Logo

Verhaltener Impfstart in Firmen

Vakzin-Mangel bremst Kampagne – Stadt Ludwigsburg impft Mitarbeiter im Kulturzentrum – Guter Auftakt in Ottmarsheim

Der Impfpass muss auch bei der Impfung durch den Betriebsarzt dabei sein. Foto: Mahle
Der Impfpass muss auch bei der Impfung durch den Betriebsarzt dabei sein. Foto: Mahle
Auch die Einwilligungserklärung für die Covid-19-Schutzimpfung müssen die impfwilligen Mit-arbeiter natürlich ausfüllen und unterschreiben. Foto: Lila Logistik
Auch die Einwilligungserklärung für die Covid-19-Schutzimpfung müssen die impfwilligen Mit-arbeiter natürlich ausfüllen und unterschreiben. Foto: Lila Logistik

Ludwigsburg/Besigheim/Stuttgart. In dieser Woche sind mehr als 6000 Betriebsärzte in Deutschland in die Covid-Impfkampagne eingestiegen. Das Gerangel um den Piks im Unternehmen war zum Start in manchen Regionen recht groß, die Impfdosen jedoch bekanntlich nach wie vor sehr knapp und der Impfstart in vielen Unternehmen auch in der Region daher eher verhalten. So hat die BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH, die im Kreis Ludwigsburg für zahlreiche Unternehmen die betriebsärztliche Versorgung ausübt, in dieser Woche gerade einmal 102 Impfdosen erhalten. Allerdings war die Bestellmenge dabei zu Beginn nach Angaben des Sozialministeriums in Stuttgart auf höchstens 804 Dosen des Biontech-Vakzins je Betriebsarzt beschränkt. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, drängt daher die Bundesregierung, für mehr Impfstoff gegen das Coronavirus zu sorgen.

Stadt impft im Kulturzentrum

Auch die Stadt Ludwigsburg organisiert die Corona-Impfungen für ihre Angestellten nach Angaben einer Sprecherin in Zusammenarbeit mit dem betriebsmedizinischen Dienst BAD, der auch das medizinische Personal stellt. Die Impfstoffbestellung läuft ebenfalls über den BAD. Die Impfungen sollen im Kulturzentrum in der Innenstadt stattfinden, so dass die Wege für die meisten Mitarbeitenden kurz sind. Eine Feststellung der geimpften Personen sei aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich, so die Stadtsprecherin.

Für die erste und zweite Impfung hat die Stadtverwaltung jeweils 650 Impfdosen bestellt. Falls die Nachfrage nach Impfterminen größer sein sollte, werden noch Dosen nachbestellt. Doch auch die kommunalen Mitarbeiter werden sich noch einige Tage gedulden müssen. Bisher sind als erster Impftermin zwei Tage vom 22. bis 24. Juni vorgesehen. Und vom 3. bis 5. August soll es die zweite Impfung geben.

Das Angebot, das die Stadt Ludwigsburg und der Landkreis zum Betriebsimpfen in der MHPArena den Unternehmen im Kreisgebiet gemacht hat, stieß jedoch nur auf ein geringes Interesse. Fast alle Betriebe hätten erfreulicherweise die Möglichkeit gehabt, eine eigene Infrastruktur aufzubauen, hieß es. Es wird daher in der MHPArena kein Betriebsimpfzentrum geben. Mit den Firmen, die Interesse gezeigt hatten, konnten in Zusammenarbeit mit dem Kreisimpfzentrum individuelle Lösungen gefunden werden.

Gut angenommen wurde ein Impfangebot im Raum Besigheim im Gewerbegebiet Ottmarsheimer Höhe, das von den Unternehmen Müller – Die lila Logistik SE, Robert Schweiker und LQ Mechatronik-Systeme entwickelt worden ist. „Wir sind ausgebucht“, sagt Oliver Streich, Pressesprecher von Müller – Die lila Logistik. Es habe nur wenige Lücken zu den möglichen Anmeldezeiten gegeben. Insgesamt 80 Mitarbeiter der drei Firmen wurden bereits am Dienstag gegen Corona geimpft, weitere 100 Personen werden am Freitag folgen. „Für diese beiden Tage wurde ausreichend Impfstoff geliefert. Wir sind daher mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, betont Streich.

Auch der Mahle-Konzern hat seine betriebliche Impfaktion an seinen Standorten im Stuttgarter Raum – für die Beschäftigten in Bad Cannstatt, Feuerbach, Münster, Fellbach, Kornwestheim, Markgröningen und Schorndorf – gestartet. Für die erste Woche hat Mahle von behördlicher Seite zwölf Prozent der bestellten Impfdosen erhalten, die nun verimpft werden. Die Terminvergabe für die Impfung erfolgt über ein elektronisches Buchungstool. „Der Impfstart bei Mahle ist geglückt und der Anfang ist gemacht“, sagt Mahle-Betriebsarzt Dr. Andreas Blum. „Die verfügbaren Impfdosen werden sich nun von Woche zu Woche steigern.“ Abhängig von den verfügbaren Vakzin-Mengen werde sich die Impfaktion über mehrere Wochen erstrecken.

In Stuttgart wird auch bei der Porsche AG und anderen Unternehmen seit dieser Woche gegen Covid-19 geimpft – insgesamt 1300 Impfdosen. Dazu wurden in Zuffenhausen bei Porsche fünf Impfstraßen aufgestellt, zwei weitere in Weissach.

Autor: