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Handball-Bundesliga

SG zieht in der zweiten Hälfte davon

Schwerer als es das Ergebnis von 37:27 ausdrückt, taten sich die Bietigheimer Handballerinnen gegen den TV Nellingen. Mit 34:0 Punkten ist die SG weiterhin Tabellenführer der Bundesliga vor dem Thüringer HC (30:2).

Nicht zu stoppen: Bietigheims Luisa Schulze (rechts) setzt sich durch. Foto: Baumann
Nicht zu stoppen: Bietigheims Luisa Schulze (rechts) setzt sich durch. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Der Start der Handball-Partie war verheißungsvoll. Bereits nach 27 Sekunden erzielte Karola Kudlacz-Gloc das 500. Saisontor der SG BBM Bietigheim, kurz danach ließ Angela Malestein das 2:0 gegen den TV Nellingen folgen. Damit war die BBM-Herrlichkeit aber zunächst vorbei. Das Viadukt-Team leistete sich viele Fehlwürfe und Ballverluste. Nellingen nahm die Geschenke gern an und hielt das Bundesliga-Spiel offen.

Das lag auch an der zu passiven SG-Abwehr. Vor allem die dynamische Lena Degenhardt, die nach Metzingen wechseln wird, nutzte die Nachlässigkeiten der Bietigheimer Defensive aus und war mit fünf Treffern maßgeblich daran beteiligt, dass die Hornets zur Pause nur 17:15 zurücklagen.

19-Jährige Nellingerin setzt Akzente

Degenhardt setzte auch nach dem Wechsel die ersten Akzente. In der 35. Minute tanzte die 19-jährige Rückraumspielerin Laura van der Heijden aus und erzielte beim 18:18 den erstmaligen Ausgleich. Auch beim 19:19 und 20:20 stand die Partie unentschieden. Die Fans murrten, waren bis dahin mit der Leistung der SG nicht zufrieden, wurden aber durch eine tolle Schlussphase entschädigt.

Die letzten 20 Minuten gewann Bietigheim 17:7. Karola Kudlacz-Gloc leitete die heiße Torjagd ein – mit links! Die Rechtshänderin wurde am Kreis angespielt, wurde bedrängt und musste mit der falschen Hand werfen. Kim Braun, die wegen des Fehlens von Fie Woller auf Linksaußen durchspielen durfte, zeigte mit tollen Treffern, weshalb sie zur Nationalmannschaft eingeladen wurde. Auf dem rechten Flügel steuerte Angela Malestein sehenswerte Tore bei. Aus dem 20:20 wurde innerhalb von zwölf Minuten eine 29:23-Führung.

Nellingen konnte dem in Fahrt gekommenen BBM-Express nicht mehr Paroli bieten. Die SG baute ihren Vorsprung weiter aus. In der Schlussphase setzte Anna Loerper die Akzente.

Mit drei Treffern in Folge sorgte „Lumpi“ beim 36:25 für die größte Führung, wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff kassierte sie wegen überharten Einsteigens die Rote Karte.

Kim Naidzinavicius stand bei ihrem Heimspiel-Comeback nur kurz auf dem Parkett. „Wir haben mit ihr einen Plan und der ist auf das Spiel in Thüringen ausgerichtet“, erläuterte BBM-Trainer Martin Albertsen, „bis dahin geht es Step-by-Step.“

Für die vielen Fehler der ersten Halbzeit hatte der Däne eine Erklärung. „Unsere Gegner haben nichts zu verlieren. Von meiner Mannschaft werden aber immer hohe Siege erwartet. Das sorgt dann für Stress.“ Den konnte die SG in den letzten 20 Minuten erfolgreich abbauen und Albertsen freute sich über den letzten Endes doch deutlichen Sieg: „Für die Frans war das ein tolles Spiel mit vielen Toren. Was willst du mehr? Jetzt kann man ein Bier trinken!“

SG: Eckerle, Salamakha; Visser (4/3), Rozemalen (1), Lauenroth (2), Hoekstra (2), Loerper (3), van der Heijden (4), Schulze (3), Kudlacz-Gloc (6/1), Naidzinavicius (1), Malestein (5), Ivancok, Braun (6). (joh)