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Radverkehr wird viel Potenzial zuerkannt

Sachstandsbericht zum Verkehr in der Stadt – Verbesserungsbedarf besteht bei Bussen sowie im Verhältnis Fußgänger und Radfahrer

Der Anteil des Rads am Gesamtverkehr liegt derzeit bei drei Prozent. .Archivfoto: dpa/Uli Deick
Der Anteil des Rads am Gesamtverkehr liegt derzeit bei drei Prozent. . Foto: dpa/Uli Deick

Kornwestheim. „Wir wollen ein leistungsfähiges und möglichst umweltfreundliches Netz für alle Verkehrsteilnehmer“, sagte der Erste Bürgermeister Daniel Güthler zum Sachstandsbericht des Kornwestheimer Mobilitätskonzepts 2030 (Moko). Und: „Wir sind auf gutem Weg, der aber nie endet.“

Das Busnetz werde bis auf wenige Ausnahmen als gut bewertet, heißt es in der Beschlussvorlage für die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Technik. Weite Bereiche des Stadtgebiets liegen innerhalb der 150-m-Radien, fast das ganze Stadtgebiet innerhalb eines 300-m-Radius zu einer Haltestelle. Defizite gebe es bei der Anbindung der Gewerbeflächen, der Verbesserung der Taktung sowie bei der Einhaltung des Fahrplans. Preislich gebe es seit Einführung des Stadttickets ein attraktives Angebot. Ergänzungsbedarf bestehe im Falle der Entwicklung des Wohngebiets Nördlich Zügelstraße. Aktuell liege der Schwerpunkt auf dem Ausbau barrierefreier Haltestellen und der dynamischen Fahrgastinformation.

Mit den beiden S-Bahn-Linien sei die Stadt optimal an das Schienennetz angebunden. Dazu komme die „Schusterbahn“, deren Verlängerung allerdings wegen fehlender Schienenkapazitäten derzeit nicht empfohlen wird. Wünschenswert wäre eine zusätzliche Haltestelle im Bereich des arbeitsplatzintensiven Standorts W&W.

Seit Herbst 2015 gebe es in Kornwestheim Carsharing-Angebote. Im Bereich der E-Mobilität sei das Angebot an Ladesäulen in den letzten Jahren deutlich ausgebaut worden. Allein die SWLB betreibe sieben Standorte in Kornwestheim. Es zeichne sich allerdings ab, dass zur Befriedigung der Nachfrage von der SWLB Infrastruktureinrichtungen nachgerüstet oder neu aufgebaut werden müssen. „Wir dürfen uns hier nicht abhängen lassen“, betonte Güthler.

Am Bahnhof und am Standort Pattonville stünden je fünf Leihpedelecs zur Verfügung. Der Bahnhof sei in den letzten Jahren sukzessive zu einer zentralen Mobilitätsstation auch mit überdachten Parkplätzen für Räder und Autos ausgebaut worden.

Der Fußverkehr sei auf gutem Weg, weiter barriere- und konfliktfrei ausgebaut zu werden. Nahezu alle relevanten Querungen in der Innenstadt hätten Nullabsenkungen für Kinderwagen und Rollatoren. Durch das Projekt „Kornwestheim 300“ sei der Bestand an Sitz- und Ruhemöglichkeiten in kurzen Abständen geschaffen worden. Wesentliche Kritik von Fußgängern ziele auf den Zustand von Belagsoberflächen sowie Konflikte mit dem Radverkehr ab. Die Stärkung alternativer Mobilitätsangebote sei Ziel des MoKo 2030. Besonders viel Potenzial wird hierbei dem Radverkehr zuerkannt, dessen Anteil bei der Datenerhebung im Jahr 2014 mit drei Prozent am Gesamtverkehr als gering beurteilt wurde. Das „Szenario Mobilität“ geht für das Prognosejahr 2030 von einer Steigerung auf acht Prozent aus.

Der motorisierte Individualverkehr bildet mit 54 Prozent den größten Anteil des Gesamtverkehrsaufkommens in Kornwestheim. Im MoKo wird der Straßenverkehr insgesamt als unkritisch beurteilt, trotz einiger problematischer Stellen. Nahezu flächendeckend sei auf den Hauptstraßenzügen die Geschwindigkeit auf 40 km/h reduziert worden. Im Bereich des ruhenden Verkehrs sei mit der Fortschreibung des Parkraummanagements aus Sicht der Verwaltung eine deutliche Verbesserung erzielt worden. Ziel sei, die Belastungen durch den Kfz-Verkehr auf lange Sicht und trotz der zu erwartenden weiteren Verkehrszunahme nicht weiter zu erhöhen. Alternativen sollen zum Umsteigen locken. Angepeilt wird, den Pkw-Binnenverkehr von 200000 Wagen am Tag auf 85000 zu senken. Der Anteil des Schwerverkehrs sei im zentralen Stadtgebiet von Kornwestheim gering. Die Missachtung bestehender Fahrverbote, in Wohngebieten abgestellte Lkw sowie enge Passagen wie im alten Ortskern führten dennoch immer wieder zu Konflikten und Beeinträchtigungen. Bald würden bis auf den Lieferverkehr alle Lkw über 3,5 Tonnen ausgesperrt.

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