Logo

Sirenen sollen in Ludwigsburg vor Gefahr warnen

Ob Hochwasser, gefährliche Chemieunfälle oder Waffengewalt: Um möglichst schnell einen möglichst großen Teil der Bevölkerung zu warnen, werden oft Sirenen eingesetzt. Doch als Ende Oktober die Sirenen im Landkreis getestet wurden, blieb es in Ludwigsburg still. Das soll aber nicht so bleiben: Der Fachbereich Feuerwehr und Bevölkerungsschutz möchte jetzt Sirenen über das gesamte Stadtgebiet verteilt einrichten. Den Großteil der Kosten trägt das Land.

350_0900_38027_260448043.jpg
350_0900_38027_260448043.jpg

Ludwigsburg. Auch wenn sie altmodisch erscheinen: Sirenen, verteilt in der Stadt, sind eine zuverlässige Möglichkeit, in einem Katastrophenfall die Bevölkerung zu warnen. Wenn sie denn funktionieren – oder existieren. Das ist in Ludwigsburg nicht der Fall. Zwar verfügt die Stadt über acht mobile Durchsage-Warngeräte, die auf Fahrzeuge aufgesetzt werden können, aber funktionsfähige Sirenen gibt es in der Barockstadt keine.

Das möchte der Fachbereich Feuerwehr und Bevölkerungsschutz nun ändern. Wie Fachbereichsleiter Volker Henning im Sozialausschuss am Mittwoch berichtete, werde die Feuerwehr ein Warnnetz mit Sirenen in der Stadt errichten, sofern der Gemeinderat dem zustimmte. Im Ausschuss gab es dafür einstimmig grünes Licht.

Für Ludwigsburg seien rund 29 elektronische Sirenen notwendig. In einem ersten Schritt werden zunächst 15 Sirenen angeschafft. Das hängt mit einer Förderung zusammen. Der Bund stellt den Bundesländern Mittel zur Verfügung, um die Sireneninfrastruktur zu verbessern. Jedoch müssen Installation und Abrechnung bis Ende 2022 abgeschlossen sein.

In Ludwigsburg ist man vor allem irritiert, weil das Programm pro Kommune 15Sirenen fördert – egal, wie groß diese ist. Zunächst sei man bei der Stadt von einer Förderung ausgegangen, mit der man alle Sirenen hätte aufbauen können. Die Höhe der Förderung ist festgeschrieben auf 10850Euro pro Sirene in Dachmontage und 17350Euro pro Sirene, die an einem freistehenden Mast angebracht ist. Der maximale Förderbetrag, mit dem Ludwigsburg rechnen kann, liegt bei rund 210000Euro. Insgesamt kostet die Errichtung der ersten 15 Sirenen 250000Euro. Die 40000 Euro, die nicht von der Förderung abgedeckt sind, sind zusätzliche Kosten für den Aufbau.

Bei der Stadtverwaltung hofft man unterdessen, dass nicht alle Kommunen die Förderung abrufen. Dann könnte sich die Fördersumme noch erhöhen und doch der Aufbau von mehr Sirenen möglich sein. Laut einem ersten Infoangebot würde die Errichtung eines Warnsystems mit 29Sirenen 400000Euro kosten. Dazu würden dann noch Kosten für die Montage anfallen.

Solange es jedoch noch keine Förderung für das komplette Warnsystem gibt, plant die Feuerwehr zunächst mit den 15Sirenen. Wo diese genau stehen werden, steht noch nicht fest. Die Feuerwehr wird dafür einen Standortplan erstellen. Ziel bei diesem sei es, so die Stadtverwaltung, zuerst schwerpunktmäßig die Stadtteile mit Sirenen auszustatten und dann erst die Innenstadt.

In welchem Jahr die Sirenen zum Warntag auch in Ludwigsburg ertönen, könne man jetzt noch nicht sagen, so Volker Henning. Es gebe nur wenige Firmen, die solche Sirenen produzieren. Bei diesen könnte es zu Lieferengpässen kommen. Denn gerade jetzt, durch die Flutkatastrophe im Ahrtal und das Förderprogramm, wird in vielen Kommunen über die Anschaffung von Sirenen diskutiert. In Ditzingen und Erdmannhausen hatten kürzlich Gemeinderäte darauf aufmerksam gemacht, dass es die Förderung gibt. In anderen Kreiskommunen wurde die Förderung beantragt, jedoch nicht für 15Sirenen wie in Ludwigsburg. In Freiberg zum Beispiel wurden sieben Standorte ausgemacht, in Affalterbach drei. Benningen und Großbottwar wollen die Förderung für jeweils eine Sirene.

Baden-Württemberg hat für das Förderprogramm vom Bund mehr als elf Millionen Euro zur Verfügung. Dieser Betrag kommt aus dem Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket 2020 bis 2022. Gefördert werden elektronische Sirenen. Diese ermöglichen anders als die pilzförmigen Motorsirenen, die vielerorts noch im Einsatz sind, unterschiedliche Alarmsignale und teils auch Sprachdurchsagen.

Autor: