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Südumfahrung immer konkreter

Kommende Woche soll der Ditzinger Gemeinderat die erneute Aufstellung und Auslegung des Bebauungsplans beschließen

Ein Lastwagen verstopft den Heimerdinger Ortskern: Solche Zustände sollen bald vorbei sein. Archivfoto: Karin Rebstock
Ein Lastwagen verstopft den Heimerdinger Ortskern: Solche Zustände sollen bald vorbei sein. Foto: Karin Rebstock

Ditzingen. Es ging am Dienstagabend noch nicht um einen Baggerbisstermin, sondern nur um eine Formalie im Planungsprozess. Trotzdem hob das vorliegende fertige Planwerk für den ersten Bauabschnitt zur Realisierung der Heimerdinger Südumfahrung die Stimmung im Technischen Ausschuss. Neben der erneuten Aufstellung und Auslegung soll nun parallel der Flächennutzungsplan geändert werden. Das Prozedere ist nötig, weil der ursprüngliche Aufstellungsbeschluss aus dem Jahr 2014 noch die gesamte Trasse beinhaltete. 2017 wurde sie bekanntlich in zwei Planabschnitte geteilt. Auf die Rechtssicherheit des Verfahrens habe der erneute Aufstellungsbeschluss keine Auswirkungen, so die Stadtverwaltung.

„Ich bin froh, dass wir es jetzt endlich so weit gebracht haben. Für die Umgehung kämpfen wir seit so vielen Jahren“, sagte der FDP-Rat Horst Ludewig. „Die Pläne sind toll.“ Knackige Worte fand der CDU-Ratsherr Konrad Epple: „Das Ding ist durchgeplant – und jetzt wollen wir vorangehen.“

Dankbar äußerte sich der Freie Wähler Bernhard Arzt und merkte an, man habe im Heimerdinger Ortschaftsrat auch nicht mehr lange diskutiert. „Ich hoffe, und das ist mein Herzenswunsch, dass der Aufstellungsbeschluss im Regierungspräsidium Gehör findet – und dass er akzeptiert wird.“ Alles sei geregelt, die Landwirtschaft habe ebenfalls Opfer gebracht. „Ich hoffe weiter, dass durch Corona die Finanzierung nicht gefährdet wird.“

Was die Kosten vor dem Hintergrund der Pandemie angeht, äußerte auch die Grünenfraktionsvorsitzende Doris Renninger Skepsis. Ihre Fraktion wolle sich enthalten, nicht weil man grundsätzlich gegen das Projekt – „ein riesiges Straßenbauvorhaben“ – sei. Aber sie wolle damit signalisieren, dass „wir Vorbehalte haben“. Es sei wichtig, dass man die 200 abbiegenden Lastwagen pro Tag auch herausbekomme. Renninger erinnerte andererseits aber auch an den teuren Planungsaufwand für die Stadt. „Eine wohlwollende Enthaltung“, kommentierte Heimerdingens Ortsvorsteher Arzt ebenso wohlwollend – und hob so die gute Stimmung im Gremium noch ein bisschen mehr.

Die Unternehmensflurbereinigung werde starten, wenn der Bebauungsplan das Verfahren förmlich durchlaufen habe, erklärte der Ditzinger Stadtbauamtsleiter Markus Beutner auf eine Nachfrage. Der erste Bauabschnitt (ohne Ostrandstraße) beinhaltet die „L1177 Ortsumgehung Heimerdingen von der Kreisgrenze bis zur L1177“ auf einer Länge von rund 3,3 Kilometern. Der Ausbau erfolgt auf der gesamten Länge zweistreifig, hieß es im Ausschuss – zuzüglich eines separaten Linksabbiegestreifens zum Anschluss an den Höfinger Weg. Eine der geplanten Querungen ist am Schnittpunkt der Trasse mit den Bahnanlagen der Strohgäubahn: Hier ist eine Brücke geplant.

Das 362 Gramm schwere Vorlagenpaket lieferte dem Ausschuss eine kompakte Zusammenfassung. Druckte man alle Unterlagen aus, hätte jeder mehrere Ordner auf dem Tisch liegen. Die Vorlage lässt den immensen Aufwand erahnen, den die Stadtverwaltung in die Planung investiert hat. In Zusammenarbeit mit dem RP, dem Verkehrsministerium und dem Landratsamt, deren Arbeit Bürgermeister Ulrich Bahmer wertschätzend erwähnt wissen wollte. Wenn der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss gefasst hat, soll die öffentliche Beteiligung im Dezember und Januar stattfinden.

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