Logo

Frankenbahn

Ausflügler vermissen Informationen

Die Frankenbahn sorgt wieder für Ärger: Wegen Bauarbeiten sind am Sonntag die Züge zwischen Bietigheim-Bissingen und Walheim nur auf einem Gleis gefahren. Die Reisenden mussten Verspätungen in Kauf nehmen, wurden aber vor Ort nicht darüber informiert.

350_0900_20087_AdobeStock_39284237.jpg
Zugverspätungen und -ausfälle ärgern die Reisenden. Noch viel mehr ärgern sie sich über fehlende Informationen. Foto: Adobe Stock

Gemmrigheim/Kirchheim. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Doch das, was den etwa 40 Gemmrigheimer Albvereinlern am vergangenen Sonntag passiert ist, war zu viel des Ärgers und der Aufregung. Und das alles, bevor die Tour überhaupt losgegangen ist.

Pünktlich um 9 Uhr steht die Gruppe an Gleis 1 des Kirchheimer Bahnhofs. 15 Minuten später will sie die Regionalbahn 19110 nach Heilbronn nehmen. Wie bestellt und nicht abgeholt warten die Wanderer eine Stunde später immer noch. „Der Zug ist einfach nicht gekommen“, ärgert sich Rita Schleicher. Sie hatte die Wanderung bis ins Detail organisiert. Vier Wochen vor der geplanten Tour sei sie extra nach Lauffen gefahren, um die Fahrkarten zu holen und um sich von einem dortigen Bahnbeamten versichern zu lassen, dass jene Regionalbahn fahre. „Am Sonntag wusste keiner, warum der Zug nicht gekommen ist. Es herrschte Funkstille.“ Seitens der Deutschen Bahn habe es weder Informationen über die Lautsprecher noch über die Anzeigetafel gegeben. Erst als ein Albvereinler über sein Handy auf der Homepage der Deutschen Bahn recherchiert, wissen die Teilnehmer den Grund des Zugausfalls: Bauarbeiten auf der Strecke.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn bestätigt dies. Am Sonntag habe es auf der Strecke zwischen Bietigheim-Bissingen und Walheim Bauarbeiten gegeben. Es seien Drainagen gelegt worden, damit das Wasser abfließen kann. „Deswegen verlief der Zugverkehr eingleisig. Dies hat zu Verzögerungen geführt.“ Die Bahnsprecherin entschuldigt, dass die Wartenden keine aktuellen Infos darüber erhalten haben. Die Regionalbahn sei dann mit 33-minütiger Verspätung um 9.47 Uhr in Kirchheim und um 10.03 Uhr in Heilbronn angekommen. Dem widersprechen Rita Schleicher und und ihre Albvereinskollegin Karin Metz. „Wir haben uns in der Hitze die Füße in den Bauch gestanden. Wenn ein Zug in Kirchheim angehalten hätte, wären wir ja eingestiegen.“ Alle Teilnehmer könnten dies bestätigen. Am Bahnhof gebe es kaum Schatten-, geschweige denn Sitzplätze. Einige seien erschöpft gewesen, bevor der Ausflug überhaupt begonnen habe. Es liege keine Meldung vor, dass der Zug ausgefallen sei, meint die Bahnsprecherin. „Ich kann nicht sagen, wo der Fehler liegt.“ Schlussendlich räumt sie aber ein: „Es scheint, dass der ursprünglich geplante Zug in Kirchheim durchgefahren ist. Gründe dafür liegen uns noch nicht vor. Da muss intern nachgehakt werden.“

Durch die Stunde, die die Albvereinler verloren haben, kommt die Planung durcheinander. Sie habe mit der Wanderführerin vor Ort telefoniert, erzählt Karin Metz. Die Wanderstrecke sei um vier Kilometer verkürzt worden. „Wir sind ja erst um 12 Uhr in Herbolzheim angekommen und hatten auf 16.30 Uhr Plätze in einem Lokal reserviert.“ Ein paar Mitwanderer, die in Neckarsulm dazustoßen wollten, sind wieder heimgefahren. „Das ärgert uns am meisten“, geben die Gemmrigheimerinnen zu. Alles in allem sei es aber eine schöne Wanderung gewesen.

Im vergangenen Jahr sei bei einer ähnlichen Tour schon „der Wurm drin gewesen“. Wegen Gleisarbeiten war der Zug nur bis Neckarsulm gefahren, von dort aus ging es mit dem Bus weiter. „Wir wollen uns umweltfreundlich verhalten und günstig fahren, eine solche Aufregung brauchen aber wir nicht mehr.“