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Widerstand gegen neues Wohngebiet in der „Talaue“

In Häfnerhaslach läuft im beschleunigten Verfahren die Bebauungsplanung für 17 Wohneinheiten – 140 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt

Dieter E. Hoffmann zeigt das geplante Baugebiet „Talaue“ in Häfnerhaslach. Foto: Alfred Drossel
Dieter E. Hoffmann zeigt das geplante Baugebiet „Talaue“ in Häfnerhaslach. Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim. Fünf Baugebiete sollen in Sachsenheim nach dem beschleunigten Verfahren des Paragrafen 13b Baugesetzbuch verwirklicht werden. Die meisten sind auf dem Weg und wurden als Aufstellungsbeschluss vom Gemeinderat abgesegnet. Auch das Projekt „Talaue“ in Häfnerhaslach. Doch da regt sich Widerstand.

„Die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum ist von hohem öffentlichem Interesse und dient der Bedarfsdeckung vor Ort sowie der weiteren Entwicklung von Häfnerhaslach“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadtverwaltung. Sachsenheim wolle diesem Bedarf Rechnung tragen. Die Erschließung des 0,6 Hektar großen Gebiets nördlich des Wohngebiets Gallenmichel soll über die Straße Gallenmichel erfolgen. Das Verfahren soll beschleunigt abgewickelt werden, ohne frühzeitige Beteiligung und ohne Umweltverträglichkeitsprüfung, so, wie es Paragraf 13 ermöglicht.

Mittlerweile haben sich allerdings mehr als 140 Bürger gegen das Baugebiet in der geplanten Form ausgesprochen und dies mit ihrer Unterschrift dokumentiert. Dieter E. Hoffmann macht sich zum Sprecher dieser Bürger und stellt fest, dass die Überflutungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen die Einschätzungen bestätigt hätten.

„Wir sind der festen Überzeugung, dass bei der Planung auch dieses Thema nicht unberücksichtigt bleiben sollte, damit die Bebauung auch kleiner Gebiete mit Gefahrenpotenzial unterbleibt“, betont Hoffmann.

Mittlerweile seien zudem immer mehr Sichtungen seltener und geschützter Arten aus dem Gebiet eingegangen. Es seien seltene Schmetterlinge wie Ameisenbläulinge und Käfer wie der Moschusbock, Kriechtiere wie die Würfelnatter sowie Lurch und Krötenarten sowie Pflanzen gemeldet worden.

Derzeit bereitet Dieter Hoffmann den Abschluss der Dokumentation vor, die dann an die Stadt und die Landesbehörden übergeben werde. Die Häfnerhaslacher Unterzeichner haben bereits vor einiger Zeit eine Petition an die Stadtverwaltung übergeben.

Darin wird unter anderem die Erschließung des Baugebiets über die einzige Zufahrtsstraße zum Wohngebiet Gallenmichel als „ambitioniert“ bezeichnet, weil diese Straße ein großes Gefälle aufweise und im Falle von weiteren Schäden oder Blockaden durch Baufahrzeuge und Material den Anwohnern unzumutbare Wege zu ihren Wohnungen zugemutet würden. Dazu sei ein Gehweg im Baugebiet gar nicht geplant. Die Unterzeichner der Petition erwarten außerdem in Zukunft mehr Starkregen. Da das Gebiet ein erhebliches Gefälle habe, befürchten sie eine Überflutung der im unteren Bereich liegenden Grundstücke.

Weiter heißt es in der Petition, dass die Infrastruktur für die Zielgruppe junge Familien vor allem wegen der Straßenführung eher unattraktiv und risikobehaftet sei.

Die Unterzeichner bitten dringend um eine Prüfung der Planung. Sie wünschen sich eine bessere und nachhaltigere Lösung für ein Baugebiet in Häfnerhaslach. „Es ist aus unserer Sicht nur von begrenztem Nutzen und fragwürdiger Sinnhaftigkeit, wenn für ein eher drittklassiges und problematisches Baugebiet schützenswerte Natur geopfert wird“, heißt in der Petition.

Die Stadt hat inzwischen reagiert und die Prüfung sowie einen Dialog zugesagt. Die Einwendungen würden in die Anhörung zum Bebauungsplan einfließen.

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