Logo

Stabwechsel
Bauernverband Heilbronn-Ludwigsburg auf dem Weg in eine neue Landwirtschaft

Eberhard Zucker (links) und Joachim Ruckwied. Foto: Andreas Becker
Eberhard Zucker (links) und Joachim Ruckwied. Foto: Andreas Becker
Bei der Sitzung wurde auch über die zukünftige Ausrichtung des Bauernverbandes gesprochen. Foto: Andreas Becker
Bei der Sitzung wurde auch über die zukünftige Ausrichtung des Bauernverbandes gesprochen. Foto: Andreas Becker
Beim Bauerntag des Bauernverbands Heilbronn-Ludwigsburg in Auenstein ist am Donnerstag der bisherige Vorsitzende Eberhard Zucker verabschiedet worden. Sein Nachfolger Stefan Kerner will den Landwirten mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung verschaffen – unter anderem mit einem neuen Schriftzug, der bald an vielen Stellen zu sehen sein soll.

Kreis Ludwigsburg/Ilsfeld. Eine Ära ging am vergangenen Donnerstagabend beim Bauerntag des Bauernverbands Heilbronn-Ludwigsburg im Ilsfelder Ortsteil Auenstein zu Ende. Eberhard Zucker aus Vaihingen wurde offiziell verabschiedet. Seit 2007 war der Vaihinger Vorsitzender des Verbands. Erst am 6. April gab er sein Amt ab. Auf ihn folgte Stefan Kerner aus Heilbronn. Gemeinsam mit Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands und Präsident des Landesbauernverbands Baden-Württemberg, verabschiedete er ihn in der Tiefenbachhalle offiziell. „Du hast hervorragendes Engagement für unsere Bauernfamilie gezeigt“, lobte Rukwied.

Für Eberhard Zucker wurden aus drei geplanten Jahren 15

Er vergaß auch nicht, die Leistung von Zuckers Ehefrau Sigrun als Stütze ihres Gatten zu würdigen. Eigentlich hatte Zucker geplant, den Posten nach der Fusion der beiden Verbände Heilbronn und Ludwigsburg drei Jahre lang zu bekleiden. Dass daraus nun 15 Jahre wurden, und zählt man die zwei Jahre vor der Fusion mit, dann sind es 17 Jahre ... Das erstaunt ihn selbst. Für seine Leistung erhielt er die Goldene Ähre des Landesbauernverbands und freute sich sichtlich darüber.

Lesen Sie hier, wie Eberhard Zucker auf seine Zeit als Vorsitzender zurückblickt

Insgesamt 3205 Betriebe mit einer Fläche von 91 347 Hektar und damit einem Gesamtanteil von rund sechs Prozent an der Fläche im gesamten Land sind in Heilbronn und Ludwigsburg verortet. Um die Stellung der Bauern in der Region sichtbarer zu machen, stellte der neue Vorsitzende Stefan Kerner den aktuellen Slogan vor. Der Schriftzug „Leben braucht Nahrung & das schon immer. Wir sorgen regional dafür, Eure Landwirte“ soll bald als Aufkleber nicht nur auf den Landmaschinen prangen, sondern zudem auf den Feldern an Wegkreuzungen. Überall soll er stehen, wo Bürger vorbeilaufen, um den Wert der Landwirtschaft zu erkennen. „Es kann doch nicht sein, dass Preissteigerungen bei Autos einfach so hingenommen werden, wenn der Liter Milch aber 20 Cent aufschlägt, redet tags drauf jeder darüber“, so Kerner. Er will, dass die Landwirte über die Stärkung des direkten Vertriebs Wertschöpfung und Anerkennung gewinnen.

Florian Petschl aus Marbach neu im Vorstand

Insgesamt wurde der Vorstand des Verbands verjüngt. Markus Läpple, 38, aus Ilsfeld, Michael Kinzinger, 30, aus Enzweihingen, Florian Petschl, 33, aus Marbach und Andreas Schnepf, 57, aus Heilbronn sollen für frische Impulse sorgen. Der Heilbronner Landrat Norbert Heuser freut sich auf die Kooperation mit den Vorständen. Er verwies auf die schwere Lage seit Kriegsbeginn in der Ukraine.

Hohe Inflation, steigende Dieselpreise und Probleme auf den Märkten machen den Bauern das Leben schwer. Der Fokus solle darauf gelenkt werden, Lebensmittelverschwendung durch Hamsterkäufe zu vermeiden. Nur so könne man ärmeren Ländern helfen und gleichzeitig regionale Produkte voranbringen.

In seinem Impulsvortrag „Agrarpolitik in Krisenzeiten – aktuelle Herausforderungen“ ging der Bauernchef Joachim Rukwied schließlich auf alte und neue Fragestellungen der Landwirte ein. Sein Credo: Die Bauern sind bereit und fähig, auf moderne Ansprüche wie grüne Landwirtschaft einzugehen. Der Staat dürfe jedoch nicht vergessen, dass es sich trotz allem lohnen muss. Er stehe voll hinter positiven Standards in Sachen Tierhaltung, Klimaschutz und Biodiversität. Allerdings müsse er diese mit den Existenzen seiner Landwirte vereinbaren.