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Autobahndeckel: Land fördert Untersuchung

Stadt Freiberg erhält 55.000 Euro für Prüfung einer Landschaftsbrücke mit Wohn- und Bürogebäuden über die A.81

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Freiberg. Es war im April, als die Stadt Freiberg eine Machbarkeitsstudie für einen Deckel über die Autobahn 81 vorstellte. Der Vorschlag für die Trasse, die mitten durch die Stadt führt, ist eine 450 Meter lange Landschaftsbrücke in hybrider Leichtbauweise, die mit Wohn- und Bürogebäuden überbaut wird. Bürgermeister Dirk Schaible und CDU-Landtagsabgeordneter Fabian Gramling, welche die Studie und damit das Projekt angestoßen haben, sprachen damals von einer Vision. Inzwischen haben die beiden viel Lobbyarbeit geleistet und bei der Landesregierung offene Türen eingerannt. Denn: Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau unterstützt jetzt eine Untersuchung für die Überdeckelung der A.81 mit 55.000 Euro. Dies teilte das Ministerium gestern mit. Neben der Schaffung von Grünflächen soll geprüft werden, ob eine Bebauung mit Wohn- und Bürohäusern möglich ist.

„Mit einer Überdeckelung und Überbauung der Autobahn würde nicht nur eine lebendige Mitte, sondern auch neuer Wohnraum in Freiberg entstehen – Wohnraum, den wir dringend brauchen. Zugleich würde der Lärmpegel deutlich reduziert“, so Wirtschafts- und Wohnungsbauministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Das Projekt der Stadt Freiberg zeige, dass Innenentwicklung oft mit enormen Herausforderungen verbunden sei und einen langen Atem benötige. Durch seinen innovativen Ansatz könne es als Vorbild für andere Städte und Gemeinden im Land dienen.

„Das ist ein vorweihnachtliches Geschenk“, freute sich Bürgermeister Dirk Schaible. Damit ließe sich etwas anfangen, zumal die Verwaltung im Haushaltsplan 2019 bereits 105.000 Euro für weitere Schritte bezüglich des Projekts eingestellt habe. Die Zustimmung des Gemeinderats vorausgesetzt soll nächstes Jahr ein Planungsbüro mit der Untersuchung beauftragt werden.

„Es ist ein Etappenziel, das wir auf einer langen Wegstrecke erreicht haben“, sagte Landtagsabgeordneter Gramling gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Bevor das Projekt irgendwann in eine Planungsphase übergehen kann, gebe es viel zu untersuchen wie die Statik, den Brandschutz, die Belüftung und wie bei Unfällen zu reagieren sei. „Mal schauen, was die Untersuchung bringt“, so Gramling, „dann kann es eventuell schon konkreter werden.“ Der Autobahndeckel sei ein Traum, der sich jetzt manifestiere. Bis zum Bebauungsplan sei es allerdings noch ein weiter Weg. „Mir ist es wichtig, dass wir das Projekt gesamtheitlich mit der Neugestaltung des Stadtzentrums sehen“, so Gramling.

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