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Schulentwicklungsplanung

50 Millionen Euro für Schulbauten

In den nächsten Jahren werden mindestens 50 Millionen Euro in Sanierung, Erweiterung und Neubau von Schulen investiert. Fest steht, dass es Bedarf für eine weitere, dreizügige Grundschule mit zwölf Klassen gibt und die Theodor-Heuss-Realschule ausgebaut werden soll.

Die Theodor-Heuss-Realschule in Kornwestheim. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Die Theodor-Heuss-Realschule in Kornwestheim. Foto: Holm Wolschendorf

kornwestheim. Bei einer nicht-öffentlichen Sondersitzung haben sich die Gemeinderäte einen Nachmittag lang mit der Schulentwicklungsplanung in Kornwestheim beschäftigt. „Die Zahlen haben uns erschlagen, aber wir müssen etwas tun“, brachte CDU-Fraktionsvorsitzender Hans Bartholomä bei einem Pressegespräch die Stimmung der Kommunalpolitiker auf den Punkt.

Erschlagen waren die Gemeinderäte sowohl von der prognostizierten Schülerzahl als auch von der geschätzten Investitionssumme, die erforderlich ist, um die benötigten räumlichen Möglichkeiten zu schaffen. Nach Hochrechnungen des Planungsbüros Biregio (Projektgruppe Bildung und Religion) wird die Zahl der Grundschüler bis zum Jahr 2025 um rund 300 Kinder steigen. Ganz konkret fehlt eine dreizügige Grundschule mit zwölf Klassenräumen. Diese Entwicklung wird sich mit entsprechender zeitlicher Verzögerung bei den weiterführenden Schulen fortsetzen.

„Anders als in anderen Kommunen geht der Trend in Kornwestheim in Richtung Realschule“, sagte Oberbürgermeisterin Ursula Keck. Ist diese Schule bislang vierzügig, so geht man hier von einem fünf- bis sechszügigen Ausbau aus. Ohne einen Erweiterungsbau funktioniert das nicht. „Priorität hat aber das Thema Grundschule“, machte Keck deutlich. Hier sind Erweiterungen geplant. Für Keck ist der Anstieg der Schülerzahl Indiz für die Familienfreundlichkeit Kornwestheims, aber auch für verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch die Schaffung von Betreuungsplätzen im Kleinkindbereich.

Beteiligt an der Schulentwicklungsplanung sind neben Verwaltung und Gemeinderat die Schulleiter, der Gesamtelternbeirat, das Staatliche Schulamt, das Regierungspräsidium Stuttgart sowie die Planungsbüros Biregio und KMB. In enger Kooperation mit der eigens gegründeten Lenkungsgruppe Schulbauentwicklung sind verschiedene Varianten diskutiert und entwickelt worden, wobei sechs Varianten in die engere Wahl gelangt sind. Die Entscheidung über diese wichtige Zukunftsfrage wird erst der neue Gemeinderat treffen, der am 26. Mai gewählt wird.

Hans Bartholomä unterstrich, dass für seine Fraktion Nachhaltigkeit von großer Bedeutung ist und bei den Planungen nicht nur an Morgen, sondern auch an Übermorgen gedacht werden soll. „Die CDU sieht es kritisch, wenn Raum vernichtet wird“, kritisierte er den in zwei Varianten vorgesehenen Abriss der Mensa der Gemeinschaftsschule.

Vom Land geförderte Maßnahmen nötig

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Hans-Michael Gritz, plädierte dafür, nicht nur bauliche, sondern auch pädagogische Aspekte zu berücksichtigen. Er sprach sich gegen die Schaffung zu großer Einheiten mit mehr als 1000 Schülern aus. Das Thema Inklusion, sprich das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ), sieht er in der Nähe der Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule am besten aufgehoben. Die SPD favorisiert deshalb die Variante „Campus Mitte“. Diese sieht Gymnasium, Gemeinschaftsschule, SBBZ und eine vierzügige Grundschule in der Innenstadt vor. Die von der Fraktion Bündnisgrüne/Die Linke bevorzugte Variante beinhaltet unter anderem den Neubau der Gemeinschaftsschule sowie eine zweizügige Grundschule in der Nähe der bestehenden Realschule. „Leider ist die Lösung, die wir bevorzugen, die teuerste“, gab Ralph Rohfleisch (Die Grünen) zu bedenken. So unterschiedlich die einzelnen Konzepte auch sind, so beinhalten alle Abriss, Sanierung, An- und Neubauten.

„Wir sollten schnell handeln, aber ohne uns Varianten zu verbauen“, sagte Markus Kämmle (Freie Wähler) mit Blick auf die erforderliche Erweiterung von Realschule und Grundschulen. Auf den Faktor Zeit machte Baubürgermeister Daniel Güthler aufmerksam: „Ein Schulneubau dauert vier Jahre.“ Außerdem müssten die Baumaßnahmen aufeinander abgestimmt werden. „Ich gehe davon aus, dass wir Containerlösungen zur Überbrückung benötigen“, sagte er. Erster Bürgermeister Dietmar Allgaier richtete das Augenmerk auf die Finanzen: „Wir können nur empfehlen, sich für Maßnahmen zu entscheiden, die vom Land gefördert werden“, sagte er. „Das Thema wird ein Schwerpunkt in der neuen Legislaturperiode.“

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