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Probe für den Katastrophenfall

Auch im Landkreis heulen am 10. September die Sirenen

In Großbottwar befindet sich die Sirene auf dem Rathaus.Archivbild: Wolfgang Kloss
In Großbottwar befindet sich die Sirene auf dem Rathaus.Archivbild: Wolfgang Kloss

Kreis Ludwigsburg. Um die Öffentlichkeit für den Ernstfall zu sensibilisieren, werden deutschlandweit am Donnerstag, 10. September, um 11 Uhr die Warnsysteme für Katastrophenfälle getestet. Neben Warnmeldungen im Radio oder über Warn-Apps wie der Notfallinformations- und Nachrichten-App (NINA) gehört auch eine Sirenenprobe zum Szenario. So werden auch im Landkreis Ludwigsburg noch alle 90 vorhandenen Sirenen heulen.

Die Aktion wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und allen Landkreisen und Kommunen durchgeführt. Der Warntag wird jährlich am zweiten Donnerstag im September wiederholt. Im Ernstfall können die Sirenen bei überregionalen Alarmen von der integrierten Leitstelle des Landkreises Ludwigsburg ausgelöst werden. Bei lokalen Ernstfällen können diese auch von der Ortspolizei genutzt werden.

Während des Probealarms werden folgende Signale zu hören sein: um 11 Uhr gibt es das Signal „Eine Minute Heulton“. Es bedeutet im Ernstfall: In dem Gebiet besteht eine unmittelbare Gefahr oder ist in Kürze zu erwarten. Man sollte alle möglichen Informationsquellen für weitere Hinweise nutzen und den amtlichen Anweisungen folgen. Die Hinweise werden beispielsweise von allen lokalen und regionalen Rundfunksendern ausgestrahlt. Um 11.20 Uhr werden die Sirenen noch einmal eingeschaltet mit dem Signal „Eine Minute Dauerton“. Dieses Signal bedeutet: Es besteht keine akute Gefahr mehr. Auch wenn Entwarnung gemeldet wird, sollte die Bevölkerung sich über die aktuelle Lage informieren.

„Wir wollen die Bevölkerung für den Ernstfall sensibilisieren“, sagt Sascha Hänig, Kommandant der Feuerwehr Affalterbach. Gerade die Jüngeren seien mit den Signaltönen der Sirenen nicht vertraut. Andererseits nutzten diese Plattformen wie Facebook und Instagram. „Hier zeigen wir mittlerweile auch Präsenz und geben im Ernstfall Warnmeldungen heraus“, so Hänig. Wichtig sei es vor allem, dass die Bürger wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Hänig empfiehlt, sich am besten über die offiziellen Kanäle der Behörden zu informieren, um nicht Fakenews auf den Leim zu gehen. Daher begrüßt er diese jährlich wiederkehrenden Übungen: „Es gibt nicht nur überregionale Katastrophenfälle. Letztes Jahr beispielsweise hatten wir im Ort einen Brand mit starker Rauchentwicklung, bei dem wir auch die Anwohner gewarnt haben.“ Die drei Sirenen im Ort – sie stehen auf der Lemberghalle, auf der Kelter und in Wolfsölden – werden nur für Katastrophenalarme genutzt. Wären sie auch noch für die Alarmierung der Feuerwehrleute im Einsatz, würden sie ihren Effekt verlieren, meint Hänig. „Wir hatten alleine dieses Jahr schon 50 Einsätze. Heult da jedes Mal die Sirene, ist das nichts Besonderes mehr.“

Am kommenden Donnerstag, sagt Hänig, werden in Affalterbach aber nur die Sirenen getestet. „Im Ernstfall werden die Heultöne aber noch mit Lautsprecherdurchsagen ergänzt.“ Auch Sebastian Bierbaum, Bereitschaftsleiter der Johanniter-Unfall-Hilfe in Stuttgart sagt: „Bevölkerungsschutz beginnt schon bei der Warnung der Bevölkerung.“

Im Gegensatz zu Affalterbach gibt es im Landkreis einige Gemeinden, die keine Sirenen mehr besitzen: Ludwigsburg, Kornwestheim, Korntal-Münchingen, Marbach, Vaihingen, Ditzingen, Freiberg und Oberstenfeld (außer Gronau und Prevorst) sowie in Bietigheim-Bissingen die Ortsteile Bissingen und Untermberg. Eberdingen ist mit seinen Sirenen nicht ans allgemeine Katastrophenalarm-Netz angeschlossen, sondern kann diese nur für die Alarmierung der örtlichem Feuerwehr einsetzen. In diesen Orten wird nach Angaben aus dem Landratsamt die Bevölkerung im Ernstfall mit Lautsprecherdurchsagen informiert. Ob dies auch im Rahmen des Probealarms gemacht wird, liege im Ermessen der einzelnen Verwaltungen.

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