Logo

Porträt

Landtagskandidatin Andrea Wechsler (CDU): Klimaschutz steht für sie ganz oben

Andrea Wechsler (43) will für die CDU im Wahlkreis Ludwigsburg das Landtagsmandat zurückholen. Die Professorin für Wirtschaftsrecht an der Hochschule Pforzheim setzt auf die Themen Wirtschaft, Bildung und Klimaschutz. Wir haben uns mit ihr zu einem Interview-Spaziergang getroffen und dabei mehr die Person Andrea Wechsler in den Vordergrund gestellt.

Andrea Wechsler will für die CDU in den Landtag. Foto: Holm Wolschendorf
Andrea Wechsler will für die CDU in den Landtag. Foto: Holm Wolschendorf
350_0900_30953_LKZ_Landtagswahl2016_Icon.jpg

Ludwigsburg. Es ist nass an diesem Dienstagvormittag. Der Dauerregen der vergangenen Tage hat die Wege im Salonwald aufgeweicht. Und noch immer regnet es ohne Unterlass. „Seit dem Lockdown sind wir fast täglich im Salonwald“, erzählt Andrea Wechsler. Sie wohnt mit ihrer Familie in der Südstadt. Hier hatten sie schon Schnitzeljagden für die beiden Töchter (5 und 6) gelegt, hatten sich mit Freunden auf einen Glühwein to-go getroffen, als das noch möglich war, und hier geht auch die Joggingrunde durch. „Ich brauche Bewegung.“ Mindestens einmal die Woche werden die Laufschuhe geschnürt.

„Es mir war immer klar, dass ich für ein Mandat zur Verfügung stehe.“

Andrea Wechsler ist zwar keine Ur-Ludwigsburgerin, aber auch kein Neuling auf der politischen Bühne der Stadt. Bei den letzten beiden Kommunalwahlen war sie sowohl für den Gemeinderat als auch den Kreistag angetreten, schaffte es aber nicht ins Parlament. Als sie vor elf Jahren nach Ludwigsburg zog, trat sie von der CSU in die CDU um. „Es mir war immer klar, dass ich für ein Mandat zur Verfügung stehe.“ Sie möchte die „Verantwortung annehmen, etwas für dieses Land zu tun.“

Aufgewachsen in Oberelchingen, einer Stadt mit knapp 10000 Einwohnern, einen Katzensprung hinter der württembergisch-bayerischen Grenze, hat sie, wie sie sagt, eine „Dorfkindheit“ erlebt: Nach dem Mittagessen zum Spielen raus auf die Straße, aktive Messdienerin und Mitglied im Sportverein. Als sie 15 war, zog die Familie nach München. In den Jahren vor dem Abitur engagierte sie sich politisch bei der Jungen Union.

In der Familie ist sie die erste, die Parteipolitik macht.

„Ich bin in einem politisch und geschichtlich interessierten Haushalt aufgewachsen.“ Der Vater habe Berufsstandspolitik gemacht für die Mediziner. Der Großvater sei auch „sehr, sehr politisch“ gewesen, „aber aufgrund seiner christlichen Grundprägung nicht in der NSDAP. Das hat mich immer sehr beeindruckt.“ In der Familie ist sie die erste, die Parteipolitik macht. Als Klaus Herrmann, der über viele Jahre den Ludwigsburger Wahlkreis für die CDU in Stuttgart repräsentierte, sagte, dass er nicht mehr für den Landtag kandidiere, sei für sie schnell klar gewesen, dass sie den Hut in den Ring werfe. „Mein Mann hat dann den entscheidenden Satz gesagt: ‚Du gehst da hin und machst das!‘“ Es sei für sie jetzt der perfekte Zeitpunkt, um etwas an die Gesellschaft zurückzugeben.

Der Weg durch den Salonwald gleicht streckenweise einem Acker. Wasser steht in den Pfützen. Das scheint Andrea Wechsler nicht zu stören. Sie weicht auch Matschlöchern nicht aus, und man könnte ihr das als Wesenszug zuschreiben. Dass sie eben keine ist, die nur den bequemen Weg geht. Dass sie keine ist, die irgendwann die Flinte ins Korn wirft. Ein Satz, den man von ihr nie hören wird? „Ich geb’ auf.“

Wenn man sie nach ihren Wahlkampfthemen fragt, sprudelt es nur so aus ihr heraus: Wirtschaft, Bildung, Klimaschutz, diesen drei Schwerpunkten sieht sie sich verpflichtet. Den Klimaschutz nennt sie dabei als das „größte politische Thema“. Sie selbst hat sich vor einiger Zeit einen E-Scooter gekauft, um mit Zug und Scooter zur Hochschule nach Pforzheim zu kommen. In Zeiten von Corona sei dann aber doch manches anders. So unterrichtet sie ihre Studenten häufig per Video von zu Hause aus. Auch die große Tochter macht Homeschooling, und so weiß die Landtagskandidatin, mit welchen Herausforderungen Familien konfrontiert sind, und wie es mit der Digitalisierung im Schulalltag aussieht.

„Vor dem ersten Kaffee muss ich noch kein Lied singen.“

Sie ist in diesen Wahlkampfwochen ziemlich durchgetaktet. Sie bespielt Online-Kanäle, besucht Vereine, Betriebe und Bürgermeister. Zudem ist gerade Prüfungszeit an der Hochschule. „Zum Glück brauche ich relativ wenig Schlaf“, sagt sie. Fünf Stunden reichen. „Aber vor dem ersten Kaffee muss ich noch kein Lied singen“, sagt sie lachend. Im Familienalltag wechselt sie sich mit ihrem Mann ab und hat Unterstützung von einer Leihoma.

Im Wahlkampf steht die Familie hinter ihr: „Mein Vater findet das ganz großartig.“ Er habe auch angeboten, Plakate zu kleben und folge ihr auf Instagram. „Meine Große beschwert sich, dass sie noch nicht wählen darf. Und die Kleine will jetzt auch Politikerin werden und sich wählen lassen, damit sie dann im Landtag neben mir sitzen darf.“ Für die Familie ist also schon klar, wer den Landtag künftig in Stuttgart vertritt.

Auf unserem Instagram-Kanal (@ludwigsburgerkreiszeitung) unter dem Highlight „Landtagswahl“ finden Sie zudem kurze Porträts der Kandidaten in Videoform.

Autor: