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Tests und Maske sind kein Problem

Corona hat den Alltag in den Schulen grundlegend verändert. Doch wie läuft der Unterricht unter Pandemiebedingungen? In unserer Serie „Schule in Corona-Zeiten“ berichten wir in regelmäßigen Abständen, wie die Oscar-Paret-Schule (OPS) in Freiberg mit der „neuen Normalität“ umgeht. In der heutigen Folge kommt Abiturientin Vanessa Micik zu Wort.

Vanessa Micik fühlt sich gut für die Abiturprüfungen vorbereitet und hofft, dass im Juli der Abiball stattfinden kann. Foto: Holm Wolschendorf
Vanessa Micik fühlt sich gut für die Abiturprüfungen vorbereitet und hofft, dass im Juli der Abiball stattfinden kann. Foto: Holm Wolschendorf

Freiberg. In ihrem Berufsleben wird die 17-jährige Schülerin einmal Verbrecher jagen. Das ist zumindest der Plan. Denn: Vanessa Micik aus Freiberg möchte an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen studieren und Kriminalpolizistin werden. Doch vorher muss sie noch ein bisschen pauken, denn die Schülerin startet kommende Woche in die Abiturprüfungen. Ihrer Fächerkombination hat sie es zu verdanken, dass sie in dieser Woche nochmals durchschnaufen konnte. Doch am Montag geht es für sie mit Englisch los. Am Dienstag folgt Chemie und montags drauf Mathematik. „Ich hatte eine entspannte Woche“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Nervosität werde wahrscheinlich erst am Sonntag aufkommen, wenn sie sich um 9 Uhr mit den anderen Abiturienten für die Prüfung tags drauf testen lässt. Sich vor den Prüfungen einem Selbsttest zu unterziehen, empfindet sie nicht als Zusatzbelastung. „Es dient meiner Sicherheit und der der anderen“, sagt sie und findet es „gut, dass es dieses Angebot gibt“. Auch während der Prüfung stundenlang eine Schutzmaske tragen zu müssen, nimmt sie gelassen hin. „Das stört mich nicht – auch wenn fünf Stunden eine lange Zeit sind“, stellt sie fest. Immerhin könne man die Maske zum Essen und Trinken abnehmen und zwischendurch auch mal den Prüfungsraum verlassen, um frische Luft zu schnappen.

Auch wenn sie zu dem Jahrgang mit den bislang widrigsten Bedingungen für eine Abiturprüfung gehört, so fühlt sie sich dennoch ordentlich vorbereitet. Der Wechsel aus Präsenz- und Distanzunterricht habe ihrer Meinung nach gut funktioniert. Da sie immer strukturiert gewesen sei, habe sie auch kein Problem mit Homeschooling gehabt. Zudem vertraue sie auf das Wort der Lehrer. „Wenn sie der Meinung sind, dass wir gleichauf mit den Abiturienten der Vorjahre sind, habe ich das Gefühl, dass es stimmt“, sagt Vanessa Micik.

Ohnehin würden sich die Lehrkräfte bereits seit der Zeit nach dem ersten Lockdown sehr darum bemühen, dass die Schüler keine Defizite erleiden „und das Bestmögliche für uns herausholen“. Klar sei digitaler Unterricht anders. Allein mit den vielen Ablenkungsmöglichkeiten könnten viele Schüler nicht umgehen. Manchen sei es auch lieber, wenn der Lehrer vor ihnen steht und nicht via Bildschirm mit ihnen redet. Für sie selbst habe das allerdings nie eine Rolle gespielt. Dennoch habe sie es begrüßt, direkt vor anstehenden Klausuren in die Schule gehen zu können, um in Präsenz darauf vorbereitet zu werden.

Dass es für den aktuellen Abi-Jahrgang wenige Erleichterungen gibt – Vorauswahl der Prüfungsaufgaben durch die Lehrer, eine halbe Stunde mehr Bearbeitungszeit –, gebe einem als Schüler schon ein besseres Gefühl. „Die Lehrer können uns ganz gut einschätzen und wissen, was sie unterrichtet haben“, sagt die 17-Jährige. In der Prüfung eine halbe Stunde mehr Zeit zu haben, könne durchaus auch von Nutzen sein. Und wenn es nur darum geht, nochmals über alles drüber lesen zu können. Die Verschiebung des Abiturtermins empfinde sie dagegen nicht als Erleichterung. „Der Termin stand schon sehr früh fest“, so die Schülerin. Zudem sei der Klausurenplan ein Stück weit daran ausgerichtet worden.

Mit einem ganz besonderen Umstand könnte sich Vanessa Micik allerdings gar nicht anfreunden: wenn der Abiball wegen der Coronapandemie ausfallen müsste. „Ich habe den Gedanken noch nicht losgelassen“, hofft die Abiturientin, dass die Veranstaltung Ende Juli stattfinden kann, vielleicht auch in kleinerem Rahmen. „Wir haben so viel durchgemacht und uns den Abiball einfach verdient“, sagt sie und betont das Wort „so“ mit mindestens sieben „o“. Dass keine Abireise stattfinden konnte, können sie und auch andere Mitschüler eher verschmerzen. Schließlich gebe es ja immer noch die Möglichkeit, nach dem Schuljahr mit Freunden zu verreisen.

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