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Infrastruktur

Autobahndeckel ist Teil des IBA-27-Netzes

Es ist eine gewagte Idee, die Autobahn 81 bei Freiberg nicht nur mit einem Deckel zu versehen, sondern gleichzeitig ein ganzes Wohnviertel darauf zu errichten. Jetzt ist die Vision ein weiteres Stück an die Realität herangerückt: Unter dem Namen „Freiraum für Freiberg“ wurde der Autobahndeckel in das sogenannte IBA-27-Netz der Internationalen Bauausstellung 2027 der Region Stuttgart aufgenommen.

Auf diesem Teilabschnitt der Autobahn in Freiberg könnte ein neues Stadtviertel entstehen. Jetzt findet sich die Vision auch im IBA-27-Netz der Internationalen Bauausstellung 2027 der Region Stuttgart. Archivfoto: Oliver Bürkle
Auf diesem Teilabschnitt der Autobahn in Freiberg könnte ein neues Stadtviertel entstehen. Jetzt findet sich die Vision auch im IBA-27-Netz der Internationalen Bauausstellung 2027 der Region Stuttgart. Foto: Oliver Bürkle

FREIBERG. „Das nächste Etappenziel ist erreicht“, frohlockt CDU-Landtagsabgeordneter Fabian Gramling, der eine treibende Kraft in der Realisierung des Vorhabens ist. Er hat laut einer Pressemitteilung in den vergangenen Monaten viele Gespräche mit der Intendanz der Internationalen Bauausstellung (IBA 2027), dem Verband Region Stuttgart und vielen politischen Entscheidungsträgern aus Region, Land und Bund geführt. Umso mehr freue sich seine Fraktion, dass das innovative Projekt im IBA-27-Netz eine Plattform bekommt, mit der es in der Region und darüber hinaus bekannt wird. Außerdem finde auf diese Weise ein Austausch mit Akteuren anderer Projekte und Ideen statt. „Das bringt uns wieder einen Schritt weiter“, so Fabian Gramling.

Die Autobahn 81 durchschneidet Freiberg und trennt den Stadtteil Geisingen im Westen von den anderen beiden östlichen Stadtteilen Beihingen und Heutingsheim. Das Projekt „Freiraum für Freiberg“ sieht eine Überbauung der Autobahn auf einem 450 Meter langen zentralen Teilstück vor. Zwischen der Überführung der Württemberger Straße im Norden und der Unterführung der Bilfinger Straße im Süden soll es eine Überdeckelung der Autobahn in Leichtbauweise mit Wohn- und Bürogebäuden sowie öffentlichen Grünflächen geben. Auf diese Weise soll eine städtebauliche Verbindung zwischen den drei Stadtteilen entstehen. Die bebaubare Fläche beträgt 2,9 bis 3,6 Hektar. Bereits im April 2018 stellte der Landtagsabgeordnete Fabian Gramling die Machbarkeitsstudie zu dem Zukunftsprojekt gemeinsam mit Bürgermeister Dirk Schaible und den Planern Dr. Michael Herrmann, Geschäftsführer der Structure GmbH Stuttgart, und Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW GmbH, vor. Es herrschte Einigkeit, dass die Vision nicht nur städtebaulich, sondern auch hinsichtlich Lärm und Luftverschmutzung richtungsweisend sei.

Das Projekt hat die Intendanz der IBA 2027 überzeugt, da mit der Idee mehrere aktuelle und zukünftige Herausforderungen, die nicht nur die Stadt Freiberg betreffen, gelöst werden können, heißt es in einer Mitteilung der CDU. Die Überbauung der Autobahn kann laut Gramling die Innenentwicklung Freibergs ergänzen und ein neues Stadtquartier erschließen. Es könne über die Stadtgrenzen hinaus ein echtes Wahrzeichen entstehen, welches die Innovationskraft der Region widerspiegelt. Das Projekt habe Vorbildcharakter.

Freude auch bei Bürgermeister Dirk Schaible. „Ich finde es großartig, dass wir in den erlauchten Kreis aufgenommen worden sind“, sagt der Verwaltungschef auf Nachfrage unserer Zeitung. Er habe schon lange das Gefühl, dass die Vision der Überdeckelung der Autobahn samt Schaffung eines neuen Wohn- und Lebensraums nicht nur im Land und beim Bund auf Interesse stößt und wahrgenommen wird. „Das ist ein Novum“, sagt Schaible. Im Moment sei eine Machbarkeitsstudie für das Vorhaben in Arbeit, die im kommenden Frühjahr vorgestellt werden soll. Danach werde es eine Bürgerbeteiligung sowie weitere Gespräche mit Bund und Land geben.

Unterstützung hatte das Projekt bereits im vergangenen Jahr erhalten: Der Landkreis hat seine uneingeschränkte Rückendeckung zugesagt, das Land fördert die Untersuchung zur Schaffung von Wohnraum auf einem Deckel über der Autobahn mit 55.000 Euro und der Parlamentarische Staatssekretär sowie CDU-Bundestagsabgeordnete Steffen Bilger will in Berlin weiterhin die Werbetrommel für das Projekt rühren.

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