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Technik
Premiere für Traubensortieranlage

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Ein Dutzend Wengerter der Felsengartenkellerei Besigheim haben gestern rund 3000 Kilogramm Muskateller-Trauben für einen Premium-Wein geerntet. Premiere hatte eine automatische Traubensortieranlage.

Hessigheim. Bisher wurden die Beeren für Spitzenweine von Hand sortiert. Jetzt macht es eine Maschine. Gestern wurde sie offiziell in Betrieb genommen. „Künftig kommt man mit der Hälfte des Personals aus“, freut sich Vorstandsvorsitzender Dr. Götz Reustle. Die Anlage wird von sieben Mitarbeitern bedient. Bei der Handsortierung waren es doppelt so viele. Die rund 250 000 Euro teure Maschine wird von der Felsengartenkellerei zunächst gemietet. Gebaut wurde die Anlage von der Firma Armbruster in Güglingen-Frauenzimmern. Es ist die vierte Anlage dieses Typs, die gebaut wurde. Armbruster liefert Maschinen für den Kellereibedarf nach Kalifornien, Südafrika, Frankreich und Südtirol. Auch einige Kellereien hierzulande bedienen sich des Wissens des Unternehmens.

Wie Sebastian Häußer, Kellermeister bei der Felsengartenkellerei, unterstreicht, sei das Ziel beim Einsatz der Anlage, die Aromavielfalt der einzelnen Qualitätsstufen im Wein zu steigern – und zwar durch eine gezielte Selektion der Beeren nach unterschiedlichen qualitätsrelevanten Kriterien wie Oechslegehalt, Säure, Stickstoffgehalt und Fäulnis. Ihm ist es wichtig, dass die Anlage die gesunden Beeren erkennt. Nachdem die Trauben entbeert sind, kommen sie auf ein Förderband. Hier werden die Beeren mit einer Kamera erfasst und per Luftdruck sortiert. Die aussortierten Beeren werden nicht weggeworfen, sondern für Qualitätsweine verwendet. Bei den Muskatellern wurden gestern 98 Oechslegrade gemessen. Nach der Premiumlese gestern geht es am kommenden Donnerstag so richtig los mit der Lese.