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Ärger an den Schulen im Kreis Ludwigsburg absehbar: Wenn Eltern kurz mal die Sommerferien verlängern

Schüler am Flughafen. Für den Urlaub wird manchmal auch bei den feststehenden Ferientagen getrickst. Archivfoto: Christoph Schmidt/dpa
Schüler am Flughafen. Für den Urlaub wird manchmal auch bei den feststehenden Ferientagen getrickst. Archivfoto: Christoph Schmidt/dpa
Die Sommerferien nahen und für manche Eltern stellt sich wieder die Frage: Wie bekomme ich die Ferien mit den eigenen Urlaubsplänen unter einen Hut. Manche Eltern verlängern einfach und kommen so mit dem Schulgesetz in Konflikt. Und wenn sie erwischt werden, gibt es Strafe obendrauf.

Kreis Ludwigsburg. Die Ferien stehen bald vor der Tür und damit die Suche nach einer Lösung, wie Urlaub und Ferien zusammenkommen. Vor oder nach den offiziellen Schulferien ist die Unterkunft oftmals billiger. Da kann den Eltern schon mal der Gedanke kommen, die Ferien ihrer Kinder, einfach um ein paar Tage zu verlängern. „Wir führen darüber keine Statistik, wir wissen daher auch nicht, ob das Verlängern der Ferien zugenommen hat. Doch einige Schulen berichten uns, von einer Zunahme der Ferientage, die zusätzlich beantragt wurden oder die einfach genommen werden“, sagt Sabine Conrad, Leiterin des stattlichen Schulamts in Ludwigsburg.

Immer wieder würden Jugendliche, beispielsweise an Flughäfen entdeckt, die nicht in der Schule sind und unter Aufsicht der Eltern ein paar Extra-Tage genießen. Das könne bis zu einem Bußgeldverfahren führen. Solche Vorkommnisse würden aber nicht nur die Sommerferien betreffen. Es gelte für das gesamte Jahr.

Im Schulgesetz ist alles geregelt: „Die Schulbesuchsverordnung legt fest, dass eine Beurlaubung vom Besuch der Schule lediglich in besonders begründeten Ausnahmefällen und nur auf rechtzeitigen schriftlichen Antrag möglich ist. Als Beurlaubungsgründe werden kirchliche Veranstaltungen, Gedenktage oder Veranstaltungen von Religionsgemeinschaften anerkannt“, sagt Sabine Conrad. Eine Beurlaubung zur Verlängerung der Ferienabschnitte erlaube die rechtliche Regelung nicht. Zuständig für die Entscheidung über die Beurlaubung ist die Schule. Das Schulamt habe bis jetzt aber keine Anhaltspunkte, dass die Anzahl insgesamt zugenommen hat.

Damit sind die Möglichkeiten einer eigenen Feriengestaltung klar. Und wer sich nicht daran hält, kann sogar mit einem Bußgeld rechnen. Wenn tatsächlich nachgewiesen werden kann, dass eine Familie unrechtmäßig freie Tage in Anspruch genommen hat, werden die Eltern in der Regel von der Schule schriftlich über das unerlaubte Fernbleiben informiert, die Fehltage als unentschuldigte Fehltage gewertet und möglicherweise im Zeugnis vermerkt.

Für die Schulen ist das schon länger Realität. An der Grundschule in Marbach, einer der großen Schulen dieses Typs im Landkreis, macht man sich höchstens noch Gedanken über die Dreistigkeit, mit der Eltern in Sachen Ferienverlängerung vorgehen. Das Vorgehen nehme in allen Klassen und bei allen Ferien über das Jahr zu. Manche Eltern würden schon für eine ganze Woche nachfragen und seien dann enttäuscht, wenn die Schule dem Wunsch der Eltern nicht nachkomme. Und diese Umstände würden immer mehr zunehmen.

Nicht viel besser sieht es an der Schule im Sand aus. Die Gemeinschaftsschule in Bietigheim hat rund 500 Schüler. Dabei war der Sonderurlaub für die Schüler einst extrem gering. „Vor Corona habe wird das alles sehr streng gehandhabt. Das wussten die Eltern. So kam es zu drei bis fünf Anträgen pro Ferien. Und wenn die Kinder nicht in die Schule kamen, wurden auch Bußgeldbescheide verschickt. Das zeigte Wirkung“, sagt Schulleiterin Iso Steigelmann.

Inzwischen habe sich die Situation jedoch grundlegend geändert. Allein in diesem Jahr habe sich die Anzahl der Anträge deutlich erhöht. Inzwischen sind es zwischen 30 und 35 Anfragen pro Ferien. „Die Menschen merken die aktuelle Entwicklung im Geldbeutel“, so Steigelmann. Meist würden jedoch die Anträge abgelehnt. Und die Eltern, deren Kinder unentschuldigt fehlen, würden am Ende sowieso erwischt.