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Unterstützer für Kinder-Krebshilfe

Melanie Vulcano möchte in Ludwigsburg eine Anlaufstelle des Vereins Urmel schaffen – Aktivitäten und Projekte geplant

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Melanie Vulcano (links) möchte in Ludwigsburg eine Zweigstelle des Vereins Urmel Kinder-Krebshilfe einrichten. Dafür warben sie und viele Unterstützer bei der Auftaktveranstaltung am Samstag in Freiberg. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. „Ihr Kind hat Krebs!“ – Wenn Eltern diese Diagnose erhalten, ist plötzlich nichts mehr, wie es war. „Auf einmal tappt man hilflos durch einen dunklen Tunnel“, beschreibt Melanie Vulcano, selbst Mutter eines krebskranken Kindes, ihre anfänglichen Gefühle. Die Ludwigsburgerin hat Hilfe und Anlaufstellen gesucht und ist dabei auf den Verein Urmel Kinder-Krebshilfe mit Sitz in Tettnang (Bodenseekreis) gestoßen. Dort hat sie Halt gefunden und wieder ein Licht am Ende des Tunnels erblickt. „Meine krebskranke Tochter möchte nicht anders behandelt werden als andere Kinder, sondern spielen und lachen“, erzählte die vierfache Mutter, die weiß, wie leicht betroffene Familien in Isolation geraten und in Depression verfallen.

Damit auch hier in der Region Familien mit krebskranken Kindern individuelle und familiengerechte Unterstützung und Solidarität erfahren, will sie nun eine Urmel-Zweigstelle in Ludwigsburg schaffen. Am Samstag fand im Café Gaumentanz in Freiberg die Auftaktveranstaltung statt, zu der rund 50 Besucher kamen.

Vom Bodensee angereist war Ursula Zamorano, Gründerin und Vorsitzende des Vereins Urmel, die ihre Freude über Melanie Vulcanos Initiative ausdrückte. Was Urmel leistet, schilderten die Vereinsmitglieder Helmut und Michaela Klein. Der Verein unterstützt Familien mit krebskranken Kindern finanziell und mental. Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, muss in der Regel ein Elternteil den Job aufgeben.

Dass die mentale Unterstützung für sie noch wichtiger war als die Finanzspritze, sagte die alleinerziehende Mutter Jacqueline Ramin aus Esslingen. „Meine Tochter war zehn Monate alt, als bei ihr ein Nierentumor diagnostiziert wurde“, berichtete die 27-Jährige, die damals das Gefühl hatte, weder ihrem kranken Kind noch dem drei Jahre älteren Sohn gerecht werden zu können. Ihrer Tochter geht es wieder gut, und jetzt möchte Ramin bei Urmel mitarbeiten.

Seine Unterstützung sicherte auch der Ludwigsburger Oberbürgermeister Werner Spec zu. „Ich habe großen Respekt vor Leuten, die zum sozialen Zusammenhalt beitragen“, lobte er das ehrenamtliche Engagement. Seine Aufgabe sieht er darin, Vulcanos Netzwerk mit vorhandenen Netzwerken der Stadt und des Landkreises zu verknüpfen. Es gebe verschiedene Initiativen und auch Stiftungen, die der Kinder-Krebshilfe dienlich sein könnten.

Melanie Vulcano stellte anschließend ihre Ziele und Projektideen vor. „Helfen Sie uns, zu informieren“, lautete ihre erste Bitte an die Besucher, Flyer und Broschüren auszulegen und im Schneeballsystem die Kinder-Krebshilfe bekannt zu machen. In Ludwigsburg möchte sie eine direkte Anlaufstelle realisieren. „Hier sollen die Menschen hinkommen und Beistand erhalten“, wünscht sie zentral gelegene Räumlichkeiten für Urmel. Dort sollen auch gemeinsame Aktivitäten und Projekte geplant werden. Musik- und Kunsttherapie, Sport, Ausflüge, gemeinsame Treffen oder Auszeit für Eltern sind mögliche Angebote, für die auch Kooperationen mit Vereinen sinnvoll wären. Angedacht ist auch ein Ernährungsprojekt. Dafür wünscht sich Melanie Vulcano die Unterstützung von Gastronomen, Lebensmittelgeschäften und Ernährungsberatern. Charity-Veranstaltungen, Konzerte oder Theater können helfen, Spendengelder zu erhalten, den Verein bekannter zu machen und den betroffenen Familien schöne Erlebnisse zu verschaffen. Bereits geplant ist eine Schülerdisco, ein Treffen betroffener Eltern am Bodensee zur Entspannung und eine Modenschau der Ludwigsburger Designerin der „Cherryllou Creation“.

Als „Meilenstein-Projekt“ nannte Vulcano ein vereinseigenes Ferienhaus am Bodensee, das betroffenen Familien zur Verfügung gestellt werden soll. Um das und vieles andere realisieren zu können, braucht es natürlich Sponsoren sowie aktive und passive Mitglieder. „Wir möchten gemeinsam etwas verändern“, sagte die engagierte Mutter.

Info: Weitere Infos gibt es im Internet unter www.urmel-kinder-krebshilfe.org