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Klimaschutz

Bei Nachhaltigkeit sind alle gefragt

Wer sind die Menschen, die sich für den Klimaschutz, für den Erhalt der Kulturlandschaft einsetzen? Und: Wie kann jeder selbst etwas nachhaltig für Natur und Landschaften tun? Antworten darauf will die Baden-Württemberg Stiftung liefern, die dafür eine Roadshow konzipiert hat. Diese macht am Donnerstag an der Felsengartenkellerei in Hessigheim Station – und dabei geht es natürlich auch um die Steillagen.

Nicht nur schön anzuschauen, sondern auch eine wertvolle Kulturlandschaft: Steillagen, hier bei Besigheim. Archivfoto: Alfred Drossel
Nicht nur schön anzuschauen, sondern auch eine wertvolle Kulturlandschaft: Steillagen, hier bei Besigheim. Foto: Alfred Drossel

Hessigheim/Besigheim. Für die überparteiliche Baden-Württemberg Stiftung steht fest: Artenvielfalt und Naturräume können nur erhalten werden, wenn sich viele Menschen dafür einsetzen. Und zwar aktiv und am besten gemeinsam. Deswegen hat sich die Stiftung ein hehres Ziel gesetzt: Sie möchte Menschen jeglichen Alters, aus allen Gesellschaftsschichten für Umwelt-, Klimaschutz und die biologische Artenvielfalt sensibilisieren und im besten Fall dazu motivieren, sich selbst hierfür einzubringen. Erreichen möchte sie das mit ihrem neuen Programm „Gesellschaft und Natur – Generationenpakt Nachhaltigkeit“, in dessen Zuge landesweit in sieben verschiedenen Landschaftsräumen Aktionen vor Ort stattfinden. Bei diesen Roadshows präsentieren sich tagsüber unter anderem Vereine und Verbände, am Abend die Experten bei Gesprächsrunden. Also auch die Macherinnen und Macher; diejenigen, die etwas für Landschaft und Tiere tun. „Es ist ein Projekt, in dem diejenigen, die Vorbild sein können für Jung und Alt, in den Mittelpunkt rücken“, sagte Stiftung-Geschäftsführer Christoph Dahl am Montag beim Pressegespräch.

Auftakt der Roadshow-Tour ist heute in Donzdorf, dann geht es nach Hessigheim. Denn für den Landschaftsraum „Neckarland und die Gäulandschaften“ hat sich die Stiftung die Felsengartenkellerei Besigheim, die ihren Sitz in Hessigheim hat, als Partner geholt. Deren Vorstandsvorsitzender Joachim Kölz zeigte sich erfreut von der Zusammenarbeit. Diese dürfe keine Eintagsfliege bleiben, „es ist wichtig, dass man am Ball bleibt“.

Aber zunächst geht um eine Veranstaltung am Donnerstag. Speziell am Abend rückt der Steillagenweinbau in den Fokus. Wie mühselig und intensiv die Bewirtschaftung der terrassierten Lagen ist, wissen Wengerter nur zu gut. „Da steckt immens viel Arbeit dahinter“, sagte Kölz auch über den Bau der Trockenmauern. Diese „von Menschen gemachte Landschaft“ zu erhalten, sei eine große Herausforderung. Dem stimmte Dahl zu: „Es können sich viele kaum vorstellen, wie viel Arbeit in Trockenmauern investiert wird.“ Um den Erhalt der Kulturlandschaft langfristig zu sichern, sind laut Kölz auch die Verbraucherinnen und Verbraucher gefragt, die bereit sein müssten, mehr Geld für solch einen Wein zu bezahlen. Umweltschutz und Landschaftserhalt gebe es nicht umsonst, „das muss auch was kosten“. Zwar gebe es Förderungen von EU, Land und Kommunen, aber es gebe durchaus noch Nachholbedarf, fand Joachim Kölz.

Doch es geht am Donnerstag nicht nur um den Wein. So präsentieren sich tagsüber beispielsweise der Landesfischereiverband und das Naturkundemuseum. Auch Biodiversität wird ein Thema sein (siehe „Viel Programm am Donnerstag“). „Wir wollen Angebote zeigen, die Spaß machen und die Anregung geben, aktiv zu werden“, sagte Dahl über den „Generationenpakt Nachhaltigkeit“. Die Hoffnung der Veranstalter: dass sich im Anschluss viele langfristig und nachhaltig für Natur und Umwelt einsetzen, dass es viele Macher auch im Kleinen gibt. Oder, wie Dahl es formulierte: „Gemeinsam etwas anpacken – und zwar konkret anpacken.“

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