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Verein soll Zuschüsse verwalten

Die Arbeit in den steilen Weinbergen am Neckar ist mühsam. Für den Erhalt der terrassierten Lagen werden Bund und Land nicht müde, Fördergelder freizumachen. Um an Zuschüsse aus dem neuen Förderprogramm Regionalbudget zu kommen, wollen hiesige Neckarkommunen einen Verein „Regionalentwicklung Neckarschleifen“ gründen.

Mundelsheimer Weinberge kurz vor der Lese: Um an Zuschüsse für den Erhalt der Steillagen zu kommen, können die Neckarkommunen im Kreis den Verein „Regionalentwicklung Neckarschleifen“ gründen. Foto: Holm Wolschendorf
Mundelsheimer Weinberge kurz vor der Lese: Um an Zuschüsse für den Erhalt der Steillagen zu kommen, können die Neckarkommunen im Kreis den Verein „Regionalentwicklung Neckarschleifen“ gründen. Foto: Holm Wolschendorf

Mundelsheim. Peter Wendl, Regionalmanager der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Neckarschleifen, wird in den nächsten Wochen sehr oft im Landkreis Ludwigsburg sein, um den elf angeschlossenen Kommunen (siehe Begleittext) das neue Förderprogramm vorzustellen und den Gemeinderäten den Beitritt zu dem neu zu gründenden Verein vorzuschlagen. Den Anfang machte er am Donnerstagabend im Mundelsheimer Gremium.

Das Regionalbudget sei ein neuer Fördertopf von Bund und Land für Kleinprojekte zur Stärkung des ländlichen Raums. Das Volumen beträgt jährlich 200000 Euro pro Region. Davon stellt das Land 180000 Euro, die restlichen 20000 Euro stellen den Eigenanteil der beteiligten Kommunen dar. „Der Fördertopf wird von den ILE-Regionen weitgehend selbst verwaltet“, erklärte Wendl. Der Fördersatz liege generell bei 80 Prozent der Nettokosten, wobei Eigenleistungen mit einem Pauschalbetrag von 15 Euro je nachgewiesener Arbeitsstunde vergütet werden. Die Mindestfördersumme liege bei 2500 Euro.

Gefördert werden Projekte von Kommunen, Unternehmen, Vereinen, Verbänden sowie Privatpersonen und Gruppierungen. „Ein Projektantrag muss gut vorbereitet sein und erfordert eine solide Kalkulation“, sagte Wendl. Nötig sei zudem unter anderem eine Vorbesprechung mit der ILE-Geschäftsstelle, ein ausgefülltes Projektdatenblatt sowie eine positive Einschätzung der Gemeinde. Der Bewerbungsschluss ist immer im Herbst/Winter.

Die Bewerbungen werden dem maximal 20-köpfigen Auswahlgremium des Vereins, dessen Geschäftsstelle im Landratsamt Ludwigsburg angesiedelt wird, vorgelegt. Dieses Gremium setzt sich aus weiteren Akteuren zusammen, welche aus den Bereichen Weinbau, Wirtschaft, Umwelt und Sozialverbände gewonnen werden sollen. Wurde ein Projekt positiv bewertet, wird ein Vertrag über die Umsetzung zwischen Verein und Antragsteller geschlossen. Innerhalb eines Kalenderjahres muss das Vorhaben umgesetzt sein. Projekte sind förderfähig, wenn sie den Steillagen-Weinbau voranbringen, die Wein-Kultur-Landschaft Neckarschleifen als Erlebnisraum ausbauen, brachfallenden Lagen Perspektiven bieten und das Kulturerbe als Gemeinschaftsaufgabe verstehen.

Wie Peter Wendl dem Gemeinderat verdeutlichte, wird das Fördergeld nicht gleichmäßig auf die Kommunen verteilt. „Wo die Ideen herkommen, fließt das Geld hin – das ist ein freier Wettstreit der Projekte“, sagte der Regionalmanager. „Sie müssten aber schon sehr ideenlos sein, um dabei nicht zu profitieren.“

Am Ende sprach sich der Gemeinderat einstimmig dafür aus, dem Verein „Regionalentwicklung Neckarschleifen“ beizutreten.

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