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Stadt unterstützt Caritas

Projekt „Türöffner“ hilft Wohnungssuchenden – Kommune gibt Geld für erfolgreiche Vermittlung

Bürgermeister Dirk Schaible (links) und Caritas-Regionalleiter Hendrik Rook unterzeichnen im Sitzungssaal des Freiberger Rathauses eine Vereinbarung. Foto: Werner Kuhnle
Bürgermeister Dirk Schaible (links) und Caritas-Regionalleiter Hendrik Rook unterzeichnen im Sitzungssaal des Freiberger Rathauses eine Vereinbarung. Foto: Werner Kuhnle

FREIBERG. Seit Jahren ist auch in der Region Stuttgart Wohnraum knapp – vor allem preisgünstiger. Die Caritas hat im Herbst 2018 zusammen mit den katholischen Dekanaten Ludwigsburg und Rems-Murr ein Projekt gestartet, das Menschen hilft, die es schwer haben, auf dem freien Wohnungsmarkt eine Bleibe zu finden. „ Türöffner“ heißt es und funktioniert grob zusammengefasst so: Die Caritas mietet leerstehende Räume an und vermietet diese dann weiter. Die Verträge sind zunächst einmal auf drei Jahre befristet. „Die Resonanz ist erfreulich“, berichtete Regionalleiter Hendrik Rook gestern Nachmittag, als die Stadt Freiberg ganz offiziell ihre Unterstützung für das Projekt zusagte. Jeweils 2000 Euro will sie für jede Wohnungsvermittlung innerhalb Freibergs bezahlen. Maximal fünf Mietvertragsabschlüsse sollen 2020 bezuschusst werden, höchstens zehn im kommenden Jahr. So steht es nach einem entsprechenden Gemeinderatsbeschluss im Vertrag, den Hendrik Rook und Bürgermeister Dirk Schaible unterzeichneten.

Es seien vor allem kinderreiche Familien, Alleinerziehende und Menschen mit Handicap, die es schwer hätten, eine passende Wohnung zu finden, berichtete Rook. Die Caritas habe es sich – ergänzend zu all den anderen Hilfsangeboten – zur Aufgabe gemacht, dafür zu sorgen, dass leerstehender Wohnraum wieder zur Verfügung gestellt wird. „Wir skandalisieren Leerstand keineswegs“, stellte Hook klar. Die Gründe seien meist nachvollziehbar. Vermieter hätten beispielsweise schlechte Erfahrungen gemacht oder fühlten sich, weil sie schon alt sind, überfordert, nach neuen Mietern zu suchen. Manche scheuten sich, ein Objekt zu vermieten, wenn Angehörige, denen es gehört, in ein Pflegeheim umgezogen sind.

Die Caritas tritt nicht nur als Mieter auf – und stellt damit sicher, dass der monatlich fällige Betrag pünktlich überwiesen wird –, sondern lässt die Menschen, an die sie die Wohnung weitervermietet, von Sozialarbeitern betreuen. „Die einzige Kröte, die der Vermieter schlucken muss, ist, dass wir uns an Mietobergrenzen halten“, so Rook. Und zehn Prozent behalte die Caritas für sich ein, schließlich bezahle sie die Miete auch, solange die Wohnung nicht bewohnt ist. Denn ausgeschrieben werde das Objekt erst dann, wenn sich Caritas und Vermieter einig geworden sind. „Um das nötige Vertrauen herzustellen, bedarf es meist vieler Gespräche“, berichtete Rook.

20 Wohnungen mit insgesamt 1500 Quadratmeter Fläche wurden bis Ende 2019 von der Caritas vermittelt. Rund 300 Bewerbungen waren dafür eingegangen. Rund 70 Menschen wurden letztlich untergebracht. Laut Hendrik Rook waren es überdurchschnittlich viele in Kornwestheim. Dort werde das Projekt über die Kirchengemeinde stark publik gemacht, lautet seine Erklärung. Je bekannter die Aktion in einem Gemeinwesen sei, desto besser laufe sie. Deshalb ist Rook froh über solche Vereinbarungen, wie er sie gestern mit der Stadt Freiberg schließen konnte. Mit im Boot sind auch schon die Stadt und der Landkreis Ludwigsburg; im Rems-Murr-Kreis unterstützt die Stadt Murrhardt die Aktion.

Die Grundfinanzierung für das Projekt erhält die Caritas aus dem Förderfonds „Bezahlbarer Wohnraum“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Sie stellt über einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich 100000 Euro zur Verfügung.

Freibergs Bürgermeister Dirk Schaible sagte, dass die Kommunen angesichts der akuten Wohnungsnot allen dankbar seien, die sich engagierten, und lobte das „hilfreiche Vorgehen der Caritas“. Leerstand zu beenden sei die schnellste und günstigste Möglichkeit, Wohnraum zu schaffen. Allerdings sei das nur ein Baustein.

Internet: www.türöffner-lb.de

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