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Weitere großflächige Neugestaltung im Korntaler Stadtzentrum?

Verwaltung hofft auf Aufnahme in Landesförderprogramm – Gemeinderat genehmigt vorbereitende Untersuchungen

Das neue Sanierungsgebiet soll von dem seit Langem leerstehenden Hochhaus – unten war einst eine Bankfiliale – in der Johannes-Daur-Straße...Fotos: Andreas Becker
Das neue Sanierungsgebiet soll von dem seit Langem leerstehenden Hochhaus – unten war einst eine Bankfiliale – in der Johannes-Daur-Straße... Foto: Andreas Becker
...bis zum Bahnhof und möglicherweise noch das gewerblich geprägte Gebiet westlich davon umfassen.
...bis zum Bahnhof und möglicherweise noch das gewerblich geprägte Gebiet westlich davon umfassen.

Korntal-Münchingen. Das Zentrum von Korntal, rund um den Saalplatz und das Koroneo mit Supermarkt und Wohnungen darüber, hat sich in den vergangenen 15 Jahren deutlich gewandelt – auch dank der Ausweisung als Sanierungsgebiet und der entsprechenden finanziellen Unterstützung durch das Land. Und auf diese hofft man nun in der Stadt, nachdem das mit einem Förderrahmen von 2,6 Millionen Euro versehene Projekt „Korntal-Stadtmitte II“ im Dezember für abgeschlossen erklärt wurde, erneut. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat unlängst erste Schritte, um wieder eine Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm des Landes für 2022 beantragen zu können.

Damit gab es grünes Licht für eine vorbereitende Untersuchung zur Prüfung der Sanierungsbedürftigkeit von Gebäuden in zwei Gebieten: zwischen der Alten Latein- und der Teichwiesenschule, den Bahngleisen im Süden und der Martin-Luther-Straße im Westen, zudem für jenes von Gewerbe geprägte Gebiet nahe der Strohgäubahn-Werkstatt zwischen Steinbeis- und Weilimdorfer Straße. Das ist aus Sicht von Peter Ott (FDP) zwar einer der „Top-Schandflecke“ in Korntal, momentan will sich Fachbereichsleiter Stefan Wolf aber noch offen halten, ob eine Neuordnung dort parallel zu dem innenstadtnäheren angegangen werden soll. Ebenso ist noch unklar, ob das Gelände der Diakonie der Brüdergemeinde – es war bei der ersten Vorstellung der Pläne im Dezember noch enthalten – vielleicht doch einbezogen werden könne. Laut einer Einschätzung seien kirchliche Einrichtungen zwar in der Regel nicht förderfähig – „wir sehen da aber noch eine gewisse Restchance“, sagte er.

Überhaupt gibt es bei dem Vorhaben so manche Unwägbarkeit. Denn zum einen müssen die Eigentümer der Gebäude, für die ein Sanierungsbedarf festgestellt wird, auch selbst etwas tun und einen gewissen Anteil finanzieren; die Bereitschaft soll nun ebenfalls abgefragt werden. In Münchingen war sie bei einer ersten Ausweisung gering, erst im zweiten Anlauf gab es mehr Mitwirkung und am Ende eine sehr positive Bilanz. Denn zu Sanierungen zwingen kann die Stadt niemanden, so Bürgermeister Joachim Wolf auf Nachfrage von Harald Wagner (Grüne), der dabei speziell das seit dem Auszug der LBBW vor Jahren leerstehende Hochhaus an der Johannes-Daur-Straße im Blick hatte.

„Und es gibt gewisse Bedenken, weil das Gebiet relativ groß ist“, ergänzte Wolf. Denn dann könnte es viele Förderanträge geben, was nicht nur die Stadt teuer kommen kann – sie muss sich mit 40 Prozent an der Förderung beteiligen. Sondern auch das Land, das deshalb ein Abspecken fordern könne. Es sei aber üblich, mit einem größeren Gebiet in die Voruntersuchung zu starten, als später verwirklicht wird.

Sollte die Bewerbung für das Programm erfolgreich sein, erfolgt auf Grundlage der vorbereitenden Untersuchungen die förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets „Südliche Stadtmitte“. Das hat übrigens Folgen für alle Hausbesitzer, egal, ob sie eigene Sanierungsprojekte angehen wollen: Sie benötigen für Verkaufsgeschäfte dann eine gesonderte Genehmigung.

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