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Bietigheim-Bissingen

Entlaufener Emu sorgt für Großeinsatz

Kurzer Ausflug mit dramatischem Ende: Ein Emu ist am Samstagmittag aus ungeklärten Gründen aus seinem Freigehege nahe der Mettermühle entkommen und konnte erst nach gut drei Stunden wieder eingefangen werden. Kurz darauf starb er allerdings.

Ludwigsburg. Mehrere Polizisten und Mitarbeiter der Hilfsorganisation „Tierrettung Unterland“ hatten zuvor versucht, den straußenähnlichen Laufvogel einzufangen, der nahe an der Kreisstraße zwischen Bietigheim und Metterzimmern über das freie Feld lief. In einem ersten Anlauf war es nach Angaben der ehrenamtlichen Tierretter zwar gelungen, den Emu mit vereinten Kräften zu fixieren, doch dann konnte er eines seiner Beine befreien, wobei eine Frau durch seine Krallen an der Hand verletzt wurde. Sie wurde laut einem Polizeisprecher zwar ins Krankenhaus gebracht, die Fleischwunde konnte dort aber ambulant und schnell versorgt werden. Unterdessen versuchten die Einsatzkräfte weiter, den Vogel einzufangen. Da weder der Halter noch ein Tierarzt mit der entsprechenden Genehmigung für den Einsatz von Distanznarkose erreicht werden konnte, sollte der Emu zum Abschuss freigegeben werden.

Ein letzter Einfangversuch glückte dann zwar, allerdings starb der Vogel in der Folge, Ursache könnte laut der Tierrettung Unterland stressbedingtes Herzversagen gewesen sein. Gerade bei solchen Arten scheint das nicht ungewöhnlich, wittern sie Gefahr, schalten sie in der Regel den Kopf aus und beginnen wegzurennen. Erst im September war in Stuttgart ein Nandu entlaufen und nach mehr als einer Woche bei einem Einfangversuch mithilfe einer über den Kopf geworfenen Jacke ebenfalls gestorben. (jsw)