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Verkehr

A.81: Bauen gegen Virus und Verfall

Auf der Autobahn nördlich von Ludwigsburg wird derzeit eine weitere Sanierungsphase vorbereitet. Der gesamte Zeitplan gilt aber nur unter Vorbehalt – schuld daran ist natürlich Corona.

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In den kommenden Tagen rücken auf der A 81 wieder Bauarbeiter an.Archivfoto: dpa
In den kommenden Tagen rücken auf der A 81 wieder Bauarbeiter an. Foto: dpa

Kreis Ludwigsburg. Das dürfte für manche Verkehrsteilnehmer in den kommenden Tagen eine böse Überraschung geben: Wer an der Anschlussstelle Ludwigsburg-Nord auf die A.81 in Richtung Heilbronn möchte, wird von Mitte kommender Woche an vor einer Sperrung stehen. Grund sind mal wieder Sanierungsarbeiten.

Auf knapp vier Kilometern Länge werden der Asphalt und auch die darunter liegende Binderschicht der Autobahn zwischen den Anschlussstellen Ludwigsburg-Nord und -Süd in Fahrtrichtung Leonberg saniert. Derzeit laufen vorbereitende Arbeiten für das rund 4,2 Millionen Euro teure Projekt. Nach und nach werden dabei die Fahrstreifen eingeengt, womit auch wie schon bei früheren Baustellen ein Tempolimit von 80, beziehungsweise 60 Stundenkilometern einhergeht. Zudem wird eine Spur auf die andere Seite verlegt, erläutert Referatsleiter Andreas Klein vom zuständigen Regierungspräsidium Stuttgart (RP). Das ist auch der Grund, weshalb die Bauarbeiten Folgen für den Verkehr in der Gegenrichtung haben, denn auf Höhe der Fahrstreifenüberleitung liegt eben die Anschlussstelle Ludwigsburg-Nord. Deren Sperrung soll ab kommendem Dienstag, 31. März, 20 Uhr gelten und dann bis voraussichtlich Anfang Juni andauern.

Die Umleitung bedeutet für die Verkehrsteilnehmer einen längeren Weg. Sie führt ab der Kreuzung zum Monrepos über die Landesstraße nach Freiberg, dann weiter Richtung Pleidelsheim, wo es kurz nach der Brücke über die A.81 rechts abgeht, in Richtung Murr und die dortige Anschlussstelle. Ausgeschildert ist die Strecke nach Angaben des RP mit U.9.

Notfallarbeiten bei Freiberg

Doch auch die Behördenverantwortlichen selbst haben im Zusammenhang mit der A.81 nördlich von Ludwigsburg unlängst eine böse Überraschung erlebt. Denn bei der turnusmäßigen Prüfung ist die Lärmschutzwand bei Freiberg „durchgefallen“, wie das Klein formuliert – sie muss deshalb dringend in der kommenden Woche ausgetauscht werden. Bei dem Bauwerk, das in Fahrtrichtung Süden auf der rechten Seite steht, habe sich schon ein Loch gebildet und es drohen Elemente herauszufallen. Zudem stehe die Wand etwas schräg, so Klein. Die Schäden haben selbst ihn überrascht: „Ich war auch ein bisschen erschrocken“, sagt er über den Vor-Ort-Besuch. Bei der letzten Prüfung habe man noch das Fazit gezogen, dass es noch gehe – auch, weil man gehofft hatte, dass man um eine Ersatzlösung herumkommt. Denn der Bau einer neuen Wand gestaltet sich schwierig, weil es direkt dahinter einen steilen Abhang gebe. Zudem müsse, unter Beachtung naturschutzrechtlicher Aspekte, auch eine ganze Böschung gerodet werden.

„Wir sind jetzt nicht glücklich. Aber das Wichtigste ist: Wir haben eine Lösung für die Anwohner.“ Die sieht vor, dass die alte Wand am kommenden Dienstag und Mittwoch abgebaut wird – die rechte Spur und der Standstreifen sind währenddessen gesperrt –, danach wird ein Provisorium errichtet, und zwar auf dem Standstreifen. Wann das erfolgt, werde derzeit noch mit dem Bauunternehmen abgestimmt. Ziel sei es aber, die Lücke „so kurz wie möglich zu halten“, so das RP. Wenn die provisorische Wand stehe, solle sie den Anwohnern gar einen besseren Lärmschutz als aktuell bieten, ist sich Klein sicher, denn sie stehe näher an der Fahrbahn – und soll auch nach dem Bau der richtigen Wand zusätzlich absorbieren.

Alles unter Corona-Vorbehalt

Klein hofft, dass es nun nicht noch weitere Überraschungen gibt. Denn sowohl der Zeitplan bei der Sanierung bei Ludwigsburg ist abhängig von möglichen Entwicklungen durch Corona, wie auch bei anderen Baustellen im Kreis. Unter anderem ruht derzeit eine Maßnahme im Bereich der Anschlussstelle Zuffenhausen, zudem habe eine Infektion unlängst einen zweiwöchigen Stillstand bei einem Mischwerk bei Herrenberg zur Folge gehabt, berichtet er. Die Idee des Branchenverbands, dass Projekte in der ungeplant verkehrsärmeren Zeit vorgezogen werden sollten, sei zwar toll. Aber dazu müssten auch bei den Baufirmen die Möglichkeiten vorhanden sein. Die Devise lautet deshalb: „Wir machen im Moment weiter wie geplant mit den Projekten, die in der Pipeline sind. Aber wir forcieren nichts.“

Zumal keiner vor einer möglichen Ansteckung gefeit sei – und dann ruhe die Arbeit der Gruppe. Denn es sei nicht immer ganz so einfach, die einzelnen Kolonnen zu trennen. In dem Zusammenhang appelliert auch die Gewerkschaft IG Bau an die Arbeitgeber, die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln sicherzustellen. „Frühstücksrunden im Baucontainer sind derzeit ebenso tabu wie Fahrten im vollbesetzten Bulli.“ Wo der Abstand nicht einzuhalten sei, müssten Masken und Schutzhandschuhe bereitgestellt werden.

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