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Klinikenradio

44 Jahre Klinikradio Bietigheim: Viel Prominenz vors Mikrofon geholt

Vor 44 Jahren ging im damaligen städtischen Krankenhaus Bietigheim erstmals der Krankenhausrundfunk auf Sendung. Mittlerweile sind die Sendungen der ehrenamtlichen Rundfunkmacher in allen Häusern der RKH-Kliniken und darüber hinaus im Internet zu hören,

Die Moderatoren Tim Mohrbacher und Bettina Ruchay „fahren“ die Jubiläumssendung zum 44-jährigen Bestehen des Klinikenradios.Fotos: Alfred Drossel
Die Moderatoren Tim Mohrbacher und Bettina Ruchay „fahren“ die Jubiläumssendung zum 44-jährigen Bestehen des Klinikenradios. Foto: Alfred Drossel
Ein Teil der prominenten Interviewpartner.
Ein Teil der prominenten Interviewpartner.

Bietigheim-Bissingen. Am Samstag wurde coronakonform eine Sondersendung gefahren. Die Moderatoren Bettina Ruchay und Tim Mohrbacher erfüllten Musikwünsche und blendeten Ausschnitte früherer Interviews, unter anderem mit der SWR-Ikone Matthias Holtmann oder dem Schauspieler Walter Sittler ein. Erich Reidinger, der den Sender mehr als 30 Jahre mitgestaltet hat, berichtete vom Entstehen des Genesungsfunks.

Ein Bietigheimer Zeitungsreporter kam vor fast einem halben Jahrhundert auf die Idee, die Hörkissen an den Betten mit Unterhaltung und lokalen Themen sowie Studiogästen zu beleben. Beim damaligen Krankenhausverwaltungsleiter Hans-Peter Holzwarth und seinem ideenreichen technischen Leiter Walter Kunze fiel diese Idee auf fruchtbaren Boden. Der Krankenhausrundfunk war geboren.

Anfangs wurde aus einem fahrenden Studio gesendet. Die Technik wurde immer wider verfeinert, Studios eingerichtet und Livesendungen gefahren, die größte von der Landesgartenschaubühne im Jahr 1989. Weit über 60 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die bisher fast 7000 Sendungen gestaltet. Erich Reidinger war viele Jahre der Motor des Genesungsfunks. Bettina Ruchay ist am längsten dabei. Vor dem Mikrofon war aber auch der in Bietigheim bekannte Werner Wilde, die Heimatsängerin Heidi Mössner, die auch deutsche Rundfunksendungen für Kanada produzierte, die damals mit über 70 Jahren älteste Mitarbeiterin Liselotte Rehm, die Sendungen für das Haus an der Metter moderierte.

Mehr als 35000 Musikwünsche hat das Klinikenradio in den 44 Jahren den Patienten erfüllt. Rund 70000 Musiktitel sind im Schallarchiv. Gut 2000 Studiogäste aus Vereinen, Schulen, Orchestern und aus Künstlerkreisen haben das Programm mitgestaltet. Fast 500 Prominente gaben dem Sender Interviews oder kamen ins Studio, darunter der frühere Bundespräsident Karl Carstens, Lothar Späth, Luis Trenker, Inge Meysel, Peter Alexander, Harald Juhnke, Hans Rosenthal und Gotthilf Fischer.

1999 fusionierten die Haussender aus Bietigheim und Ludwigsburg zum Klinikenradio. Der damalige Verwaltungsleiter des Kreiskrankenhauses, Edwin Beckert, hatte das Radio als wichtiges Angebot für die Patienten gefördert. Der derzeitige Chef der RKH-Kliniken, Prof. Dr. Jörg Martin, würdigte in einem Interview in der Jubiläumssendung den Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter als tolle Leistung. Die Patienten würden immer super unterhalten. Und vor allen Dingen helfe das, gesund zu werden.

Gegenwärtig sei es besonders wichtig, regelmäßig Radiosendungen zu haben, denn es gelte aufgrund der Covid-Pandemie immer noch ein Besuchsverbot in den Kliniken und das werde auch noch eine Zeit lang so bleiben. „Wir sind froh, dass wir Sie haben“, sagte Martin zu den Radiomachern. Von Rückmeldungen der Patienten wisse man, dass das Programm ankomme. Seit September 2018 gibt es einen Ableger des Klinikenradios, das Jugendradio. Dessen Sendungen sind auf eine jugendliche Zielgruppe ausgerichtet, die jedoch auch die Junggebliebenen nicht ausschließen.

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