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Erster Weltkrieg und Fronterlebnisse: Zur Person

Oscar Paret und seine Kriegstagebücher

Die Tagebücher: Die Kriegstagebücher von Oscar Paret sind aufgrund ihrer fast täglichen Notizen während des Ersten Weltkriegs eine Besonderheit. Sie finden sich in dessen Nachlass, den das Stadtarchiv Ludwigsburg aufbewahrt und den die Familie vor kurzem übergeben hat. Die Tochter Ilse Bollacher-Paret war so freundlich, unserer Zeitung Einblicke in die Tagebücher zu erlauben.

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Oscar Paret

Ludwigsburg. Zur Person: Oscar Paret (1889–1972) wird in Heutingsheim als Sohn des Pfarrers Otto Paret geboren. Er heiratet 1919 Ida Feldweg, der er auch von der Front zahlreiche Briefe schreibt. Er hat vier Kinder. Heute gehört Heutingsheim zu Freiberg, die dortige Schule ist nach dem Archäologen benannt, der sich über die Fachwelt hinaus einen Namen gemacht hat. Er wohnt zunächst in Stuttgart, später in Ludwigsburg.

Im Krieg: Oscar Paret wird 1915 eingezogen und wird mit dem Landwehr-Infanterie-Regiment 123 an die Westfront geschickt. Er ist dort unter anderem beim Hartmannsweilerkopf im Elsass im Einsatz. 1917 wird er zum Leutnant befördert. Aus der Kriegszeit sind zahlreiche Zeichnungen erhalten, die er vor Ort anfertigte.

Seine Laufbahn: Oscar Paret hat sich mit prähistorischen Forschungen in Baden-Württemberg und mit Ausgrabungen hervorgetan. 1906 entdeckt er eine römische Gutsanlage in Heutingsheim. Kurze Zeit später gräbt er eine steinzeitliche Siedlung und die römische Gutsanlage in Ludwigsburg-Hoheneck aus. Er studiert Architektur und Alte Geschichte. Nach dem Krieg arbeitet Paret an der Staatlichen Altertümersammlung in Stuttgart, er wird Honorarprofessor und ist im Landesdenkmalamt tätig. Zahlreiche bedeutende archäologische Unternehmungen und Forschungsgrabungen sind mit seinem Namen verbunden, wie Dieter Planck in den Baden-Württembergischen Biographien (Band 3) schreibt. 1959 erhält Paret die Bürgermedaille in Ludwigsburg. Er hat sich mit zahlreichen Beiträgen um die Geschichte von Stadt und Kreis Ludwigsburg verdient gemacht, er leitet zudem bis 1961 den Historischen Verein Ludwigsburg.