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Strenger schwingt sich in neue Höhen

Ludwigsburg. Hohe Nachfrage nach Immobilien und günstige Kredite auf der einen Seite, Baukultur mit modernem architektonischen Anspruch und das Stärken der Präsenz in den Regionen Frankfurt und München auf der anderen: Um 31 Prozent hat der Umsatz der Ludwigsburger Strenger-Gruppe im vergangenen Jahr zugelegt. Das Immobilienunternehmen erwirtschaftete 146,9 Millionen Euro und sei deutlich stärker gewachsen als die Branche, wie Firmenchef Karl Strenger gestern bei der Bilanzvorlage ausführte.

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Auf Wachstumskurs: Julien Ahrens (Leiter Finanzen und Personal), Lis Hannemann-Strenger (Vertriebsleiterin Bauen und Wohnen), sowie Geschäftsführer Karl Strenger (von links). Foto: Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Treiber waren erneut die besonders in den Ballungsräumen Stuttgart, München und Frankfurt gefragten Objekte der Marke Baustolz. Sie verwirklicht Reihenhäuser und Wohnungen zu bis zu 20 Prozent unter dem Marktpreis, der Umsatz stieg von 72 auf 90 Millionen Euro.

Mehr Modernisierungen

Strenger Bauen und Wohnen ist im hochwertigen Bereich in der Region Stuttgart aktiv und erwirtschaftete 46 Millionen Euro, die auf Bestandsmodernisierungen spezialisierte Firma Bauwerk 4,3 Millionen Euro. Strenger will diese weiter ausbauen. Insgesamt wurden 339 Wohneinheiten an Kunden übergeben, dieses Jahr sollen es 360 werden. Die Eigenkapitalquote stieg von 24 auf 30 Millionen Euro. 59 Prozent der Immobilien realisierte Strenger in der Region Stuttgart. Zehn Prozent der Investitionen wurden am neuesten Standort getätigt: in Frankfurt, inklusive der Region Rhein-Main. Künftig sieht der Firmenchef dort das größte Wachstumspotenzial.

Zudem hat das 70 Mitarbeiter zählende Familienunternehmen eine Bestandsgesellschaft gegründet, um mehr mittelpreisige Mietangebote zu produzieren. Denn: „Der Druck auf preiswerten Wohnraum hat in Ballungsgebieten stark zugenommen“, so Karl Strenger. Die Bauplatzangebote würden knapper und teurer, die Handwerkerkapazitäten immer begrenzter. Immer neue Vorschriften und Regulierungen brächten keine Kostenentlastungen. Die Nachfrage nach Immobilien sei zwar noch sehr gut. Dennoch sei zu spüren, dass sich die Verkaufsgeschwindigkeit im exklusiven Bereich normalisiere. Für Wohnungen ab einer Million Euro scheine der Markt gesättigt.

„Im preiswerten Segment wird zu wenig getan“, kritisiert Strenger, der unter dem Titel „Revolution Eigenheim“ eine provokative Marketingkampagne gestartet hat. Dabei ließ das Strenger-Team zum Beispiel das Ludwigsburger Rathaus während einer Gemeinderatssitzung mit dem magentafarbenen Logo der Aktion bestrahlen. Sie war in typischer Guerilla-Manier nicht angemeldet, die Quittung: ein Bußgeldbescheid. Zudem gingen gut 1000 Briefe an Politiker – mit der Botschaft, dass die Nachfrage das Angebot übersteige und bezahlbares Eigentum fehle. Um den Endpreis zu senken, müsse die Politik auch mehr Bauland zu Festpreisen ausweisen.

Es würden keine Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich ein preiswerter Markt entwickeln könne – auch nicht in Ludwigsburg, so Strenger. Wie berichtet zieht er mit weiteren Firmen vor Gericht. In etwa zwei Wochen werde die Klage gegen die Wohnungsbau Ludwigsburg eingereicht. Die Bauträger sind der Ansicht, dass die städtische Tochter bevorzugt wird und die Stadt die Firmen mit ihrem Vorkaufsrecht für Grundstücke ab 3000 Quadratmetern aus dem Wettbewerb drängt.

Preise steigen, aber moderater

„Die Baugebiete, die die Stadt in der Pipeline hat, kommen zu langsam voran. Aber wir brauchen sie jetzt“, sagt Strenger, der sich mit dem Wohnprojekt „Heimstark“ für Obdachlose engagiert. Nach Eglosheim soll in diesem Jahr das zweite Haus in Zuffenhausen eröffnet werden.

Trotz wirtschaftlicher und politischer Unwägbarkeiten rechnet der Firmenchef bis 2020 mit auf hohem Niveau anhaltender Nachfrage. Jedoch würden die Preissteigerungen mit zwei bis drei Prozent statt wie bisher sieben bis acht moderater. In diesem Jahr werde das starke Strenger-Wachstum gebremst, realistisch seien stabile Umsätze.