Unter dem Begriff Ambient Assisted Living (deutsch: „Umgebungsunterstütztes Leben“ oder „alltagsunterstützende Assistenzsysteme“) werden Dienstleistungen und technische Lösungen zusammengefasst, die Menschen mit körperlichen Einschränkungen dabei unterstützen, ihren Alltag selbstständiger und sicherer zu bewältigen.
Über zwei Millionen Bürger in Baden-Württemberg sind über 65 Jahre alt. Es ist zu erwarten das aufgrund der hohen Nachfrage Pflegeleistungen und betreutes Wohnen immer teurer wird. Gerade für ältere Menschen können Smart Home Technologien das Wohnen in den eigenen vier Wänden länger ermöglichen und im Notfall sogar lebensrettende Hilfe leisten. Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom nutzen bereits 30 Prozent der Menschen zwischen 65 und 74 mindestens eine Anwendung.
ALL-Konzepte sollen können Familienangehörige entlasten und Pflegedienste ergänzen.
Alltagserleichterung durch intelligente Technik
Scheinbar kleine technologische Hilfen geben Senioren ein großes Stück Selbstständigkeit zurück. So lassen sich beispielsweise Rollläden, Licht, Heizung oder elektrische Geräte komfortabel steuern. Ohne Aufstehen zu müssen können sie etwa per Sprachassistent, per Zeitschaltung und das auch ganz ohne Smartphone bedient werden. Die Wohnung kann automatisch in einen sicheren Nachtmodus wechseln. Eine automatische Lichtsteuerung sorgt dafür, dass Flure oder Badezimmer bei Bewegung sofort beleuchtet werden, was die Sturzgefahr erheblich senkt. Ebenso wichtig sind Herdabschaltfunktionen, die verhindern, dass ein vergessenes Kochfeld zu einer Gefahr wird. Gerade für ältere Menschen mit beginnenden Gedächtnisproblemen kann dies ein entscheidender Sicherheitsfaktor sein.
Smarte Haushaltshilfen tragen dazu bei, den Alltag spürbar zu erleichtern. Schon einfache Geräte wie Saug- und Wischroboter können Senioren von körperlich anstrengenden Tätigkeiten entlasten. Auch mobile Roboterassistenten gewinnen an Bedeutung. Sie können einfache Hol- und Bringdienste übernehmen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität bedeutet dies eine enorme Entlastung und mehr Unabhängigkeit im Alltag.
Eine immer größere Rolle spiele Smartwatches und Smart-Armbänder. Sie können Körperfunktionen wie Puls, Bewegung oder Schlaf überwachen und bei Auffälligkeiten Alarm schlagen. In Verbindung mit einem Notfallknopf, der direkt einen Pflegedienst oder Angehörige benachrichtigt, entsteht ein engmaschiges Sicherheitsnetz. Besonders hilfreich ist zudem die Sturzerkennung durch Sensorik. Erkennt das System einen Sturz und erfolgt keine Bewegung mehr, wird automatisch Hilfe gerufen.
Medizinische Unterstützung
Smart Home Systeme bieten auch Möglichkeiten der medizinischen und therapeutischen Unterstützung. Spezielle Computerprogramme ermöglichen es etwa Schlaganfallpatienten, ihre motorischen und geistigen Fähigkeiten von zu Hause aus zu trainieren. Akustische und optische Orientierungshilfen erinnern beispielsweise an Medikamenteneinnahme oder ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
weiterführende Informationen
Smart Homes für Senioren sind weit mehr als nur technische Spielerei. Sie verbinden Komfort, Sicherheit und medizinische Unterstützung und ermöglichen ein selbstbestimmtes Leben.
Das FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe bietet Informationen und Tipps auf dem unabhängigen Portal www.wegweiseralterundtechnik.de. Hier werden unter anderem Smart-Home-Produkte für altersgerechtes Wohnen vorgestellt.
Wer sein Zuhause in ein Smart Home umwandeln möchten, hat ebenfalls die Möglichkeit, staatliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet beispielsweise Förderprogramme für intelligente Baumaßnahmen wie zum Beispiel für baugebundene Not-, Ruf- und Unterstützungssysteme. (red)
