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Korntal-Münchingen

Brand zerstört Holzhaus

Großalarm in Korntal am Mittwochmorgen: Gegen halb vier geht bei der Feuerwehr der Notruf von Nachbarn ein. Zwischen der Innenstadt und dem Bahnhof steht ein markantes Gebäude im Vollbrand: das zu weiten Teilen aus Holz bestehende Haus in der Martin-Luther-Straße. Die beiden 94 und 76 Jahre alten Bewohnerinnen sind zu dem Zeitpunkt bereits unverletzt in Sicherheit.

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Flammen schlagen aus dem Holzhaus in Korntal. Es gilt nun nach Einschätzung der Feuerwehr als nicht mehr bewohnbar. Foto: Dan Becker
Ludwigsburg. Sie hatten zuvor laute Knallgeräusche gehört und dann im weiteren Verlauf das Feuer entdeckt. Sofort flüchteten die Frauen nach draußen. Laut einer Mitteilung der Polizei war wohl ein technischer Defekt an einer Heizungsanlage der Auslöser.

Doch bis es zu dieser Vermutung kam, dauerte es, weil das Baumaterial die Löscharbeiten gewaltig erschwerte. „Es gab große Probleme, an den Brandherd zu gelangen“, berichtete der Gesamtkommandant Thomas Bräuner am Mittwochvormittag. Denn das Feuer hatte sich entlang der Balkendecken ausgebreitet, und damit habe die Gefahr bestanden, dass diese durchbrechen. Eine Option sei deshalb gewesen, das Haus einfach abbrennen zu lassen. „Kurze Zeit später haben wir das Feuer dann aber in den Griff bekommen, und konnten löschen.“

Das allerdings dauerte einige Stunden. Erst gegen halb neun habe es keine Rauchentwicklung mehr gegeben, so die Polizei. Und erst gegen zehn Uhr konnten auch Bräuner und die übrigen, mit Nachlöscharbeiten betrauten Einsatzkräfte wieder in die Gerätehäuser einrücken.

Insgesamt 85 Feuerwehrleute waren in der Nacht und am Morgen im Einsatz, dazu beide Rotkreuz-Ortsverbände der Stadt und die Polizei. Schon früh hatte die Korntal-Münchinger Feuerwehr die Hemminger Führungsgruppe – hier besteht schon seit längerem eine Kooperation – um Unterstützung gebeten. Im weiteren Verlauf wurden Einsatzkräfte von dort angefordert, die an den Atemschutzgeräten ausgebildet sind, später zusätzlich Retter für die Nachlöscharbeiten. Am späteren Morgen kam dafür auch noch ein Löschfahrzeug aus Ditzingen nach Korntal, zudem Spezialisten aus Leonberg, die die Atemgeräteflaschen überprüft und wiederbefüllt haben.

Das Holzhaus steht zwar – anders als die Polizei das am Morgen gemeldet hatte – noch. Doch Bräuner geht nicht davon aus, dass eine Renovierung möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Polizei schätzt den Schaden auf 350 000 Euro.

Die Frauen haben zumindest Glück im Unglück: Sie waren direkt nach dem Brand bei befreundeten Nachbarn untergekommen, berichtet der Beigeordnete Alexander Noak, der als Vertreter der Stadtverwaltung am Morgen zum Brandort gekommen war. Vorübergehend in einer der für Notfälle vorgehaltenen städtischen Wohnungen unterbringen muss er sie aber nicht. Den Frauen sei von Bekannten eine Mietwohnung angeboten worden. „Das ist ein sehr glücklicher Umstand“, freut er sich für die beiden.