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Schule im Mittelpunkt des Jubiläums

Die Einweihung der neuen OPS im Sommer wird der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum Freiberger Stadtjubiläum sein. Fotos: Ramona Theiss
Die Einweihung der neuen OPS im Sommer wird der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum Freiberger Stadtjubiläum sein. Fotos: Ramona Theiss
Symbol für die Nachhaltigkeit: der Bücher-Tausch-Schrank mit Sitzbank am Bahnhof.
Symbol für die Nachhaltigkeit: der Bücher-Tausch-Schrank mit Sitzbank am Bahnhof.
Vor 50 Jahren schlossen sich die Gemeinden Beihingen, Geisingen und Heutingsheim zur Gemeinde Freiberg zusammen. Zehn Jahre später erfolgte die Ernennung zur Stadt. Zum Jubiläum richtet die Stadt den Blick nach vorn. Im Mittelpunkt soll daher die Inbetriebnahme der neuen Oscar-Paret-Schule stehen.

Freiberg. Wenn der Freiberger Bürgermeister Dirk Schaible an seine Amtseinsetzung im Jahr 2008 zurückdenkt, erinnert er sich ganz besonders an den einen Satz, den ihm Altbürgermeister Herbert Schlagenhauf mit auf den Weg gab: „Es ist nun deine Aufgabe Dirk, Freiberg vollends zur Stadt zu machen.“ Worte, die Schaible beinahe zur Verpflichtung geworden sind. Denn sie stammen von einem Mann, der nach 28 Jahren Amtszeit bis heute in der Stadt als „Architekt Freibergs“ gilt und der wie kein Zweiter für das Zusammenwachsen der Reformkommune steht. „Der Satz hat etwas in mir bewegt“, sagt Schaible und formuliert ein Ziel, das er aus Schlagenhaufs Worten ableitet: „Wir müssen da hinkommen, was eine Stadt mit 16000 Einwohnern ausmacht.“

Schaible steht für eine moderne Stadt und nicht für „Heierlesgeierlesbeierlesbach“, wie ein nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag aus der Bevölkerung lautete, als vor fünf Jahrzehnten ein Ortsname für die Reformkommune gesucht wurde. So blickt die Stadt aktuell in die Zukunft und rückt in ihrem Motto zum Jubiläumsjahr die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt: „Freiberg 2022 – heute gut, morgen nachhaltig besser!“ Es soll für den Umwelt-, Klima- und Artenschutz ebenso gelten wie für die soziale Gerechtigkeit, das nachhaltige Wirtschaften und die Stärkung des lokalen Handels. Nachhaltigkeit heißt für die Stadt allerdings auch, die Feierlichkeiten auf ein Höchstmaß zu beschränken – coronabedingt, aber auch mit Blick auf die Haushaltslage. „Wir wollen so feiern, wie es die Finanzen und die Pandemie zulassen“, sagt der Rathauschef.

Und kaum hat das Jahr begonnen, sorgte Corona bereits dafür, dass einige Veranstaltungen verschoben werden mussten. Betroffen sind das Auftaktkonzert der Jugendmusikschule, die Veranstaltung „Hallo Freiberg“ sowie der Bürgertag, der vom 13. März auf den 13. Mai verlegt wurde. „So hangeln wir uns von Monat zu Monat in der Hoffnung, irgendwann Veranstaltungen normal durchführen zu können“, sagt Schaible.

9000 Euro wurden für die Feierlichkeiten im Haushalt eingeplant. Laut dem Bürgermeister „ein überschaubarer Betrag“. Deshalb seien vorwiegend Aktionen vorgesehen, die weniger aufwendig sind und zum Motto der Nachhaltigkeit passen. Dazu zählt beispielsweise eine Baumpflanzung, die Müllsammlung „Sauberes Freiberg“ oder eine Terminverlosung, bei der Bürger der Stadt eine kostenlose Thermographie ihres Hauses erstellen lassen können, um festzustellen, wo Heizwärme verloren geht. Zum Jahresbeginn wurde zudem am Bahnhof zwischen Toilettenanlage und Kiosk ein Bücher-Tausch-Schrank samt Sitzbank in Betrieb genommen. Hier können jederzeit Bücher eingestellt und entliehen werden. Die Patenschaft dafür hat die katholische Kirchengemeinde St. Maria Königin des Friedens übernommen.

Veranstaltungshöhepunkte werden die Einweihung der Oscar-Paret-Schule (OPS) und das Bürgerfest sein. Beides hätte bereits vergangenes Jahr stattfinden sollen, wobei das Bürgerfest Corona zum Opfer fiel und sich der Fertigstellungstermin der OPS verzögerte. Für Bürgermeister Schaible lässt sich auf diese Weise ideal der Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft spannen. „Die OPS war nach dem Rathaus das zweite Gebäude im damals neuen Zentrum und ist jetzt wieder Motor für die Entwicklung der Stadt“, sagt er. Schließlich soll mit der neuen Schule und dem Bau der neuen Sporthalle noch nicht Schluss sein. Die mit dem Abriss des alten Schulgebäudes frei werdende Fläche soll einer Neugestaltung der Stadtmitte dienen.

„Die Einweihung der neuen Schule ist für uns der Moment, auf den wir uns alle freuen und der uns die Energie gibt, uns darauf vorzubereiten“, sagt OPS-Schulleiter René Coels. Der Umzug ins neue Schulgebäude wird bereits zwischen den Oster- und den Pfingstferien mit der Verwaltung beginnen. Die Feierlichkeiten starten am 24. Juni mit einer Einweihungswoche, die bis 1. Juli dauert. Am ersten Tag wird es im Prisma einen Festakt geben, zu dem neben Vertretern von Kultusministerium, Regierungspräsidium und Stadtverwaltung auch der Gemeinderat, Lehrer, Schüler der Kursstufe und deren Eltern eingeladen sind. Nach dem offiziellen Teil mit Reden, einem kulturellen Programm und einem Film über die neue Schule wechseln die geladenen Gäste ins neue Gebäude zu einer rund zwei Stunden dauernden Besichtigung. Am Dienstag sind die neunten und zehnten Klassen dran, am Mittwoch die Siebener und Achter, am Donnerstag die Fünfer und Sechser sowie am Freitag die künftigen Fünfer.

Zum Freiberger Bürgerfest, das vom 15. bis 17. Juli stattfinden soll, ist in der alten OPS ein Abschiedstreffen geplant, bei dem die ehemaligen Schüler der Abschlussklassen sowie das ehemalige Personal die Gelegenheit erhalten sollen, sich ein letztes Mal von dem Gebäude zu verabschieden, bevor es abgerissen wird. Die ersten Anmeldungen dafür liegen Schulleiter Coels bereits vor. An diesem 16. Juli wird es neben Führungen durch das alte Schulgebäude auch einen Verkauf sowie eine Versteigerung von Möbeln geben. Dabei wird alles Mögliche, von der Tür zum Rektorzimmer über Schreibtische und Werkbänke bis zu Elementen der Abi-Denkmäler, zu ergattern sein. Der Erlös soll dem Freundeskreis der OPS zugute kommen.

Übrigens: Auch die Bevölkerung wird in den Genuss kommen, die neue Schule besichtigen zu dürfen. Am 8. Oktober ist ein Tag der offenen Tür geplant.