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Mann stürzt nach plötzlicher Attacke auf die Gleise

Unbekannter schlägt 22-Jährigen am Bahnsteig unvermittelt auf den Hinterkopf – Begleiter des Opfers hilft ihm aus dem Gleisbett

Es ist ein Szenario, das an den schrecklichen Vorfall in Frankfurt im Juli dieses Jahres erinnert, als ein Mann Mutter und Sohn vor einen fahrenden Zug ins Gleisbett schubste, der Achtjährige starb: Ein 22-Jähriger ist von einem Unbekannten am frühen Samstagmorgen so heftig auf den Hinterkopf geschlagen worden, dass er ins Gleisbett stürzte. Weil kein Zug einfuhr, konnte ihm ein Bekannter auf den rettenden Bahnsteig helfen.

„Wir kennen den Hintergrund der Tat bisher nicht“, sagt ein Pressesprecher der Bundespolizei auf Nachfrage unserer Zeitung. Diese nimmt die polizeilichen Aufgaben auf dem Gebiet der Bahnanlagen der Eisenbahnen des Bundes wahr, zum Beispiel auf den Bahnhöfen. „Von unserer Seite wird es aber bisher so eingeschätzt, dass es keine Intention gab, ihn auf die Gleise zu befördern.“

Die unerwartete und plötzliche Attacke, durch die der Mann ins Gleisbett stürzte, geschah im Ludwigsburger Bahnhof am frühen Samstagmorgen. Gegen 1.45 Uhr hatte ein 22-Jähriger mit einem Bekannten auf dem Bahnsteig 2 auf den Zug gewartet. Nach bisherigen Erkenntnissen schlug ihn ein unbekannter Täter unvermittelt auf den Hinterkopf. „Es gab nach unseren bisherigen Erkenntnissen davor keine verbale Auseinandersetzung“, so der Sprecher. Der Täter habe sich den beiden genähert und einfach zugeschlagen.

Durch die Wucht des Schlages zog sich der junge Mann ein blutendes Ohr zu und fiel nach vorne ins Gleisbett. Er wurde durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Der Täter flüchtete nach der Tat in Richtung Innenstadt. Es sei nach ihm gefahndet worden, allerdings ohne Erfolg. Nach Zeugenaussagen ist er etwa 18 bis 20 Jahre alt und hat schwarze, kurze Locken. Sein Phänotyp wird mit südländisch umschrieben. Zur Tatzeit trug er eine braune oder schwarze Kapuzenjacke.

Direkte Konsequenzen in Sachen Sicherheit auf dem Bahnhof ist zumindest seitens der Bundespolizei nicht zu erwarten: „Wir haben keine Häufung von Straftaten in unserem Bereich, so dass wir agieren müssten“, so der Sprecher weiter. Ludwigsburg sei einer der wenigen Bahnhöfe bundesweit, wo sich die Zuständigkeit teile. Das Gebäude ist in Privatbesitz, die Bundespolizei ist hier nur für die Gleisanlagen und Bahnsteige zuständig. „In der Bahnhofshalle und im vorderen Bereich ist bei Straftaten die Landespolizei zuständig.“ Wie berichtet, war es in vergangener Zeit immer wieder zu Tätlichkeiten und Schlägereien auf dem Bahnhof gekommen.

Nun wird wegen Körperverletzung ermittelt. Zeugenhinweise gehen an die Bundespolizei unter Telefon (07.11) 8.70.35. (ja/red)