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Schulen schmieden Dreierbündnis für Übergang zum Beruf

Die Erich-Bracher-Schule kooperiert künftig mit der Realschule Remseck und der Theodor-Heuss-Realschule in Kornwestheim – Hospitationen für die Schüler im Angebot

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Die Schuleiter Boris Rupnow, Oliver Schmider und Ulla Stütz (vorn, von links) bei der Vertragsunterzeichnung. Hinten applaudieren Ursula Keck, Bettina Beck, Denise Schwarzwälder-Kienzle und Karl-Heinz Balzer. Foto: Ramona Theiss

Pattonville. Ein Dreierbündnis ist gestern Nachmittag an der Erich-Bracher-Schule besiegelt worden: So kooperieren nun die Berufsbildende Schule mit dem Schwerpunkt Wirtschaft, die Realschule Remseck und die Theodor-Heuss-Realschule Kornwestheim. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Schulleiter bei einer Feierstunde unterzeichnet.

 

Das Thema Kooperation mit anderen Schulen hat an der Erich-Bracher-Schule an Tempo zugelegt, seit Oliver Schmider im Januar die Leitung übernommen hat. So sind in den vergangenen Wochen bereits Partnerschaften mit der Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule in Kornwestheim, mit der Wilhelm-Keil-Gemeinschaftsschule in Remseck und mit der Oscar-Paret-Schule in Freiberg geschlossen worden.

 

„Wir stehen vor den gleichen Herausforderungen: Wir wollen die Schüler bestmöglich auf die Berufswelt vorbereiten“, sagte Ulla Stütz, Leiterin der Realschule Remseck. Man habe schon festgestellt, dass es passt, ergänzte ihr Kollege Boris Rupnow, Leiter der Theodor-Heuss-Realschule Kornwestheim. Ganz konkret beinhaltet die Kooperation eine enge fachliche Zusammenarbeit, um Realschülern den Übergang in weiterführende Bildungswege zu erleichtern. Die Grundlage dafür bietet eine umfassende Information und gegenseitige Unterstützung bei Elterninformationsveranstaltungen und Berufsinformationstagen. Ein wichtiges Element ist die Hospitation: Die Erich-Bracher-Schule bietet interessierten Schülern die Möglichkeit, den Unterricht zu besuchen, um so Einblick in das schulische Angebot zu erhalten. Auch der Austausch der Lehrkräfte, durch gegenseitige Besuche, ist Bestandteil der Vereinbarung.

 

Dass die Bracher-Schule zumindest im musikalischen Bereich von den Partnerschulen lernen kann, zeigten der Auftritt der Big Band der Theodor-Heuss-Realschule und der Schulband der Realschule Remseck.

 

„Das ist ein großer Moment für alle drei Schulen“, sagte Oliver Schmider. „Auch ohne Gymnasium ist alles möglich“, wies er auf die Möglichkeit hin, nach der Realschule auf ein Berufskolleg oder Berufliches Gymnasium zu wechseln und dort die Fachhochschulreife oder das Abitur zu erlangen. Unter dem Dach der Schule mit 1800 Schülern befinden sich neben der Kaufmännischen Berufsschule auch Berufskollegs mit unterschiedlichen Schwerpunkten und ein Wirtschaftsgymnasium. Außerdem werden ein Berufseinstiegsjahr und das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf angeboten.

 

„Das Ziel besteht darin, optimale Bildungsangebote für Schüler zu schaffen“, hob Kornwestheims Oberbürgermeisterin Ursula Keck hervor. Die Realschule mit ihrem Praxisbezug sei ein wichtiges Element in der Bildungslandschaft, damit Jugendliche in verschiedenen beruflichen Bereichen Fuß fassen könnten.

 

„Bildung kennt keine Grenzen“, wies Remsecks Erster Bürgermeister Karl-Heinz Balzer auf die besondere Situation in Pattonville hin. Als im Januar 1997 die Realschule an ihrem jetzigen Standort eröffnet wurde, sei noch ungewiss gewesen, wie sich Pattonville entwickelt.

 

Heute verzeichnet dieser Stadtteil einen starken Zustrom an Schülern – vor allem in der Grundschule. „Schüler können auf dem für sie richtigen Weg ihr Ziel erreichen“, hob er die Durchlässigkeit des baden-württembergischen Bildungssystems hervor.

 

Denise Schwarzwälder-Kienzle vom Staatlichen Schulamt lobte die Vereinbarung als Beitrag dazu, „ein Kooperationsnetz zwischen allgemein- und berufsbildenden Schulen zu knüpfen“. Den Jugendlichen böten sich dadurch neue Lern- und Erfahrungswelten. Auf das breite Spektrum an Bildungsangeboten wies Kreiskämmerin Bettina Beck als Vertreterin des Schulträgers der Berufsschule hin.