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Programme mit Ambiente

Sandra Bildmann und Till Breitkreutz wollen mit der Klanglese Kirbachtal eine Reihe etablieren

Trotzen Corona mit einem neuen Format: Sandra Bildmann und Till Breitkreutz. Foto: Hans Georg Fischer/p
Trotzen Corona mit einem neuen Format: Sandra Bildmann und Till Breitkreutz. Foto: Hans Georg Fischer/p

Sachsenheim. Zuversicht ist, wenn man’s trotzdem macht: Während viele der etablierten Akteure im Kulturbereich noch damit beschäftigt sind, ihre pandemiebedingten Wunden zu lecken, bringen zwei junge Musiker mit der Klanglese Kirbachtal eine neue Konzertreihe an den Start. Durch seine Konzertreisen als Solist und Orchestermusiker ist Till Breitkreutz bereits viel in der Welt der klassischen Musik herumgekommen – insbesondere Musikfestivals wie Glyndebourne, Aix-en-Provence, Montepulciano oder auch die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die in ländlicher Umgebung international renommierte Künstler mit hochkarätigen Programmen präsentieren, haben es ihm dabei angetan. „Weil ich im Kirbachtal aufgewachsen bin, hat sich die Idee, so etwas vor der eigenen Haustür zu entwickeln, mir förmlich aufgedrängt“, sagt der in Hohenhaslach geborene Bratschist. In der Sopranistin Sandra Bildmann hat Breitkreutz eine ideale Verbündete für sein Vorhaben gefunden: Aufgewachsen in Sachsenheim, ist die ausgebildete Musikjournalistin, die sich derzeit auf den Abschluss ihres Gesangsstudiums an der Stuttgarter Musikhochschule vorbereitet, ebenfalls ein Kind des Kirbachtals und als Konzertsängerin und Akademistin beim SWR Vokalensemble, hervorragend vernetzt.

Nächster Schritt war die Gründung eines Trägervereins. Auch die Suche nach geeigneten Spielstätten stellte das dynamische Duo vor keine unüberwindlichen Hürden: „Alle, die wir vor Ort angesprochen haben, waren sofort begeistert“, so Breitkreutz. In der Kelter in Hohenhaslach, der dortigen St.Georgskirche und der Kirche St.Remigius in Häfnerhaslach fanden Breitkreutz und Bildmann akustisch ansprechende Räumlichkeiten, deren historisches Ambiente einen perfekten Rahmen für ihre eigens konzipierten Programme bietet. „Dadurch, dass wir die Dramaturgie und Besetzung unsere Konzerte komplett in der eigenen Hand haben und sie nicht in einer etablierten Örtlichkeit stattfinden, haben wir die Möglichkeit, diese Termine zu einem einmaligen Ereignis zu machen“, hebt Bildmann hervor. Vierte Spielstätte ist das Foyer des Sachsenheimer Lichtenstern-Gymnasiums, das beide besucht haben.

Ihren Namen verdankt die Konzertreihe der einzigartigen Kulturlandschaft der Region Stromberg-Heuchelberg: Bereits im 13.Jahrhundert genossen Weine aus dem Kirbachtal einen hervorragenden Ruf. Naheliegenderweise werden bei den Konzerten der Klanglese auch Tropfen lokaler Winzer ausgeschenkt. Doch im Mittelpunkt steht die Kunst: „Kammermusik, gespielt von gewachsenen Besetzungen“, definiert Breitkreutz den Markenkern ihrer Konzertreihe. Die Programme entstehen im Dialog mit den jeweils beteiligten Musikerinnen und Musikern, wobei eine Mischung aus bekanntem Repertoire und selten zu hörenden Werken angestrebt werde.

Exemplarisch fächern die vier Termine der ersten Saison das Spektrum der Reihe auf: Vom Streichquintett bis zum Liederabend reicht die Bandbreite der Klanglese. Handverlesen wie die Programme ist auch die Auswahl der Interpreten: So wird beim Auftakt am 24.Juli mit Stefan Fehlandt auch ein Mitglied des Vogler Quartetts zu erleben sein, wenn unter dem Titel „Mit Tiefgang“ Musik von Hummel, Bruch, Biber und Mendelssohn Bartholdy erklingt. Dank der Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoren sei die Premierensaison gesichert, selbst wenn nur wenige Besucher zugelassen wären: „Sofern es erlaubt ist, spielen wir auf jeden Fall“, sagt Bildmann.

Internet: www.klanglesekirbachtal.de

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