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Stadtjubiläum

1200 Jahre und 30 bunte Esel

Assesberg. So heißt anno 819 der Wohnort von vier Leibeigenen, die dem Kloster Weißenburg im Elsass geschenkt werden. Ein weißenburgischer Klosterhof liegt damals am Fuß des Hohenaspergs, die Siedlung noch oben auf dem Berg. 1200 Jahre später feiert Asperg das Jubiläum seiner ersten urkundlichen Erwähnung. Heute startet die Stadt mit einem Festakt ins Jubiläumsjahr.

Asperg zu Beginn des Jubiläumsjahrs 2019. Mitfeiern werden 30 bunte Esel – unten der „Beamtenesel“ aus dem Rathaus mit Schultes Eiberger und „Bemalerin“ Sabine Hoch. Fotos: Holm Wolschendorf
Asperg zu Beginn des Jubiläumsjahrs 2019. Mitfeiern werden 30 bunte Esel – unten der „Beamtenesel“ aus dem Rathaus mit Schultes Eiberger und „Bemalerin“ Sabine Hoch. Foto: Holm Wolschendorf
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Asperg. Festredner in der Stadthalle wird heute Abend – Beginn um 19 Uhr – ein renommierter Kirchenhistoriker sein: Hermann Ehmer, Honorarprofessor in Tübingen und zwei Jahrzehnte lang Leiter des Landeskirchlichen Archivs. Die kirchliche Herrschaft über Asperg endete indessen nach 158 Jahren – Otto von Schwaben riss 977 die Herrschaft über das Lehen Asperg an sich, wo fortan nicht mehr der Klerus, sondern der Adel regierte. Originale Urkunden und ein Faksimile der „Gründungsakte“ von 819 werden heute Abend in der Stadthalle zu bestaunen sein. Die liegt natürlich am Fuß des Hausbergs, wohin der Ort im Jahr 1535 umzog und sich zu einer Stadt von inzwischen 13 500 Einwohnern entwickelte.

Der markante Hausberg, jahrhundertelang Landesfestung und immer noch Sitz einer Strafanstalt mit dem Denkmalrang des „Demokratenbuckels“, ist nicht nur stadtbild- und imageprägend für Asperg, sondern auch heute noch allgegenwärtig, wenn jemand auf die Stadt zu sprechen kommt. Und er wird es auch beim Festakt sein: Die Stadtkapelle hat eine dem Hohenasperg gewidmete Komposition in Auftrag gegeben, die heute ihre Uraufführung erlebt.

Um an den Beginn der Siedlung Assesberg zu erinnern, die den älteren Ansiedlungen von Kelten, Römern und Alamannen folgte, soll im frühen Frühjahr vor der Schubartstube eine schlichte Gedenksäule mit den Jahreszahlen 819, 1535 und 2019 errichtet werden. Das weitere Jubiläumsprogramm ist so bunt wie die Kunstaktion zum Jubeljahr: In der ganzen Stadt werden 30 bemalte Esel aufgestellt. Das Asperger „Wappentier“ soll einst statt des dort befürchteten Teufels aus dem Rathaus getrabt sein – zur Erleichterung der Bürgerschaft, die seither ihren Spitznamen weghat. Dass die Stadt ihren Ruf mehrt und verbessert, erhofft sich denn auch Bürgermeister Christian Eiberger vom Stadtjubiläum. Einige weitere Höhepunkte des Festprogramms: Am 15. März wird im Keltensaal eine Ausstellung über die Geschichte der Stadt und das Leben der Bevölkerung in vergangenen Jahrhunderten eröffnet. Am 19. Mai soll ein Kinderfest in der Stadthalle und am Bürgergarten stattfinden. Dazu sind unter anderem die Ulmer Klötzlesbauer mit einem großen Lego-Sortiment vor Ort, um mit den Kindern den Hohenasperg mit Festung sowie ein großes Asperger Wappen nachzubauen.

Vom 29. Mai bis 2. Juni wird der Hausberg zur Open-Air-Spielstätte: Unter Mitwirkung örtlicher Vereine und der beiden Theater – Glasperlenspiel und Schwabenbühne – sowie der Theaterbande der städtischen Kinder- und Jugendarbeit finden Kulturtage im Wallgraben statt. Geplant sind Konzerte, unter anderem der Stadtkapelle, sowie Theateraufführungen. Im September wird das Theater Lindenhof ein eigens für das Jubiläumsjahr geschriebenes Theaterstück zur Geschichte der Stadt Asperg und des Hohenaspergs uraufführen. Geplant sind insgesamt zehn Vorstellungen, dann gehen die Melchinger mit dem Hohenasperg-Stück auf Tour.

Das dreitägige Jubiläumsfest vom 19. bis zum 21. Juli mit einem historischen Markt wird die gesamte Innenstadt in Beschlag nehmen, vom 16. bis 18. August wird mit einer ebenfalls dreitägigen Nachstellung historischen Lagerlebens und alter Handwerkskunst am Kleinaspergle die Keltenzeit wieder lebendig. Das Jubiläumsprogramm greift so weit hinter die schriftlich fassbare Stadtgeschichte zurück.

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