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Konjunktur

Aufatmen im regionalen Handwerk

Kammer: Geschäftslage der Betriebe hat sich mit dem Ende des Lockdowns im zweiten Quartal deutlich gebessert

Höhere Umsätze haben in den vergangenen drei Monaten 38 Prozent der Handwerksbetriebe verzeichnet. Foto: HWK/p
Höhere Umsätze haben in den vergangenen drei Monaten 38 Prozent der Handwerksbetriebe verzeichnet. Foto: HWK/p

Stuttgart/Kreis Ludwigsburg. Die Handwerkskonjunktur in der Region Stuttgart ist im zweiten Quartal wieder in Schwung gekommen. Die Stimmung in den Betrieben sei spürbar besser als vor einem Jahr, berichtet die Handwerkskammer Region Stuttgart. Der Grund dafür sei das Ende des Lockdowns. Die Kammer beruft sich auf ihre aktuelle Konjunkturumfrage, mit der die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage des Handwerks in Stuttgart und in den Landkreisen Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr insgesamt erfasst wird. In der Region Stuttgart gab es zum Stichtag 30. Juni dieses Jahres 30760 Handwerksbetriebe – das sind 245 mehr als im Vorjahr. Davon waren 6200 (85 mehr als im Vorjahr) aus dem Landkreis Ludwigsburg.

Vollere Auftragsbücher

Die Betriebe in der Region sind zuversichtlich gestimmt. Laut Konjunkturbericht bewerten über die Hälfte der Befragten ihre Geschäftslage als gut, nur 16 Prozent waren unzufrieden. Dank der guten Bewertung der Geschäftslage und einer optimistischen Erwartungshaltung legte der Konjunkturindikator Handwerk 20 Zähler zu und erreichte somit plus 33 Punkte (Vorjahr: plus 13 Punkte).

Vollere Auftragsbücher hatten laut Umfrage in den letzten drei Monaten 41 Prozent der Handwerksunternehmen. Hinsichtlich ihrer Auftragsentwicklung im nächsten Quartal blicken die Betriebe in der Region zuversichtlich in die Zukunft. Dank der guten Auftragslage konnten die Handwerksfirmen ihre Produktionskapazitäten wieder in größerem Umfang nutzen. Spürbar weniger Betriebe klagten dagegen über große Kapazitätsfreiräume (23 Prozent; Vorjahr: 36 Prozent). Die Umsatzentwicklung der Handwerksbetriebe sei im zweiten Quartal wesentlich dynamischer gewesen als vor einem Jahr. Über höhere Umsätze freuten sich in den letzten drei Monaten 38 Prozent der Betriebe, von Umsatzrückgängen berichteten 20 Prozent. „Wir freuen uns zu sehen, dass regionale Handwerker ihre künftige Auftragslage optimistisch und mit höheren Erwartungen als im Vorjahr sehen“, sagt Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, zu den Umfrageergebnissen.

In allen Handwerksgruppen in der Region Stuttgart gestaltete sich die Geschäftslage der Betriebe deutlich besser als noch vor einem Jahr. Am besten bewertete das Bauhauptgewerbe die Geschäftslage, gefolgt vom Ausbauhandwerk. Den größten Stimmungsaufschwung erlebte der Gewerbliche Bedarf. Auch in der Gesundheitsbranche hellte sich die Stimmung ordentlich auf. Die Erwartungen für das nächste Quartal haben sich dagegen beim Bauhauptgewerbe deutlich verschlechtert, was auf die Knappheit bei wichtigen Rohstoffen wie Holz und Baumaterialien zurückzuführen ist.

Appell an die Politik

Mit Blick auf die zurückliegenden Monate, in denen das Handwerk deutliche Einschnitte erleben musste, wünscht sich der Stuttgarter Kammerchef, dass die Politik die bislang umgesetzten Unterstützungsmaßnahmen für das Handwerk künftig intensiviert. „Die Finanzhilfen waren gut, konnten aber nicht überall die wegfallenden Umsätze ersetzen. Wichtig ist es jetzt, dass die Politik Handwerksbetriebe entlastet und stärkt, zum Beispiel im Bereich der Ausbildung.“ Ebenfalls wichtig seien verlässliche Rahmenbedingungen vor allem bei den Sozialabgaben. Hoefling: „Das Handwerk ist ein sehr personalintensiver Wirtschaftsbereich. Der von Experten bereits avisierte Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge auf deutlich über 40 Prozent bereitet unseren Betrieben viel Kopfzerbrechen.“ (bie/red)