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Vom Amtsgericht zur Schulleiterin

Die Lembergschule in Poppenweiler bekommt eine neue Schulleiterin. Colette Wissmann (51) wird morgen in ihr Amt eingeführt.

Colette Wissmann wird Schulleiterin in Poppenweiler. Foto: Holm Wolschendorf
Colette Wissmann wird Schulleiterin in Poppenweiler. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Schule ist für sie nicht nur Ort des Lernens, sondern auch der Gemeinschaft. Den Erstklässlern hat sie deshalb jüngst aus dem Buch „Das kleine Wir“ vorgelesen. Das wächst mit dem Zusammenhalt. „Gemeinsam Wege finden und gehen“: Dieses Leitbild der Lembergschule in Poppenweiler ist für sie Maßstab.

So neu ist Colette Wissmann eigentlich gar nicht, denn sie hat bereits im Februar 2020 ihre Tätigkeit als Schulleiterin in Poppenweiler aufgenommen. Sie sprang seinerzeit ins kalte Wasser, eine Einarbeitung war nicht möglich. Corona ließ dafür keine Zeit. Sie war fünf Wochen im Amt, dann folgte die erste Schulschließung, und alle mussten sich auf Homeschooling und digitales Lernen umstellen. „Seither ist Ausnahmesituation“, berichtet sie. Corona hält sich seither hartnäckig und die 51-jährige Schulleiterin stellt sich der Herausforderung. Mit Optimismus und in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Kollegium sowie den Eltern.

In einer Atmosphäre des guten Miteinanders wurde und wird nach wie vor vieles gemeistert. Colette Wissmann schätzt an Poppenweiler, dass der Stadtteil noch einen dörflichen Charakter hat und die zweizügige Schule, die derzeit von 175 Kindern besucht wird, überschaubar ist. „Ich habe mich hier sofort wohlgefühlt“, berichtet sie. Dank entsprechender Ausstattung klappte es mit dem digitalen Lernen recht gut und die Kinder waren motiviert bei der Sache.

Doch sie waren auch glücklich, als sie wieder zur Schule gehen konnten. „Das Sozial-Emotionale ist etwas verloren gegangen“, sagt sie. Mit Gemeinschaftserlebnissen möchte sie das „Wir“ wiederherstellen. Das habe jetzt bei der Verabschiedung der Viertklässler ebenso geklappt wie bei der Begrüßung der Erstklässler. Diese Veranstaltungen fanden zwar in anderer Form statt als bisher, aber wichtig war für sie, dass sich die Schüler wertgeschätzt fühlen.

Die 51-jährige aus Malmsheim bei Renningen kam aus einem ganz anderen Beruf, bevor sie sich mit 25 Jahren für ein Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg entschied. Sie war nämlich Justizsekretärin am Amtsgericht in Stuttgart, wo sie auch ihren späteren Mann kennenlernte. Der stammte aus Remseck und so wurde auch sie bald im Kreis Ludwigsburg heimisch.

Es folgten das Referendariat, weitere Stationen sowie die Familienphase. Zuletzt war die Mutter von zwei Kindern stellvertretende Schulleiterin an der Apfelbachschule in Affalterbach. Sie absolvierte zwei Fortbildungen für Führungskräfte und lernte dabei auch eine Kollegin aus Poppenweiler kennen, die sie auf die bald vakante Schulleiterstelle hinwies. Sie bewarb sich und es klappte. Für Colette Wissmann, die mit ihrer Familie gleich nebenan im Remsecker Stadtteil Hochdorf lebt, ein Glücksfall.

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