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Porträt

Ein Spaziergang mit der FDP-Landtagskandidatin für den Wahlkreis Bietigheim-Bissingen: Elvira Nägele

Die Bietigheimerin Elvira Nägele will für die FDP in den Stuttgarter Landtag einziehen. Foto:Drossel
Die Bietigheimerin Elvira Nägele will für die FDP in den Stuttgarter Landtag einziehen. Foto: Drossel

Bietigheim-Bissingen. Japangarten oder Viadukt? Elvira Nägele, FDP-Landtagskandidatin für den Wahlkreis Bietigheim-Bissingen, ist für beides offen. Die 49-Jährige, in Güglingen (Kreis Heilbronn) aufgewachsen, ist vor fünf Jahren mit ihrem Mann Jochen, den beiden Kindern Julio, 18, und Mayelle, 15, sowie dem siebenjährigen Prager Rattler Coady in die Bietigheimer Innenstadt gezogen. „Bietigheim bietet alles, was eine Stadt braucht, ist aber auch ländlich und grün“, sagt die 49-Jährige. Sie kaufe gerne in der Altstadt ein, der Marktbesuch sei Teil des Samstagsprogramms.

Wir treffen uns im verschneiten Japangarten, spazieren Richtung Viadukt und später durch die Altstadt – eine kurzweilige Tour. Elvira Nägele trägt Wintermantel, Handschuhe, Mütze, feste Schuhe und einen gestreiften FDP-Schal in Gelb, Cyan und Magenta. Eigentlich wollte sie ihren Hund zum Spaziergang mitbringen, der „Schönwetterhund“ bleibt bei den Minustemperaturen aber lieber drinnen. Ganz anders seine Besitzerin. „Eigentlich könnte ich diesen Spaziergang jeden Tag machen“, meint sie. „Ich bin gerne draußen, genieße die Natur“, bekennt die begeisterte Wintercamperin und Skifahrerin, die – soweit es der Beruf zulässt – viel Zeit mit der Familie verbringt.

Sie spielt Trompete, mit ihrer Tochter auch Geige, schwingt in der TSG Bietigheim das Tanzbein – Standard und Latein. All das sei ein wichtiger Ausgleich zum Beruf als Architektin. Ihr Büro ist weiterhin in Güglingen, ebenso die Zahnarztpraxis ihres Mannes. Vor dem Umzug nach Bietigheim gab es keine räumliche Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten.

Dass sie einmal Architektin sein würde, lag nach der Mittleren Reife in weiter Ferne. Sie lernte zunächst Bekleidungsnäherin, musste unzählige Etiketten in Unterwäsche einnähen. „Das hat mich unterfordert und mir nie gefallen.“ Das Angebot des für seine Kirchenbauten bekannten Architekten Heinz Rall kam zur richtigen Zeit: Er bot ihr eine Lehrstelle als Bauzeichnerin an. Sein Credo: Man muss die Chancen, die sich im Leben bieten, ergreifen. Elvira Nägele nutzte die Chance, schloss im renommierten Architekturbüro nicht nur ihre Lehre ab, sondern holte an der Abendschule auch die Fachhochschulreife nach. Sie studierte in Karlsruhe Architektur – finanziert durch ihre Arbeit als Bauzeichnerin. Direkt nach dem Studium machte sie sich in Güglingen selbstständig als Architektin. Außerdem ist sie in der Hausverwaltung tätig.

Elvira Nägele tritt das erste Mal zur Landtagswahl an. Im Mai 2019 hatte sie bereits für den Gemeinderat ihrer Wahlheimat kandidiert, trat dann in die FDP ein. Den Anstoß für die Kandidatur haben die Stuttgarter Museumsnacht und der Besuch im Abgeordnetenhaus gegeben. „Ich dachte, das wäre was für mich.“ Der Gedanke habe sie nicht mehr losgelassen – und es wurde gefragt, vom FDP-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Vogt, ob sie sich – als Frau aus der Wirtschaft – eine Kandidatur vorstellen könnte. Sie konnte – mit voller Unterstützung der Familie. Die FDP nominierte sie im Oktober einstimmig als Kandidatin.

Ihr Wahlkampf findet coronabedingt vor allem digital statt, auf Infostände verzichtet sie weitgehend. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie Flyer entworfen, dreht Videos, richtete eine Homepage ein. Sie stellte drei Abende lang mit Helfern und der Familie Plakate auf, viele hängen in der Bietigheimer Fußgängerzone. Beim Spaziergang rückt Elvira Nägele das eine oder andere Plakat, das schief steht, wieder zurecht. Sie hat sich für die neutrale Variante und damit gegen die Plakate mit psychedelischen Farben und Formen entschieden. „Ich habe meine eigene Meinung, das LSD-Plakat ist nicht mein Ding.“ Ihr Ding sind dagegen die Themen Bauen und Umwelt („Eine Mietpreisbremse ist meines Erachtens eine Bremse für den Mietwohnungsbau“), Freiheit und Grundrechte, Digitalisierung und Bildung.

„Frei in eine lebenswerte Zukunft“: Mit diesem Motto zieht die FDP-Landtagskandidatin Elvira Nägele in den Wahlkampf. Sie habe lange überlegt, ob es der richtige Slogan in der Coronapandemie ist. „Für mich ist die Freiheit sehr wichtig. Lebenswert schließt für mich vieles ein – Mensch und Tier.“ Und sie richtet ihren Blick gerne nach vorne, auch auf die Landtagswahl am 14. März. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir sehr gut abschließen.“

Auf unserem Instagram-Kanal (@ludwigsburgerkreiszeitung) unter dem Highlight „Landtagswahl“ finden Sie zudem kurze Porträts der Kandidaten in Videoform.

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