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Zwei neue Spuren gegen den Stau: Marbacher Oehler-Kreuzung soll ausgeweitet werden

Der tägliche Wahnsinn an der Oehler-Kreuzung soll mit zusätzlichen Fahrspuren entzerrt werden.Archivfoto: Holm Wolschendorf
Der tägliche Wahnsinn an der Oehler-Kreuzung soll mit zusätzlichen Fahrspuren entzerrt werden.Archivfoto: Holm Wolschendorf
Mit Spannung erwartet wurden die Umbaupläne des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart für die Oehler-Kreuzung. Vorgesehen sind nun zwei Geradeausspuren Richtung Murr und eine weitere Abbiegespur aus der Stadt Marbach in Richtung Murr. Auch eine Unterführung für Fußgänger wird untersucht.

Marbach. Der Stau von Marbach in Richtung Bottwartal kostet viele Autofahrer den letzten Nerv. Mit der neuen Planung erhofft sich das Regierungspräsidium Stuttgart den Knoten „leistungsfähig für die Zukunft zu ertüchtigen“, so Planer Thomas Herdter vom Ludwigsburger Büro KMB bei der Vorstellung der Pläne im Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderats.

Zwei Spuren in Richtung Murr

An zwei Stellen wird die Kreuzung „aufdimensioniert“, so der Fachjargon. Von Ludwigsburg her kommend soll es in Zukunft zwei Fahrspuren in Richtung Murr geben. Die zweite Spur soll 87 Meter vor der Ampel beginnen und 145 Meter danach wieder enden, da dann die Radwegbrücke über die L1100 als Hindernis auftaucht. Dazu muss die L1100 von 3,50 auf sieben Meter verbreitert werden. Die Fläche wird teils vom dortigen Parkplatz abgezwackt, wodurch dort dann nur noch rund zehn Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Möglichkeit, dass hier Busse halten können, die Fahrgäste für die Schifffahrt transportieren, soll bestehen bleiben.

Außerdem soll ein zweiter Rechtsabbiegestreifen auf der L1124 vom Marbacher Bahnhof her kommend für Entspannung sorgen, der „grüne Pfeil“ entfällt dann. Die beiden Rechtsabbiegespuren können jedoch wegen des Gebäudes am Straßenrand nur 33 Meter lang sein. Der Einmündungsbereich wird um 3,5 Meter verbreitert. Die Linksabbiegespur in Richtung Ludwigsburg wird etwas verlängert, ebenso die Linksabbiegespur von der L1100 von Murr her in Richtung Marbacher Bahnhof. Um hier Platz zu gewinnen, wird der Gehweg ab der Radbrücke hinter der Skateranlage vorbeigeführt. Diese soll so wenig wie möglich tangiert werden, formulierte Jürgen Waser ein Anliegen der Grünen. Bauamtsleiter Dieter Wanner wollte dies allerdings nicht versprechen, es brauche Bankette und Böschungen.

Unterführung für Fußgänger an der L1100

Die Rechtsabbiegespur von der L1100 aus Ludwigsburg kommend in Richtung Marbacher Bahnhof soll allerdings entfallen. Der Verkehr biegt dann über die Geradeausspur ab, was für Kritik im Ausschuss sorgte, da Autos und Lastwagen hier dann langsamer abbiegen müssen. Die Spur muss jedoch weichen, wenn eine Unterführung gebaut werden sollte, da Platz gebraucht wird, um sie barrierefrei zu gestalten. Eine Machbarkeitsstudie hierfür gab der Ausschuss jetzt in Auftrag. Hintergrund ist, dass eine Verkehrsinsel als Warteplatz für Fußgänger auch mit Blick auf die Gartenschau nicht für ausreichend gehalten wird. Untersucht werden zwei Varianten: Entweder an der bisherigen Stelle, wo Fußgänger oberirdisch geführt werden oder auf der Höhe zwischen Ruderverein und Biergarten, etwas weiter in Richtung Ludwigsburg. Die Variante 1 hat den Vorteil, dass Fußgänger und Radfahrer, die von Benningen über den Neckarsteg kommen, keine großen Umwege machen müssen. Nachteil ist, dass Hochwassergefahr besteht. Auch die Leitungen, die dort verlaufen, müssen untersucht werden, ebenso der Strenzelbach.

Bei einer Bewertung von A-F hat die Oehler-Kreuzung derzeit ein „E“, nach den Prognosen für 2035 ein „F“. Der Abzweig nach Benningen ist derzeit schon in der Kategorie „F“ eingestuft. Deshalb müsse man immer von einem Zusammenspiel der beiden Kreuzungen sowie der Murrer Kreuzungen vor und nach dem Bergkelter-Tunnel sprechen und diese gemeinsam bewerten, so Planerin Miriam Höfig vom RP. Mit dem Umbau rutsche die Oehler-Kreuzung in die Kategorie „D“ – „mehr ist wegen der Topographie nicht möglich“, betonte Höfig.

Mindestens zwei Jahre bis Fertigstellung

Die Untersuchung für die Unterführung könnte in groben Zügen bereits in acht Wochen vorliegen, versprach Herdter. Danach ginge es an die Erstellung eines Bebauungsplans, was nochmals ein Jahr dauert. Der Bau an sich sei in einem Jahr machbar, so Höfig.