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55-Jährigen in Mundelsheim reingelegt
Anlagebetrug - wenn sich das vermeintlich lukrative Investment in Luft auflöst

Die Polizei rät, bei Geldanlagen nur seriösen Anlegern zu vertrauen.
Die Polizei rät, bei Geldanlagen nur seriösen Anlegern zu vertrauen. Foto: Lino Mirgeler
Betrüger haben einen Mann aus Mundelsheim reingelegt. Er wollte in Kryptowährungen investieren. Nach sieben Überweisungen wurde er misstrauisch. Das rät die Polizei.

Kreis Ludwigsburg. Die Aussicht auf hohe Gewinne treibe offenbar viele Anleger in die Arme von Betrügern, die beispielsweise telefonisch, per Mail, in den sozialen Medien oder über Annoncen vermeintlich lukrative Kapitalanlagen anbieten, heißt es in der Mitteilung des Polizeipräsidiums. Mit oft geradezu traumhaften Renditeversprechen lockten sie ihre Opfer in die Falle und bringen sie dazu, Geld zu investieren. Am Ende klingelt jedoch nur eine Kasse - die der Betrüger.

Investition in Kryptowährungen

Oft starten die Fälle damit, dass die Opfer zunächst unterschiedlich hohe Geldbeträge investieren, häufig zum Beispiel in Kryptowährungen. Über Plattformen im Internet können sie dann verfolgen, wie sich ihr Geld rasend schnell vermehrt. Viele Menschen lassen sich davon täuschen und erhöhen ihre Investitionen, um so noch mehr Gewinn zu erzielen. Was sie nicht wissen: Die Internetseiten wurden extra von den Tätern erstellt, um damit den angeblichen Verlauf der Anlage darzustellen und die Opfer hereinzulegen. Denn tatsächlich ist das Geld meist längst weg.

Auch noch Gebühren verlangt

Doch damit nicht genug: Wer seine vermeintlichen Gewinne auszahlen lassen möchte, wird oft aufgefordert, zunächst noch Gebühren oder Steuern zu entrichten, damit die Auszahlung auch erfolgen kann. Wer dieser Aufforderung nachkommt, verliert in der Regel nicht nur die zuvor angelegte Geldsumme, sondern auch noch die nachgezahlten Gebühren.

Zugriff auf Online-Banking gewährt

Zwei besonders schadensträchtige Sachverhalte wurden erst vor wenigen Tagen bei der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg bekannt:

Eine sechsstellige Summe investierte beispielsweise eine 77-Jährige aus Schönaich seit April 2024 bei noch unbekannten Betrügern, denen sie zudem auch Fernzugriff auf ihr Online-Banking einräumte. Rund 20.000 Euro erhielt sie ausgezahlt, den Rest haben mutmaßlich die Unbekannten kassiert.

Mundelsheimer erstattet Anzeige

Ebenfalls einen sechsstelligen Betrag wollte ein 55-Jähriger aus Mundelsheim gewinnbringend in Kryptowährungen anlegen und tätigte insgesamt sieben Überweisungen. Die avisierten Gewinnauszahlungen wurden von den Betrügern immer wieder unter einem Vorwand verzögert, bis der Geschädigte schließlich Verdacht schöpfte und Anzeige erstattete.

Das rät die Polizei:

- Vertrauen Sie Geld ausschließlich seriösen Anbietern zur Anlage an.

- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und zum

Vertragsabschluss drängen, sondern prüfen Sie das Angebot genau und fragen Sie bei Unklarheiten gezielt nach.

- Lassen Sie sich insbesondere nicht von hohen Gewinnversprechen blenden. Diese sind häufig entweder falsch oder zumindest mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. (red)