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Gesundheit in der Region
Adipositaszentrum in Bietigheim-Vaihingen erneut zertifiziert: Hilfe bei starkem Übergewicht

(von links): Leitender Oberarzt Privatdozent Dr. Michael Müller, Oberärztin Dr. Sandra Hirschburger, Ernährungswissenschaftlerin, Zentrumskoordinatorin Jana Bahlinger und Prof. Dr. Dieter Birk.
(von links): Leitender Oberarzt Privatdozent Dr. Michael Müller, Oberärztin Dr. Sandra Hirschburger, Ernährungswissenschaftlerin, Zentrumskoordinatorin Jana Bahlinger und Prof. Dr. Dieter Birk. Foto: RKH-Gesundheit
Das RKH-Zentrum setzt auf moderne Therapien von Abnehmspritze bis OP. Rund 700 Patienten wurden am Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen bereits behandelt.

Bietigheim-Bissingen. Das Adipositaszentrum Nordwürttemberg am RKH Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen ist erneut zum Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie zertifiziert worden. Damit bestätigt die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie die hohe medizinische Qualität und die umfassende Versorgung von Patientinnen und Patienten mit starkem Übergewicht, heißt es in einer Mitteilung der RKH.

Adipositas als wachsende Volkskrankheit

Adipositas gilt weltweit als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen. Auch in Deutschland ist ein erheblicher Teil der Bevölkerung von den Folgen eines starken Übergewichts betroffen. Die Erkrankung geht häufig mit schweren Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden oder Gelenkproblemen einher und erfordert eine ganzheitliche Behandlung. Genau hier setzt das Adipositaszentrum in Bietigheim an: In enger Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche – wie Chirurgie, Innere Medizin, Psychosomatische Medizin, Ernährungsmedizin, Endokrinologie und weitere Disziplinen – werden individuelle Therapiekonzepte entwickelt. Ziel ist es, für jede Patientin und jeden Patienten die passende Behandlung zu finden – von konservativen Maßnahmen bis hin zu operativen Eingriffen.

Wenn nur noch eine OP hilft

Auch neue Therapieansätze wie die sogenannte „Abnehmspritze“, eine medikamentöse Behandlung zur Gewichtsreduktion, spielen zunehmend eine Rolle. Sie können Patientinnen und Patienten unterstützen, stoßen jedoch insbesondere bei schwerer Adipositas an ihre Grenzen. Wenn konservative Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, Bewegungstherapie, Medikamente und psychologische Begleitung nicht ausreichen, kann eine Operation die einzige wirksame Behandlungsoption sein.

Strenge Kriterien für Zertifizierung

Die Anforderungen für eine Zertifizierung sind hoch: Neben einer nachgewiesenen Mindestzahl an Eingriffen müssen strukturierte Behandlungsabläufe, eine umfassende Datendokumentation sowie die fachübergreifende Zusammenarbeit nachgewiesen werden. Auch die spezielle Ausstattung für die Versorgung stark übergewichtiger Menschen spielt eine wichtige Rolle. „Die erneute Zertifizierung bestätigt die hohe Qualität unserer Arbeit und vor allem das starke Zusammenspiel vieler Fachdisziplinen. Adipositas ist eine komplexe Erkrankung, die nur gemeinsam erfolgreich behandelt werden kann“, sagt Prof. Dr. Dieter Birk, Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Leiter des Zentrums.

700 Eingriffe seit 2015

Seit dem Start des Zentrums 2015 wurden rund 700 Patientinnen und Patienten operiert - für die Betroffenen oft der Start in ein neues Leben mit besserer Lebensqualität. (red)