patientenversorgung für dieses Team gelagert würden.

Ute Epple wies darauf hin, dass das Hospiz auch weiterhin auf breite Unterstützung durch die Menschen, Betriebe, Kommunen und Kirchen angewiesen sei, um dieses große Projekt bis zum Schluss finanzieren zu können. Sie bedauerte, dass durch die Coronapandemie die meisten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr ausfallen mussten.

Heim vor rund 40 Jahren gebaut

Mit den Um- und Anbauten wurde das Ludwigsburger Büro KMB beauftragt. Architekt Michael Kerker erläuterte die Baukörper im Park der Villa Faber, die 1993 mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet wurde. Kerker sagte, dass es eine planerische Herausforderung sei, dieses „Haus für Sterbende“ zu bauen. Teile des Gebäudes werden abgebrochen. Im Eingangsbereich entsteht ein Atrium. Im Innern werde ein neuer Grundriss umgesetzt.

Das Heim wurde vor mehr als 40 Jahren für MS-Kranke gebaut. Führender Motor war damals Guido Hans. Der damalige Oberbürgermeister Manfred List und Ursula Späth waren die großen Förderer des Heims. Jetzt sind die MS-Kranken im benachbarten Heim untergebracht.

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