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Hemmingen

Hat ein Bewohner drei Brände gelegt?

Als Bürgermeister Thomas Schäfer am Montagmorgen zu den Folgen des Brandes in der als Asylunterkunft genutzten ehemaligen Gaststätte Schiff befragt wird, ist er hörbar genervt. Denn erst Ende Mai hatte es in einer solchen Einrichtung gebrannt, die Bewohner mussten anderweitig untergebracht werden, doch viele Möglichkeiten gab es in dem kleinen Ort nicht. Eine war eben jenes Gebäude in der Hochdorfer Straße in Bahnhofsnähe, in dem es nun am Freitagnachmittag erneut ein Feuer gegeben hat (wir berichteten). Nun musste wieder für zumindest vier Flüchtlinge eine Notlösung her, in einer Liegenschaft, die man erst später nutzen wollte. Die übrigen – 21 sind dort gemeldet – hätten nach Prüfung des CO-Gehalts durch die Feuerwehr in das unversehrte Obergeschoss ziehen können. Die Schadensbegleichung (im jüngsten Fall geschätzt 50 000 Euro) durch die Versicherung könnte bei zwei Fällen so kurz hintereinander durchaus schwierig werden.

Ludwigsburg. Doch am Nachmittag wird bekannt: Es sind sogar drei Fälle. Denn am Freitag hatte es gleich nochmals gebrannt, gerade als Mitarbeiter der Gemeinde gegen 18 Uhr dabei waren, aufzuräumen. Wieder brannte eine Bettmatratze, diesmal in einem unbewohnten Zimmer im ersten Obergeschoss, die aber laut Polizei schnell gelöscht werden konnte. „Da hat man geahnt, dass was nicht mit rechten Dingen zugeht“, sagt Schäfer, nachdem er von den jüngsten Ermittlungsergebnissen erfahren hat.

Die führten zu einem 24-jährigen Syrer, der das Einzelzimmer bewohnte. Noch am Freitagabend sei er vorläufig festgenommen worden, ein Haftrichter habe ihn wegen schwerer Brandstiftung in ein Gefängnis eingewiesen, heißt es in der Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft am Nachmittag. Der Mann habe sich geständig gezeigt, die Brände gelegt zu haben. „Vermutlich waren psychische Probleme der Auslöser“, heißt es weiter.

Wie er die beiden Feuer gelegt hat, möchte die Polizei nicht sagen. Denn die Ermittlungen laufen noch – auch dahingehend, ob der 24-Jährige ebenso für den Brand in seiner früheren Unterkunft in der Patronatstraße am Abend des 23. Mai verantwortlich ist. Wann beide Gebäude wieder komplett nutzbar sind, müsse man sehen, so Schäfer. In der Patronatstraße ist lediglich einer der beiden Gebäudeteile derzeit bewohnt.