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Regina und Rosa sind jetzt abgefüllt

Vor gut einem Jahr ist die Gemeinde Kirchheim aktiv in den Weinbau eingestiegen. Ende dieser Woche wurden die ersten Steillagenweine abgefüllt. Ein wichtiger Schritt für den Erhalt der Kulturlandschaft.

Aufgereiht: die Kirchheimer Weißweincuvée „Regina“ im Bönnigheimer Strombergkeller. Fotos: Holm Wolschendorf
Aufgereiht: die Kirchheimer Weißweincuvée „Regina“ im Bönnigheimer Strombergkeller. Foto: Holm Wolschendorf
Das kleine Monster prägt das Etikett von Rosa.
Das kleine Monster prägt das Etikett von Rosa.

Kirchheim/Bönnigheim. Dicht an dicht stehen die Weinflaschen auf dem Laufband, eine nach der anderen wird mit der Weißweincuvée Regina abgefüllt. Ganz am Ende der Anlage werden die nun etikettierten Flaschen in Kartons gepackt. Wobei – eine Flasche hat sich Thomas Nollenberger schon mal gesichert. Er ist Betriebsleiter von „Weinkultur Kirchheim“ und verfolgt mit weiteren Mitstreitern, wie der erste Wein des kommunalen Projekts im Strombergkeller Bönnigheim abgefüllt wird. Das sei einfach schön, sagt Nollenberger, als er sich in der Halle umschaut und sieht, wie Karton um Karton mit dem Wein gefüllt wird.

Insgesamt 3500 Flaschen werden es an diesem Tag sein: Außer Regina wird noch der Rosé Rosa abgefüllt. Auch dieser Wein bekommt ein ganz spezielles Etikett verpasst, das obligatorische Monster darf darauf natürlich nicht fehlen. Üblicherweise werden hier 30000 bis 35000 Flaschen abgefüllt, erklärt Kellermeister Michael Schiefer. Bei solchen kleineren Mengen sei der Aufwand, das Feinjustieren, natürlich verhältnismäßig größer. Dennoch: Die Weingärtner Stromberg-Zabergäu, zu denen der Strombergkeller mit den Weingärtnern Brackenheim vor Jahren fusioniert ist, waren bei der Aktion schnell mit im Boot. „Dass eine Kommune so etwas in die Hand nimmt, halte ich für sehr lobenswert“, sagt Schiefer. Denn es geht hier ja nicht nur darum, eigenen Wein zu produzieren, sondern vor allem um den Erhalt der Steillagen. „In der Neckarregion herrschen schwierige Zeiten für den Weinbau, im Speziellen für die terrassierten Lagen“, sagt Schiefer.

Wie berichtet, hatte der Kirchheimer Gemeinderat Anfang 2020 beschlossen, die Bewirtschaftung brachliegender Steillagen auf einem Abschnitt entlang des Neckars zu übernehmen. Der Einsatz des kommunalen Projekts „Weinkultur Kirchheim“ ist zunächst auf drei Jahre befristet, doch die Pflanzpläne für die rund 2,5 Hektar zeigen, dass das Projekt langfristig angelegt ist. Etwas Nachhaltiges schaffen, das war für den Gemeinderat wichtig gewesen. Und auch Thomas Nollenberger hofft auf Beständiges. „Die Kulturlandschaft ist unser Thema“, sagt er. Das Bewusstsein dafür müsse geschaffen werden – und dabei kann ein Kirchheimer Steillagenwein durchaus förderlich sein. Die Resonanz zumindest ist sehr groß: Obwohl der Wein erst am 1. März in den Verkauf kommt, sind bereits mehr als tausend Gutscheine verkauft worden. Aber auch die Begeisterung innerhalb des Teams von „Weinkultur Kirchheim“ und bei all den anderen ehrenamtlichen Helfern sei enorm, „da fiebert jeder richtig mit“. Und das dürfte im Sommer wieder der Fall sein, denn dann wird Rotwein Roberto abgefüllt, der jetzt noch in Holzfässern reift.

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