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Vorfreude auf die Gartenschau

Vaihingens Bewerbung hat überzeugt – Zuschlag für das Jahr 2029 – Große Chancen für die Stadtentwicklung

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In den Köpfwiesen unterhalb des Kaltensteins soll ein Stadtgarten entstehen. Foto: Albert Arning

Ludwigsburg. „Wir freuen uns riesig!“ Vaihingens Oberbürgermeister Gerd Maisch hält mit seiner Begeisterung nicht hinterm Berg. Die Große Kreisstadt an der Enz wird 2029 zum 1250-jährigen Stadtjubiläum eine Gartenschau ausrichten. Gestern hatten Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) die Entscheidung des Ministerrates zu den Gartenschauen 2026 bis 2030 verkündet.

 

Neben Bad Urach (2027) darf Vaihingen die zwischen die Landesgartenschauen (Ellwangen, 2026, Rottweil, 2028, und Ulm, 2030) platzierten kleinen Gartenschauen, bisher auch Grünprojekte genannt, ausrichten. Insgesamt hatten sich 14 Kommunen beworben. In Vaihingen werden große Chancen für die Stadtentwicklung gesehen, „denn eine Gartenschau ist heute viel mehr als eine Blumenschau“, sagt der Vaihinger Oberbürgermeister. In der Enzstadt hatte es in der Vergangenheit schon wiederholt Überlegungen für eine Bewerbung gegeben.

 

Motto „Vaihingen entzückt“

 

Die Vorbereitungen für die aktuelle Ausschreibung wurden langfristig und strategisch angegangen. Schon 2015 hat der Gemeinderat erste Gelder zur Verfügung gestellt und sich mit dem Büro Planstatt Senner professionelle Hilfe geholt. Die Bevölkerung wurde bei mehreren Workshops eingebunden, konnte den Planern Ideen mit auf den Weg geben.

 

Die vielseitige Kulturlandschaft entlang der Enz mit Weinbergen, Bürgergärten, Streuobstwiesen, Mühlen, Relikten der Industriekultur, Acker- und Wiesenflächen und die Auenlandschaft wurde in den Mittelpunkt des Konzeptes gestellt. Dazu wurde der Slogan „Vaihingen entzückt“ entwickelt. Eingebettet zwischen die Bereiche Natur und Landschaft in Richtung Roßwag beziehungsweise Enzweihingen, soll unterhalb des Kaltensteins in den Köpfwiesen ein Stadtgarten entstehen, am Egelseesportplatz sind Enzterrassen angedacht, auf dem Häcker-Areal eine Kulturwiese.

 

„Die Vaihinger Bewerbung hat sowohl konzeptionell als auch inhaltlich überzeugt“, berichtet der Vaihinger Landtagsabgeordnete Dr. Markus Rösler (Grüne). Er verweist vor allem auf die Bedeutung der Enz als verbindendes Element des Gartenschaukonzepts. Vaihingen habe ein enormes landschaftliches und touristisches Potenzial, meint Rösler. „Die Zukunftsvision eines zusammenhängenden Auenparks in unmittelbarer Nähe zur Altstadt könnte nun realisiert werden. Außerdem ist die Gelegenheit günstig, den Tourismus für die Stadt auch im Kontext des Naturparks Stromberg-Heuchelberg professioneller aufzustellen“, so der Abgeordnete.

 

Er sei sehr zuversichtlich, dass die Vorbereitung der Gartenschau nun der ideale Anlass sein wird, um beispielsweise einen Stadtgarten mit Grün- und Gemeinschaftsflächen anzulegen, den Sportplatz zu verlegen, die Köpfwiesen stärker für die Bevölkerung zu öffnen, das Enz-Ufer zugänglicher und erlebbarer zu machen sowie die Radwege zwischen den Stadtteilen zu verbessern. Auch der Abgeordnete Konrad Epple (CDU) ist hoch erfreut über den Zuschlag für Vaihingen und verweist darauf, dass die ausgewählten Städte erhebliche finanzielle Unterstützung des Landes erhalten.

 

Das weitere Vorgehen

 

Vaihingen muss sich mit der Gartenschaugesellschaft des Landes abstimmen und einen Planungswettbewerb ausschreiben. „Der Planer sollte im kommenden Jahr feststehen“, so der Vaihinger Oberbürgermeister. Für ihn ist es vor allem spannend, wie das Gelände der ehemaligen Leimfabrik Häcker eingebunden werden kann.

 

Ob Gerd Maisch im Jahre 2029 noch der Oberbürgermeister von Vaihingen sein wird, steht auf einem anderen Blatt. Möglich wäre es schon. Da ist er 65 Jahre alt. Doch 2022 sind OB-Wahlen, „und wie man in letzter Zeit gesehen hat, sind die kein Selbstläufer“. Doch Maisch gibt sich gelassen: „Als Besucher der Gartenschau bin ich auf jeden Fall dabei.“