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Die Tagebücher von Oscar Paret

Vom Frieden

Im Schützengraben wächst die Sehnsucht nach dem Frieden. Immer wieder spricht Oscar Paret das Thema an. Nach Gefechten, aber auch in Momenten, in denen er aus dem Schützengraben heraus ein paar Schritte spazieren gehen konnte.

Ludwigsburg. 26. Juni 1915

„Schöner Abend. Mundharmonika. Französischer Fesselballon in der Luft. Mit Leutnant S. in die Stellung am rechten Flügel. Vogesen schwarz gegen den Abendhimmel. Wagengerassel auf den Straßen. Um 12 feuern die Franzosen einige Schrapnells auf die Wagen. Wenn’s jetzt Frieden wäre!“

 

15. August 1915

„Jetzt eben läutet’s in Heutingsheim zur Kirche. Ich denke an Papa und zuhause, was sie gerade tun mögen. Sehnsucht nach dem Frieden überkommt mich. Es ist mir so weh ums Herz, wenn ich an den Krieg denke. Himmlischer Vater, gib uns bald den Sieg und Frieden.“

 

10. januar 1918

Sterne am Himmel, und da viel Schnee liegt, nicht ganz dunkel. Im Süden einzelne Leuchtkugeln, fern im Norden dumpfes Rollen. Sonst ruhig, so recht zum Beten. Gott möge Dich und mich segnen, meine liebste Ida! Ach wie schön, wenn Frieden wäre! (gemeint ist seine spätere Frau Ida Feldweg)

 

23. Juli 1918

„Über Kriegslage gesprochen. Letzte Offensive misslungen, keine Aussicht auf Kriegsbeendigung in diesem Jahr.“