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Umleitung ganz ohne Probleme

Sanierung der Schnellbahnstrecke Stuttgart-Mannheim kurz vor dem Abschluss – Zufrieden mit den Arbeiten

Der Öko-ICE passiert Metterzimmern. Für Eisenbahnfans war der Sommer reich an Motiven mit den schnellen Zügen.Foto: Alfred Drossel
Der Öko-ICE passiert Metterzimmern. Für Eisenbahnfans war der Sommer reich an Motiven mit den schnellen Zügen. Foto: Alfred Drossel

bietigheim-bissingen/ Vaihingen. Seit 10. April fahren täglich fast 200 Züge mehr auf der alten Westbahnstrecke Stuttgart über Bietigheim und Vaihingen in Richtung Mannheim, weil die Schnellbahnstrecke gesperrt ist. Die Sanierungsarbeiten gehen in die Schlussphase. Ab 1. November läuft alles wieder normal. Die Umleitung ist eine logistische Meisterleistung. Probleme gibt es bisher keine,

Nach fast 15 Jahren Bauzeit wurde im Mai 1991 die Schnellfahrstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart komplett in Betrieb genommen. Seitdem sind über diese Hochgeschwindigkeitsverbindung viele Millionen Reisende und Tonnen von Gütern befördert worden.

Auf der zweigleisigen 99 Kilometer langen Strecke befinden sich unter anderem 90 Brücken und 15 Tunnel. Durchschnittlich fahren 185 Fern- und 24 Güterverkehrszüge pro Tag darüber. Während der 205 Tage andauernden Sperrung wurden etwa 190 Kilometer Gleis und 54 Weichen erneuert. 380 Kilometer neue Schienen, 300000 neue Schwellen sowie 200000 Tonnen Neuschotter und 240000 Tonnen wiederaufbereiteter Altschotter wurden dabei eingebaut.

Zusätzlich werden im Rahmen des Projekts verschiedene Begleitarbeiten durchgeführt. So finden Arbeiten zur Tunnel- und Tiefenentwässerung statt, die Telekommunikationsanlagen werden zurückgebaut und die Oberleitung wird inspiziert und instandgehalten. Weiterhin werden im Rahmen eines gesonderten Projekts Anpassungen an der sogenannten Gleisfreimeldeanlage vorgenommen.

Aufgrund der enormen Länge des Umbaubereichs wurden die Unteren Naturschutzbehörden zwischen Mannheim und Stuttgart in das Projekt eingebunden. Bevor der Zugverkehr jedoch wieder mit bis zu 280 Stundenkilometer in Betrieb gehen kann, ist nach den eigentlichen Bauarbeiten die Wiederinbetriebnahme der einzelnen Komponenten, insbesondere die der Leit- und Sicherungstechnik im Oktober erforderlich.

Dafür sind umfangreiche Mess- und Abnahmefahrten notwendig. Auch der ICE-S, ein Messzug der Deutschen Bahn, kommt dann bei sogenannten Hochtastfahrten zum Einsatz. Er dokumentiert das Fahrverhalten des Fahrzeuges auf der neu umgebauten Strecke.

Das Ende der Arbeiten ist für den 31. Oktober 2020 geplant. Ab 1. November soll die Strecke den jährlich rund 24 Millionen Fahrgästen auf dieser Relation wieder zur Verfügung stehen. „Ich danke allen am Bau Beteiligten, die mit vollem Einsatz die Modernisierung der Strecke vorantreiben und perfekt im Zeitplan liegen. Gleichzeitig gilt mein Dank unseren Fahrgästen für ihre Geduld. Ich freue mich, dass sie schon bald wieder mit bis zu 280 Stundenkilometern auf der frisch erneuerten Strecke von Stuttgart nach Mannheim unterwegs sein können“, sagte kürzlich Thorsten Krenz, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für den Bereich Baden-Württemberg.

Auf der alten Strecke über Bietigheim wird es dann wieder ruhiger. Es fehlen dann aber auch Europas schönste und schnellste Züge, wie der ICE und der französische TGV, wenn sie langsam über den Enzviadukt fahren.

Mit der Wiederinbetriebnahme der Schnellbahnstrecke wird auch die ICE-Zugverbindung durchs Neckartal über Besigheim nach Heilbronn und weiter nach Berlin auf die Schnellbahnstrecke zurückverlegt.

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