Vaihingen. Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungskräften und Polizei im Wohngebiet Am Wolfsberg hat am Ostersamstag in Vaihingen an der Enz für Verunsicherung gesorgt.
Strahlenschutz-Alarm ausgelöst
Gegen 16.30 Uhr hatten Anwohner ein Behältnis in ihrem Garten gefunden, das mit dem Namen eines Gefahrenstoffs beschriftet war, teilte die Stadt Vaihingen in einer Pressemeldung mit. Der Behälter sei mit „Polonium 250“ beschriftet gewesen, so Vaihingens Kommandant und Einsatzleiter Thomas Korz. Polonium ist ein radioaktiver Stoff.
Zur potenziellen Gefahrenabwehr wurde daraufhin ein Strahlenschutz-Alarm ausgelöst: 140 Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis, darunter zahlreiche speziell geschulte Einsatzkräfte, sicherten und untersuchten den Behälter in Schutzkleidung.

Nach den Untersuchungen gab es Entwarnung: Messungen vor Ort ergaben keine erhöhte Strahlenbelastung – weder am Behältnis selbst, noch in der Umgebung des Fundortes. Die Anwohner konnten in ihr Haus zurückkehren.
Vater reagiert schnell
Die Bewohner hatten den Behälter bei der Ostereiersuche gefunden. „Kinder hatten aber keinen Kontakt damit“, so Thomas Korz. Der Vater habe den Behälter gesehen und an sich genommen. Die Feuerwehr habe den Vater zunächst separiert, da man nicht ausschließen konnte, dass er mit dem radioaktiven Stoff in Berührung gekommen war. Das habe man aber schnell ausschließen können, so Korz weiter.

Das Gefäß wird nun in Absprache zwischen Regierungspräsidium und Umweltministerium abtransportiert, geöffnet, gegebenenfalls dekontaminiert und entsorgt. Für die Anwohner des Wohngebiets besteht keine Gefahr. Das bestätigt auch die Polizei in ihrem Einsatzbericht. Inzwischen hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen, teilte das Präsidium am Montagmittag mit. Vaihingens Oberbürgermeister Uwe Skrzypek-Muth dankte den Einsatzkräften für ihren speziellen Oster-Einsatz.
Außergewöhnlicher Ostersonntag
Für die war es ein außergewöhnlicher Ostersonntag. „Einen Einsatz wegen eines Gefahrstoffs mit atomarer Strahlung erwartet man nicht am Ostersonntag in einem Privathaushalt“, fasst Einsatzleiter Thomas Korz zusammen.
