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Tamm will 19. Stadt im Kreis werden

Es sei „ein bewegender Moment“, sagte Bürgermeister Martin Bernhard nach der Abstimmung im Bürgersaal: Einstimmig beschloss der Tammer Gemeinderat am Montagabend, beim Land die Erhebung der Gemeinde zur Stadt zu beantragen.

Tamm hat sich in den letzten 25 Jahren ein sichtbar urbanes Gepräge gegeben. Erteilt das Land der Kommune wie beantragt den Titel „Stadt“ würde das Zentrum zur Stadtmitte. Foto: Ramona Theiss
Tamm hat sich in den letzten 25 Jahren ein sichtbar urbanes Gepräge gegeben. Erteilt das Land der Kommune wie beantragt den Titel „Stadt“ würde das Zentrum zur Stadtmitte. Foto: Ramona Theiss

Tamm. Der Pandemie wegen war das Publikumsinteresse mäßig, aber durch den Bürgersaal wehte gleichwohl ein Hauch Lokalgeschichte: Am 1. März 2022 soll die Landesregierung Tamm zur 19. Stadt im Landkreis erheben, so der einhellige Ratsbeschluss (wir berichteten gestern kurz).

Er führt einen langen Weg ans Ziel. Denn schon die Ex-Bürgermeister Gerd Maisch und Roland Zeller hatten sich den Titel „Stadt“ für die mit aktuell 12700 Einwohnern größte Gemeinde des Landkreises gewünscht, die sich in den letzten 30 Jahren rasant entwickelt hat. Dank des Zusammenwachsens der früher getrennten Siedlungskerne im alten Dorf und in der einstigen Trabantenstadt Hohenstange zu einem nur durch die Bahnlinie getrennten, ansonsten aber zusammenhängenden Ort, dank eines sich weiter urbanisierenden Zentrums, einer modernen Infrastruktur, vieler Arbeitsplätze und einer seit Jahrzehnten stabilen Bevölkerung von über 10000 Einwohnern sah jetzt auch eine Kommission des Landes die Voraussetzung zur Stadterhebung als erfüllt an: Sie ermunterte die Kommunalpolitik zu dem am Montag beschlossenen Antrag.

Die Überzeugung, dass sich Tamm durch seine Entwicklung den Titel „Stadt“ verdient hat, teilten alle Redner im Bürgersaal: Bürgermeister Bernhard, der wegen eines Hüftleidens mit Krücken ans Rednerpult humpeln musste, betonte sie ebenso wie die Fraktionssprecher Jürgen Hottmann (AWV), Dr. Dietmar Zeh (CDU), Sonja Hanselmann-Jüttner (SPD), Karin Vogt (Grüne) und Wolfgang Günther (LLT). Ihr aller Credo war, bei geringen Nuancen in der Gewichtung, so einhellig wie der Beschluss: Das Prädikat „Stadt“ bringt Tamm keinerlei Nach-, aber viele Vorteile.

Keine Nachteile, weil der Noch-Gemeinde mit dem neuen Status keine zusätzlichen Aufgaben und Pflichten zuwachsen. Und damit auch keine zusätzlichen Kosten – sieht man von denen für neue Ortsschilder und neues Briefpapier ab. Auch die Bezüge von Schultes, Verwaltung und Gemeinderat bleiben gleich, versicherte Bernhard.

Und die Vorteile? Nicht nur der Schultes betonte dabei vor allem das Image und die Außenwirkung. Er und die Noch-Gemeinderäte sind davon überzeugt, dass dies nicht nur ein symbolisches Kapital wäre. Jürgen Hottmann etwa erwartet vom Stadt-Status eine Stärkung als Schulstandort und Vorteile bei der Rekrutierung guten Personals, Dietmar Zeh und Wolfgang Günter erwarten sich eine lautere Tammer Stimme im interkommunalen Konzert der Nachbarstädte Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen, Asperg, Markgröningen und Freiberg. Allen gemein war auch die Hoffnung auf größeres Selbstbewusstsein, ein gestärktes Zusammengehörigkeitsgefühl und auf neue Impulse.

Die setzen die Räte noch in gleicher Sitzung selbst: Mit Beschlüssen, die Tamms urbanen Charakter weiter stärken werden, brachten sie das Baugebiet „Nördlich Calwer Straße“ einen entscheidenden Schritt voran, stimmten der Verlegung der Bücherei ins Ortszentrum zu und beschlossen ihr Ja zu einer neuen, attraktiven Portalbebauung im Bereich der P&R-Plätze.

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